Arbeitsplatz Erde BLOG
Stipendiat werden
-3.1390°, 101.6868°
Kontrastprogramm zum FIG-Kongress
| Comments Off

Unsere Tour durch Malaysia begann am 6. Juni 2014 in Kuala Lumpur. Von hier aus führte uns unsere kurzfristig geplante Route nach Penang, einer Insel vor der Nordwestküste Malaysias. Bekannt für ihre von Urwald umgebenen weißen Strände erlebten wir hier unser erstes Dschungelabenteuer. Nach einer Nacht im Urwald verließen wir die Insel per Bus von Georgtown aus, der Hauptstadt Penangs.
Eine nette ältere Dame riet uns, vor der Abfahrt, den nächsten Halt in den Cameron Highlands einzuplanen, um dort die atemberaubende Aussicht in den Teeplantagen zu genießen. Gesagt, getan: Nach einer verrückten Busfahrt mit obligatorischer Reifenpanne erreichten wir spät abends das Dorf Tanah Rata auf 1500 m Höhe. Die Cameron Highlands sind Teil einer Bergkette, welche die Halbinsel zentral von Nord nach Süd durschneidet. Trotz tropischer Verhältnisse erreichen die Temperaturen, im Vergleich zur tiefergelegenen Regionen des Landes, tagsüber kaum 25 Grad und fallen nachts bis auf 10 Grad zurück. Diese Umstände erleichtern dem Nordeuropäer das Wandern in den Teeplantagen ungemein, denn die Wege durch die Plantagen führen einen bis auf knapp 2010 m. Doch jegliche Anstrengungen zahlen sich aus. Wer bis zum Gipfel durchhält, wird mit einem atemberaubenden Blick über die Hügel der Cameron Highlands belohnt.

Die nächste Station auf unserer Reise war Kuala Tahan, einer kleinen Ortschaft gelegen in mitten des Nationalparks Taman Negar, welcher mit 130 Mio. Jahren der älteste Urwald der Erde ist. Das Dorf erreichten wir nach einer dreistündigen Bootstour über den Sungei Tembeling. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz am Rande des Urwaldes. Als Nachbarn hatten wir eine kleine nette Affenfamilie, welche sich von unserer Anwesenheit nicht sonderlich gestört fühlte. Das Highlight an dieser Station sollte eine Übernachtung in einem Hide sein (Haus auf Stelzen mitten im Dschungel). Ein Park-Ranger riet uns dazu, die 11 km zu dem Hide auf uns zu nehmen, denn nur dort hätten wir die Chance Elefanten und Tiger zu sehen. Jedoch sollten wir unterwegs auf Bienen achten. Abgelenkt von dem Gedanken, Elefanten und Tiger zu sehen, vernachlässigten wir die Bienen und machten uns auf den Weg. Nach anstrengenden 14 km durch den Malaysischen Dschungel erreichten wir zum Anbruch der Dämmerung das Hide. Wie erwartet war das Gebäude nicht in dem besten Zustand, doch weniger die Bauart das Problem. Vielmehr war es der Bienenschwarm, welcher es sich in dem Gebäude gemütlich gemacht hatte und uns somit die Unterkunft nahm. Durch die anbrechende Dämmerung konnten wir den Weg zurück durch den Dschungel nicht laufen, somit hatten wir keine andere Möglichkeit als zum Fluss zu gehen und zu hoffen, dass ein Bootsfahrer uns einsammelt. Andererseits wäre es ohne Unterkunft eine lange Nacht im Dschungel geworden. Mit Hilfe von Taschenlampen konnten wir –glücklicherweise- zwei Fischer auf uns aufmerksam machen, welche uns dann für eine kleine Gebühr mit zurück ins Dorf nahmen. Dass uns nun gerade Bienen aus dem Dschungel vertreiben, wer konnte denn damit rechnen.

Nach diesem Abenteuer endete unsere Reise durch Malaysia dort, wo sie begonnen hatte, in Kuala Lumpur. Nach 11 Tagen Wildnis und Spannung ergab sich nun ein kleines Kontrastprogramm. Fachvorträge und Gespräche mit Studierenden aus anderen Ländern dominierten die Tage des FIG-Kongresses und ließen somit den fachlichen Kontext dieser Reise nicht missen.

In vier Jahren wird der FIG-Kongress in Neuseeland sein, das nächste Land welches mit dem Rucksack durchquert werden will!

Kategorie: Uncategorized -

Kommentare sind geschlossen.