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	<title>Arbeitsplatz Erde</title>
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	<description>Geodäsie Info Blog</description>
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		<title>Auswertung von US-Zensusdaten in einem GIS</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 21:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Uhl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[GIS]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Zensus]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitarbeit an einem Forschungsprojekt, bei dem versucht wird Zensusdaten räumlich zu verfeinern. Zensusdaten sind sozio-ökonomische Bevölkerungsdaten aus Umfragen für sämtliche US-Haushalte. Diese liegen jedoch nur als Durchschnittswerte  bezogen auf größere geographische Einheiten vor. Dasymetrische Modellierung ist eine kartographische Technik ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin Student im Masterstudiengang Geomatics an der Hochschule Karlsruhe. Zum Abschluss meines Studiums zog es mich in die vereinigten Staaten von Amerika, um dort an einer Partnerhochschule, dem Department of Geography der University of Colorado in Boulder meine Masterthesis zu schreiben. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Labor.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Labor.jpg" alt=" " title="Im Büro mit anderen Studenten" width="512" height="340" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Während meines Studiums hatte ich mich bereits in GIS und GIS-Programmierung / -Scripting vertieft und hatte nun die Möglichkeit, meine Fähigkeiten im Bereich der Humangeographie anzuwenden. Meine Thesis trägt den Namen „Limiting and Related Variables for Dasymetric Analysis of U.S. Census Demography” und ist eingegliedert in ein Forschungsprojekt der dortigen Universität, bei dem versucht wird, die von der Regierung freigegebenen Zensusdaten, welche nur eine recht grobe räumliche Auflösung besitzen, räumlich zu verfeinern. Zensusdaten sind sozio-ökonomische Bevölkerungsdaten, die von der Regierung anhand von Umfragen für sämtliche US-Haushalte erhoben werden. Aus Datenschutzgründen werden diese jedoch lediglich als Durchschnittswerte (z.B. mittleres Einkommen) bezogen auf größere geographische Einheiten herausgegeben. Dasymetrische Modellierung ist eine kartographische Technik, mit welcher diese auf eine bestimmte geographische Einheit bezogenen Variablen verfeinert werden können, indem man Hilfsvariablen verwendet, z.B. Fernerkundungsdaten. Die bearbeiteten sozio-ökonomischen Variablen können Einkommen, Herkunft, Ethnizität oder Kinderzahl u.v.m. umfassen. Somit bekam ich durch diese Arbeit einen guten Einblick in die Arbeitsweise von Geographen sowie in die aktuellen sozio-ökonomischen Trends der US-amerikanischen Gesellschaft, was besonders aufgrund rezenter Einwanderungsströme aus Lateinamerika und der daraus resultierenden großen Hispanics-Minderheit besonders interessant ist. Es handelt sich bei meiner Thesis um eine methodologische Arbeit, die aufzeigen soll, ob und wie die geplante Verfeinerung von Zensusdaten möglich ist. Die Umsetzung erfolgte durch eine Reihe von Python-Skripten und den ArcGIS-Geoprocessing-Werkzeugen. Die Betreuung der Thesis durch zwei freundliche Professoren war hervorragend, da Fortschritte und Probleme in wöchentlichen Treffen diskutiert werden konnten.</p>
<p>Das Umfeld für die Erstellung einer Thesis war hervorragend. Die moderne Universität befindet sich in der Universitätsstadt Boulder, die 100.000 Einwohner hat und sich am Fuße der Rocky Mountains befindet. Ich arbeitete in einem GIS-Labor mit anderen Master- und PhD-Studenten im historischen Gebäude des Departments of Geography. Vom Fenster des Labors sieht man bereits die imposanten Felsformationen der Rocky Mountains. Die Nähe zum Gebirge bringt natürlich einiges an Freizeitmöglichkeiten mit sich, z.B. Skifahren im bis zu 4.000m hohen Skigebiet „Winter Park“ oder Wanderungen im Gebirgsort Aspen oder in der Nähe von Boulder. Auch für einen Kurztrip ins kalifornische San Francisco fand sich Zeit, ebenso wie ein Camping-Trip in den wüstenhaften Nachbarstaat Utah, wo sich gleich mehrere interessante Nationalparks befinden und schroffe Canyons und Tafelberge zum Wandern einladen. Nach fünfmonatiger Arbeit konnte ich schließlich die Thesis erfolgreich abschließen. Den Schlusspunkt setzte eine Abschlusspräsentation vor den betreuenden Professoren und interessierten Mitstudenten. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschluss.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschluss.jpg" alt=" " title="Meine Abschlusspräsentation" width="512" height="340" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Da nach getaner Arbeit noch 5 Wochen Zeit waren, nutzte ich die Gelegenheit für eine fünfwöchige Rucksackreise durch Mexiko und Teile Zentralamerikas, wo ich auf den Spuren der Maya unterwegs war und tolle Kolonialstädte, dichten Dschungel, aktive Vulkane und Traumstrände besuchen konnte.</p>
