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ISPRS Konferenz in Melbourne, Australien

Seit wenigen Monaten arbeite ich am Institut für Photogrammetrie und GeoInformation an der Uni Hannover als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bei der thematischen Spezialisierung sind mir im Bereich Nahbereichsphotogrammetrie und Aufnahmesysteme kaum Grenzen gesetzt, weshalb ich mich zunächst orientieren muss, in welche Richtung meine wissenschaftliche Arbeit denn gehen soll. Um mich in dieser Phase zu unterstützen, durfte ich neben anderen Kollegen an dem Kongress der International Society for Photogrammetry and Remote Sensing (ISPRS) in Melbourne, teilnehmen. Die Thematische Ausrichtung der Vereinigung ist relativ vielfältig. Dem Grundmotiv des berührungslosen Messens unterstehen die Untergruppen der aktiven, wie Radar oder Lidar, und passiven Messsysteme, welche das reflektierte natürliche Licht aufnehmen. Zu diesem Zweck ist die wissenschaftliche Arbeit der ISRPS in acht thematisch spezialisierten Technical Commissions und dazugehörigen Working Groups organisiert.

Der internationale Kongress der gesamten Institution findet alle vier Jahre an wechselnden Orten statt. Mit etwa 2000 Teilnehmern und über 700 Präsentationen bot mir der Kongress gute Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen und meine thematische Orientierung zu finden.

Nach einigermaßen anstrengendem Flug und kurzer Erholung im Apartment, das ich mir mit drei weiteren Kollegen teilte, wurde die Konferenz durch eine Zeremonie, gespickt mit beeindruckenden musikalischen Elementen in Form einer Gruppe Aborigines mit traditionellen Instrumenten und eines Mädchenchores, eröffnet. Die anschließende „Icebraker“- Party überraschte mit wohlschmeckendem australischen Bier und leckeren kulinarischen Kleinigkeiten vom mobilen Buffet. Zudem hatten Tierpfleger einige Exemplare der exotischen australischen Tierwelt mitgebracht, die sich bestaunen ließen. Zwei auf einer Art Stelzen hüpfende Menschen in Känguruh-Kostümen amüsierten die Teilnehmer und standen für Fotos zur Verfügung.

Am Sonntag begann das Programm mit einer Plenarsitzung, in der ausgewählte Redner über allgemeine Themen sprechen, wie die Zukunft der Fernerkundung oder Trends in Photogrammetrie und Computer Vision. Generell fanden die Vorträge in bis zu 13 parallel stattfindenden anderthalbstündigen Sessions mit jeweils mehreren Vorträgen statt, welche thematisch zusammenhängen. Aufgrund meines thematischen Hintergrundes haben mich speziell zwei Commissions interessiert: Photogrammetric Computer Vision and Image Analysis und Close-Range Sensing: Analysis and Applications. Leider war es nicht immer möglich alle Vorträge zu besuchen, die mich aufgrund ihrer thematischen Beschreibung interessierten. Öfters musste ich auch zwischen einzelnen Vorträgen die Session wechseln. Es war teilweise sehr interessant, etwas über die Projekte an anderen Universitäten zu erfahren. Kaffeepausen im Ausstellerbereich boten dann Gelegenheit sich mit anderen über die eine oder andere Session auszutauschen und sich die Stände der Aussteller anzusehen. Neben den normalen Sessions gab es auch sogenannte „short and interactive“-Sessions, in denen die Vortragenden drei Minuten Zeit hatten, ihre Arbeit in Form eines Posters vorzustellen, welches auf dafür bereit stehenden Monitoren im Ausstellerbereich betrachtet werden konnte. Im Anschluss an eine solche Session gab es Gelegenheit sich näher mit den Vortragenden über ihr Thema zu unterhalten. Trotz einiger Schwierigkeiten, die Leute nach der Session zu finden, habe ich dadurch einige Leute kennengelernt, die sich wissenschaftlich in einem ähnlichen Bereich wie meinem betätigen.

Robberg, Plettenberg-BayScanner HDS 3000 von Leica beim Scannen der HöhleErstellung von Panoramabildern

Abends nach den Vorträgen war dann häufig Zeit, die sehenswerte Stadt zu erkunden. Highlights hierbei waren die Rooftop-Bar im CBD und das Jazzfestival im Victoria-Market.
Insgesamt war die Teilnahme an dem Kongress für mich eine wertvolle Erfahrung mit vielen neuen Kontakten, Eindrücken und Erkenntnissen.

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