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Höhensiedlungen im Bergland der Krim/Ukraine

Felsformation Eski-Kermen

Seit 3 Jahren bin ich am Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik (i3mainz) der Fachhochschule Mainz als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt. Der Hauptanteil meiner Arbeit hier am Institut erfolgt im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz (RGZM). Zwischen dem i3mainz und dem RGZM gibt es seit Jahren eine Kooperation und damit interessante Projekte im In- und Ausland. In dem Projekt „Höhensiedlungen im Bergland der Krim“ in dem ich mitarbeite stehen zwei Höhensiedlungen Mangup-Kale und Eski-Kermen im Südwesten der Krim im Mittelpunkt. Der Eski-Kermen und der Mangup-Kale sind Felsformationen, die Spuren von Besiedlungen auf-weisen. Meine Aufgaben liegen in der Betreuung der geometrischen Dokumentation von Funden und dem Aufbau eines Geoinformations-systems (GIS). In einem GIS werden raumbezogenen Daten verwaltet, analysiert und präsentiert. Die erste Herausforderung war deshalb die Realisierung eines Festpunktfeldes in einem einheitlichen Koordinaten-system, um alle raumbezogenen Daten an dieses anzuschließen und somit die Grundlage für die Verwendung eines GIS zu schaffen. Dazu habe ich über 150 dauerhaft vermarkte Festpunkte in einem Gebiet von 20km x 20km mit geodätischen GPS-Messungen oder Tachymetermessungen angelegt. Nach der Festlegung des Raumbezuges wurden Funde, Strukturen, Gräberfelder und weitere archäologische Objekte eingemessen. Die zur Verfügung stehende Ausrüstung reichte von kleinen Hand-GPS-Geräten über Photogrammetrie, Tachymetern bis hin zu terrestrischen 3D-Laserscannern. Welche Geräte wo eingesetzt wurde hing von verschiedenen Faktoren ab, wie Verfahrensgenauigkeit, Aufnahmedauer vor Ort, Flexibilität der Instrumente und dessen Zubehör, Größe und Lage des zu erfassenden Objektes und Ziel der Dokumentation. Der Eingangsbereich der Höhensiedlung am Eski-Kermen mit seinen über 600 künstlich in den Fels gehauenen Höhlen wurde mit einem terrestrischen 3D-Laserscanner eingescannt. Gerade bei komplizierten Strukturen ist diese Dokumentation sehr effektiv, um daraus Visualisierungen und Rekonstruktionen abzuleiten. Das Tachymeter wurde zum Verdichten des Festpunktfeldes, zur Referenzpunktbestimmung sowie zur Aufnahme von Ausgrabungsflächen und für Höhleninnenräume eingesetzt. Bei den Arbeiten auf der Krim bekam ich viel Unterstützung von den ukrainischen Projektpartnern, die mir nicht nur bei der Vermessung halfen, sondern auch bei allen anderen Anforderungen und kleinen Schwierigkeiten des täglichen Lebens in einem fremden Land mit fremder Sprache.

GPSTachymeterAusgrabung

PunktwolkeGruftMessbus

Weiterhin wurde ich bei den mehrwöchigen Messkampagnen von studentischen Hilfskräften und Diplomanden der Fachhochschule Mainz unterstützt. Auch bei der aktuellen Auswertung der Daten und der Bearbeitung dieser für die wissenschaftliche Nutzung und Publikationen werde ich vorwiegend von studentischen Hilfskräften unterstützt. Durch die direkte Beziehung zu der Fachhochschule Mainz und dem Fachbereich Geoinformatik und Vermessung wurden drei Diplomarbeiten mit Krimaufenthalten innerhalb des Projektes eingebunden.

Der Reiz dieses Projektes lag nicht nur in der Vielfalt der Aufgaben und der eingesetzten Verfahren sondern auch darin, in einem unbekannten Land mit einem internationalen Team aus unterschiedlichen Fachrichtungen zu leben und zu arbeiten.

Kategorie: Klima & Umwelt - Tags: , ,

2 Comments to “Höhensiedlungen im Bergland der Krim/Ukraine”

  1. Jens says:

    Hey Anja,
    tolle Arbeit, die du da machst und auch sehr abwechslungsreich. :-)
    Gruß Jens

  2. AnjaW says:

    Meine liebe Anja,

    tolle Bilder und gute Aussicht, da wäre ich auch gern mitgefahren.

    LG Anja