<p>Alles in allem bot mir dieser Auslandsaufenthalt eine tolle Möglichkeit, um mein Englisch zu verbessern, meine fachlichen Kompetenzen zu erweitern und viel über Land und Leute in Amerika zu erfahren.  Dank der kompetenten und freundlichen Betreuung an der University of Colorado kann ich einen solchen Auslandsaufenthalt zur Anfertigung einer Masterthesis nur weiterempfehlen.</p>
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		<title>SOFIA-Projekt in Zusammenarbeit mit der NASA (2)</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2011/10/sofia-projekt-in-zusammenarbeit-mit-der-nasa-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 21:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Haußmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[GPS]]></category>
		<category><![CDATA[Kalifornien]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelteleskop]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Spiegelteleskop von SOFIA besteht aus einem Primärspiegel mit 2.7 m Durchmesser, einem dem Primärspiegel gegenüberliegenden beweglichen Sekundärspiegel, sowie dem Tertiärspiegel. Primär- und Sekundärspiegel sind sammelnde Spiegel...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Teleskop-full.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Teleskop.jpg" alt=" " width="512" height="340" /></a></p>
<p><strong>Arbeiten und Leben in der Wüste</strong></p>
<p>Das Spiegelteleskop von SOFIA besteht aus einem Primärspiegel mit 2.7 m   Durchmesser, einem dem Primärspiegel gegenüberliegenden beweglichen   Sekundärspiegel, sowie dem Tertiärspiegel. Primär- und Sekundärspiegel   sind sammelnde Spiegel, der Tertiärspiegel lenkt den aufgefangenen   Lichtstrahl um 90° durch eine Röhre zum Instrument auf der andern Seite   der Druckwand. Die Dreheinrichtung des Teleskops ist in die Druckwand   eingelassen und ermöglicht eine theoretische Position zwischen 0° und   180°. Der Operationsbereich für Messungen bei geöffneter Türe liegt   jedoch nur zwischen 17° bis 68°. Die tragende Struktur des   Teleskopsbesteht aus Kohlefaserkunststoff und ist größtenteils schwarz   beschichtet. Auf dem oberen Bild sieht man den Teil hinter der Druckwand, wo ein wissenschaftliches Instrument auf das Teleskop aufgesetzt ist.</p>
<p>Von den Mitarbeitern des DSI in Palmdale wurde ich sehr herzlich aufgenommen und ich bekam viele Tipps und Hilfe für das Leben in der Wüstenstadt. Palmdale liegt ca. 100 km nördlich von Los Angeles hinter den San Gabriel Mountains am Rande der Mojave-Wüste. Eigentlich ist Palmdale mit seiner Nachbarstadt Lancaster so verwachsen, dass man nicht bemerkt, wenn man die Stadtgrenzen überquert. Insgesamt erstrecken sich beide Städte über eine Fläche von mehr als 500 km² mit knapp 300.000 Einwohnern. Palmdale und Lancaster bilden das Zentrum des Antelope Valley, einer Region, in der man nur wohnt, wenn man für die Edwards Air Force Base, die NASA oder die Luftfahrtindustrie bei Lockheed, Northrop oder Boeing arbeitet oder sich kein Haus im Großraum von Los Angeles leisten kann. Sobald man die Berge überquert wird es sehr karg und trocken. In den Sommermonaten Juni-September steigen die Temperaturen im Schnitt auf 35°C, in Rekordjahren wurden 45°C gemessen. Im Winter kann es aber auch sehr kalt werden und schneien. Unter diesen extremen Bedingungen überleben nur wenige Pflanzen und somit ist die ganze Gegend recht karg und trist. Nur im Frühjahr zieht das Antelope Valley sogar Besucher von der Küste an, wenn ein orangefarbener Blütenteppich aus kalifornischen Poppy Flowers mehrere Quadratkilometer der Wüste bedeckt. Das ganze Jahr über kann man die für die Mojave-Wüste typischen Joshua Trees bewundern. Sie benötigen extrem wenig Wasser und wachsen trotzdem knapp 8 cm im Jahr.</p>
