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Study Abroad in Newcastle
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Als Student der Geodäsie steht mir die ganze Erde als zukünftiger Arbeitsplatz zur Verfügung. Einen kleinen Teil, nämlich den kleinsten Kontinent, das riesige Land Australien schaute ich mir vor dem Einstieg in den Beruf schon einmal etwas genauer an. Ich studiere angewandte Geodäsie an der Jade Hochschule Oldenburg im siebten Semester. Für mich war es schon seit dem dritten Semester klar, dass ich ein Auslandssemester absolvieren möchte um interkulturelle Erfahrungen sammeln und für mich persönlich nutzen zu können. Das sechste Semester ist bei uns an der Fachhochschule von vielen Wahlpflichtmodulen geprägt, welche ich in den niedrigeren Semestern bereits belegte um bei der Wahl der Uni und der Fächer die große Freiheit genießen zu können.

Im März 2013 entschied ich mich dann für die junge University of Newcastle in Australien. Die wählbaren Module (Industrial Surveying, Electronical Surveying und Anstronomy & GNSS), ähnliche Studienverhältnisse wie in Deutschland (kleine Studierendenzahlen) sowie die kleine schöne Stadt Newcastle überzeugten mich schließlich. Außerdem sind in Australien Menschen aus fast alle Nationen der Erde vertreten, was auch neben dem Land selbst einen sehr großen Reiz für mich darstellte.

Die organisatorische Arbeit wie der Auszug aus meiner Wohngemeinschaft, das Beantragen des Auslandsbafög, das Bewerben an der Universität, das Einholen eines Sprachtest, das Verabschieden von Freunden usw. war für mich ein riesiger Aufwand welcher sich aber noch bezahlt machen sollte. Die Organisation GOstralia hat mir dabei große Unterstützung geboten, worüber ich bis heute sehr dankbar bin. Sie half bei der Bewerbung, dem Visum und anderen Dingen. GOstralia oder auch das Internation Education Centre (IEC) sind für solche Unternehmungen sehr zu empfehlen.

Nach all der Organisation und den vielen Prüfungen im Januar ging es im Februar dann endlich los. Ich flog mit zwei deutschen BWL Studentinnen, die ich zuvor über die erwähnte Organisation GOstralia online kennen gelernt habe. Wir haben zusammen für die erste Woche ein Hostel vor Ort gebucht und uns dann nach Wohnungen umgeschaut. Bei der Wohnungssuche bot die Universität erfolgreich ihre Hilfe an und schließlich stieß ich auf eine große WG im Stadtzentrum. Hier wurden sofort und sehr einfach Kontakte zu anderen internationalen Studenten geknüpft. Nachdem ich dann in der Orientierungswoche der Universität beim BBQ, Australian Football oder auch beim Dolphin Watching viele weitere nette Menschen kennlernte, konnte der Unialltag losgehen.
In der ersten Uni Woche erfuhr ich prompt, dass ca. 20% meines Studienplans so nicht gelehrt wurden wie es angekündigt war. Für mich eine große Überraschung, aber für die australischen Studenten völlig normal. Das australische Studiensystem ist nämlich anders als das deutsche. Während ich in Deutschland kaum eine Vorlesung verpassen möchte, da ich sonst nur schwierig wieder Anschluss finde, ist in Australien jeder ein bisschen mehr auf sich selbst gestellt. Viele Übungen und Praktika brachten viele Hausarbeiten mit sich, die immer wieder erledigt werden mussten. Insgesamt waren ca. 60% meiner Gesamtnoten von diesen Hausarbeiten und Berichten abhängig und nur ca. 40% von den finalen Prüfungen. Zudem sind die Module in Australien nach Jahren aufgeteilt. Da ich im sechsten Semester (drittes Jahr) war, belegte ich zwei Fächer aus dem vierten, und eins aus dem zweiten Jahr. Der Unterschied im Niveau zwischen den Fächern war deutlich zu spüren. Die Praktika aus den höheren Fächern wurden immer sehr praxisnah durchgeführt. So mussten zum Beispiel die SP1 Guidelines beachtet werden, welche nach australischem Gesetz die Bedingungen von GNSS Messungen vorschreibt. Das war für mich natürlich sehr schwierig, da ich mich immer wieder in diese Richtlinie einlesen musste, während die einheimischen Studierenden diese wie aus dem Schlaf beherrschten. Hier konnte ich mir die australische Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft anfangs sehr zunutze machen.
Der sehr große Campus der Uni liegt mitten im australischen Busch, wo man neben Flora und Fauna die australische Tierwelt erleben kann. Das machte das Lernen vor Ort immer wieder sehr angenehm. Auch das Angebot an Unisport ist sehr vielfältig, denn von Fußball über Tauchen bis Klettern ist alles dabei. Leider muss jeder Studierende sich beim Sport selbst versichern, was die Kosten für den Sport in die Höhe treibt und auch mich letztlich davon abhielt einer Fußballmannschaft beizutreten.

In den Ferien und nach dem Semester nutzte natürlich auch ich die Zeit um ein bisschen was von dem riesigen Land zu sehen und ich bereiste die gesamte Ostküste, sowie nach dem Semester noch Neuseeland und Thailand. Das bot sich für mich einfach an, da ich ein „Travel around the World“ Ticket durch ein gutes Studentenangebot sehr günstig erwerben konnte. Australien hat im wahrsten Sinne natürlich viel zu bieten. Die Wunderschönen Strände von Newcastle laden zum Surfen und Baden, sowie viele Nationalparks zum Wandern. Die einmalig vielfältige Tierwelt Australiens ist ein weiteres Highlight des Landes was unbedingt entdeckt werden möchte.

Insgesamt war das Semester in Australien für mich das Abenteuer meines Lebens. Ich durfte so viele nette Menschen aus aller Welt kennenlernen und habe dabei meine Englischkenntnisse auf akademischem Niveau verbessert. Ich habe im fachlichen wie auch im persönlichen Bereich so viel gelernt und erlebt, was mir niemand mehr nehmen kann. Auch wenn es finanziell natürlich ein großes Loch gerissen hat, bin ich dennoch froh es gemacht zu haben und empfehle es jedem.

Zum Schluss richte ich noch ein großes Dankeschön an den DVW für die finanzielle Unterstützung.

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