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Ein Semester in Australien
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Ich heiße Christof und studiere Geoinformatik an der Hochschule Bochum. Das 7. Semester ist normalerweise das Praxissemester in unserem Studiengang. Hierbei macht man ein zwölf-wöchiges Praktikum in einem Betrieb seiner Wahl. Dies hat den Grund erste Praxiserfahrungen zu sammeln, sowie erste Kontakte zu Firmen herzustellen.

Ich jedoch entschied mich dagegen und wollte ein Auslandssemester anstatt der Praxissemester machen. Die Entscheidung wohin es gehen sollte viel bei mir sehr schnell. Die Welt ist zwar groß, jedoch viel die Entscheidung auf Australien, denn dieser Kontinent hatte mich schon immer gereizt. Nur für einen Urlaub dorthin zufliegen lohnt sich schließlich kaum.

Als nächstes musste ich eine passende Universität finden die den von mir gewünschten Studiengang anbietet. Nach kurzer Suche stieß ich auf die „Curtin University“, dessen Geodäsie Fachbereich weltweit einen sehr guten Ruf genießt. Die „Curtin University“ war außerdem weltweit eine der ersten Universitäten die 1987 den Studiengang „Spatial Information Sciences“ angeboten hat. Somit war die Wahl auch hier schnell getroffen.

Los ging es dann am 22 Juli mit der großen und vor allem langen Reise. Es dauerte ganze 22 Stunden um von Frankfurter Flughafen zum Internationalen Flughafen in Perth zukommen. Dort angekommen hielt mich zunächst die Nervosität auf den Beinen, da so ein 22 Stunden Flug schon einiges Strapazen mit sich zieht. Jedoch machte ich mich guten Gemütes auf den Weg zu meiner Unterkunft. Unter gekommen bin ich in einem Studentenwohnheim, direkt neben der Universität. Diese konnte ich bereits von Deutschland aus buchen und hatte somit keine Probleme etwas vor Ort zu finden. Dort teilte ich mir das Appartement mit 5 weiteren Studenten, was sich für mich als großen Vorteil entpuppte. Denn so waren die ersten Kontakte schnell geknüpft und man fühlte sich nicht einsam. Meine Mitbewohner kamen größtenteils selbst aus anderen Ländern (zwei Australier, ein Inder, eine Österreicherin, sowie ein Kenianer), somit fühlte man sich schnell verbunden und es entstanden neue Freundschaften.

Nach einer Woche einleben begann der Unialltag mit einer „Einführungswoche“ für alle neuen Studenten, um den Campus, den man gerne auch als Kleinstadt bezeichnen kann, kennen zu lernen. Nicht nur die Größe des Campus fiel mir direkt auf sondern auch das etwas andere Studiensystem in Australien. Somit wird in Australien von dem Student ein viel größerer Teil an eigenverantwortlichem Arbeiten gefordert als ich es von meiner Hochschule her kenne. Dies spiegelt sich auch an den Semesterwochenstunden wider. In Deutschland hatte ich normalerweise ca. 35 Semesterwochenstunden pro Semester, in Australien waren diese jedoch auf 8 beschränkt.

In meiner Zeit dort habe ich 4 Fächer belegt, diese waren eine Mischung aus allen Semestern. Das erste Fach trug den Namen „Geoinformation Systems“. In diesem Fach wurden die Grundlagen von Geoinformationssystemen, sowie das verarbeiten und managen von räumlichen Informationen in der Vorlesung erläutert und im Praktikum vertieft. Das zweite Fach hieß „Geoinformation Systems Programming“, in diesem Fach lag das Hauptaugenmerkt auf dem erstellen für Tools, mit der Programmiersprache Python, für ArcGIS 10.1. Als drittes Fach habe ich „Spatial Database Systems“ belegt, in diesem Fach wurden die Grundlagen von Datenbanksystemen, sowie Räumliche SQL Datenbankabfragen behandelt und ich Praktika vertieft. Das letzte von mir belegte Fach trug den Namen „Spatial Computation“. In diesem Fach wurden räumliche Algorithmen wie z.B.: der Nearest Point Algorithmus, erläutert und in Python programmiert.

Während meines Aufenthalts in Australien war es mir zum Glück auch möglich ein wenig herum zu reisen. Hierfür boten sich jeweils zweimal eine Vorlesungsfreie Wochen an, die in dem Semester verteilt waren. In dieser Zeit machte ich mit Kommilitonen eine Vielzahl von Trips, in denen ich die Vielfalt der australischen Natur und Tierwelt erkundete. Wir besuchten Exmouth, wo wir mit Schildkröten geschnorchelt haben, ebenso waren wir in Ningaloo, wo wir beim Tauchen die wunderschöne Unterwasserwelt Australiens kennengelernt haben. Die Vielzahl von Nationalparks, die wir besucht haben, gaben uns einen Einblick in die große Tierwelt. Es waren wunderschöne Erlebnisse bei denen ich viele neue Freunde gefunden habe.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es jedem zu empfehlen ist ein solches Auslandssemester zu machen. Es waren Erfahrungen die ich niemals bereuen werde und nur jedem empfehlen kann. Ein großer Dank gilt dem DVW für seine finanzielle Unterstützung.

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