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Auf den Spuren von Dschingis Khan in der Mongolei
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Steppe

800 Jahre ist es nun her, dass Dschingis Khan in der zentralasiatischen Steppe die Basis für das größte Weltreich aller Zeiten legte. Er baute eine Hauptstadt, Karakorum, die später von den Chinesen zerstört wurde. Um ihre Reste detailliert zu vermessen sind Juliane und ich hierhin gekommen.

Das Institut für Geomatik an der Hochschule Karlsruhe hat schon 1999 mit Arbeiten für die Archäologen begonnen, an diese knüpften wir an. Von der Hauptstadt Ulan Bator sind es 370 Kilometer bis nach Karakorum, hier ist das eine Tagesreise – gut geschüttelt. Mit im Gepäck hatten wir  eine funkelnagelneue Trimble S6 Robotikstation. Dies ist ein fernsteuerbarer Tachymeter, mit dem einzelne Punkte über hunderte von Metern sehr präzise gemessen werden können. Insgesamt 50 000 Punkte haben wir damit aufgenommen und später ein digitales Geländemodell gerechnet. Aus diesem Modell kann man mittels Überhöhung (unterschiedlicher Maßstab in der Höhe) Strukturen in der Landschaft erkennen, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann. Und genau diese dienen dem Archäologen Prof. Hans-Georg Hüttel interessante Bereiche zur Ausgrabung festzulegen. Zuerst war das ein Praktikum, aber während unseres Aufenthalts haben wir in der Nähe Harbalgas besucht, eine zerstörte Stadt aus dem 8. Jahrhundert. Und daraus ist dann unsere Diplomarbeit geworden.

HB ScannerHB MauernHB Laptopkiste

Ein Jahr später waren wir wieder in der Mongolei. Dieses Mal mit einem Leica Laserscanner, um die Reste der Palaststadt von Ordu Bal?k  (Harbalgas) aufzunehmen, die ca. 350 x 400 Meter groß ist. Sie ist  das weithin sichtbare Zeugnis und auch gut in GoogleEarth unter 47° 26’ Nord, 102° 39’ Ost zu finden. Hier stehen die Mauern noch bis zu 15 Metern hoch. Sie sind allerdings aus ungebranntem Lehm und der Verwitterung ausgesetzt. Deswegen ist Laserscanning die ideale Methode, um den jetzigen Zustand detailgenau festzuhalten, da ein Laserscanner Objekte mit vielen Tausenden Punkten (siehe Punktwolke) aufnimmt.

Punktwolke StupaDV-ATsoFarbeScanner Stupa

Es war schon eine Aufgabe unser Gepäck vor Ort zu bringen. Der Laserscanner ist in einer großen Kiste, die gleichzeitig als Arbeitstisch diente. Den Laptop haben wir in den Karton vom Generator gesteckt, damit wir am Bildschirm bei voller Sonne auch etwas sehen konnten. Und der Generator lieferte den ganzen Tag Strom. Das hat unsere Mongolen aus der benachbarten Jurte gefreut, sie konnten gleich ihr Handy aufladen. Strom gibt es hier weit und breit nicht. Fast jeden Abend haben wir am Computer die Daten ausgewertet und nebenbei das Wasser zum Duschen heiß gemacht. Aus den Daten können beliebige Schnitte oder Höhenlinienpläne erstellt werden, die wiederum Hinweise für die archäologischen Arbeiten geben. Die endgültige Auswertung erfolge anschießend zu hause oder im Labor der Hochschule.

TeamTeam 2Helfer

Nach wochenlangem Hammel, Nudeln und Krautsalat mit Karotten waren wir  wieder froh nach Hause zu fahren, aber wir wollen diese Erfahrungen nicht missen: Unendliche Weite mit verstreuten Jurten, Pferden, rasante Wetterwechsel mit Regenschauern und Gluthitze. Dazu jeden Tag eine kleine Herausforderung und sehr gastfreundliche Mongolen, die uns zum Abschluss noch zum Nationalgericht, dem Hammel in der Milchkanne einluden. Alles zusammen eine Erinnerung fürs Leben.

In Youtube „GeomatikTV“ gibt es ein Video, das vor uns gemacht wurde.

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