<p>Als die GPS-Empfänger wegen Zollproblemen mit knapp einem Monat Verspätung in Palmdale ankamen, konnte ich endlich mit meinen Messungen beginnen. Das GPS-Netz sollte rund um den Hangar angelegt werden, sodass man die Netzverdichtung ins Halleninnere durch die in alle vier Himmelsrichtungen gelegenen Hallentore vornehmen konnte. Um die geforderte Netzgenauigkeit zu erzielen, verblieben die beiden GPS-Empfänger stets 24 h auf ihrem jeweiligen Standpunkt. Das größte Problem während der GPS-Messungen bereitete der starke Wind, der im Herbst mit Böen bis zu 50-60 km/h durch die Wüste fegt. Das einzige Mittel dagegen war, die Stativbeine an beschwerenden Säcken festzubinden oder bei einem aufziehenden Sturm die Messung frühzeitig abzubrechen.</p>
<p>Zum Transport meiner Ausrüstung wurde mir ein Golf-Kart zur Verfügung gestellt, mit dem ich durch die Wüste fahren durfte. Mein Gefährt war für den harten Wüstenboden allerdings nicht wirklich geeignet und während starken Regenfällen kurz vor Weihnachten blieb ich in regelmäßigen Abständen stecken. Dank der Hilfe der netten NASA-Mitarbeiter, konnte ich aber immer schnell wieder befreit werden. Neben wettertechnischen Problemen lauerten während meinen Messungen noch weitere Gefahren. In der Mojave-Wüste sind neben süßen Hasen und Erdhörnchen auch gefährliche Klapperschlangen, braune Witwen und Coyoten beheimatet. Zum Glück blieb mir eine Begegnung mit Schlangen und Spinnen erspart. Nur einmal erschreckte mich ein Coyote, der sich aber gleich wieder aus dem Staub machte, als er mich erblickte. Nach der Ausgleichung des GPS-Netzes und der Einpassung ins WGS84-Netz folgte die Netzverdichtung mittels Theodolit. Diese Messungen waren wieder stark wetterabhängig. Hauptsächlich behinderten starke Windböen und Refraktion auf Grund der starken Sonneneinstrahlung ein zügiges Vorankommen. Das Ergebnis des Gesamtnetzes lag schließlich Ende Februar vor.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Beratung-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Beratung-small.jpg" alt="Beratungsgespräche auf dem Vorfeld" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Hangar-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Hangar-small.jpg" alt="Schwer bepackt vor dem Hangar der NASA" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Vorfeld-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Vorfeld-small.jpg" alt="Messung auf dem Vorfeld mit SOFIA im Hintergrund" width="135" height="135" /></a></p>
<p>Der schwierigste Teil meiner Diplomarbeit folgte zum Schluss: die  Orientierungsbestimmung des Teleskops auf der Grundlage des  Festpunktfeldes. Da es sich bei SOFIA um ein so einzigartiges Projekt  handelt, ist jeder Tag äußerst kostbar und schon Monate lang im Voraus  geplant. Zahlreiche Wissenschaftler warten Jahre darauf, um ihr  Instrument an das SOFIA-Teleskop zu hängen und erste spektakuläre  Messergebnisse zu bekommen. So war es auch als ein Team aus Köln mit dem  German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies (GREAT) in  Palmdale zu ihren ersten wissenschaftlichen Flügen eintraf. Da musste  ich mit meiner Diplomarbeit natürlich erst mal hinten anstehen, und  warten bis das GREAT-Team wieder abgereist war. Außerdem drohte im März  und April der „Government Shutdown“, was das Stilllegen sämtlicher  US-amerikanischer Behörden also auch der NASA bedeutet hätte. Zum Glück  wurde der Shutdown so lange aufgeschoben, bis sich die amerikanische  Regierung auf einen neuen Haushaltsetat einigen konnte. Dennoch war es  auch zu dieser Zeit schwer, das Flugzeug für einige Stunden zu bekommen,  weil alle etwas nervös waren und wichtigere Dinge vorher noch  abgeschlossen werden mussten. Anfang Mai bekam ich endlich die Chance  eine Orientierungsbestimmung des Teleskops durchzuführen. Ich verwendete  4 Nieten auf der Teleskopstruktur als identische Punkte, um Transformationsparameter  vom lokalen Teleskopkoordinatensystem ins globale UTM-Koordinatensystem  zu definieren. Mit Hilfe der Transformationsparameter ließ sich nun  jeder beliebige Punkt auf dem Teleskop ins UTM-Koordinatensystem  überführen. Das Ergebnis meiner Diplomarbeit ist letztendlich ein  einfaches Verfahren zur Bestimmung eines dreidimensionalen Vektors der  zwischen den Mittelpunkten von Primärspiegel und Sekundärspiegel  aufgespannt wird. Mit Hilfe dieses Vektors kann die Ausrichtung des  Teleskops relativ zu geographisch Nord bestimmt und die Kreisel des  Teleskops initialisiert werden.</p>
<p>Neben der Arbeit und den Messungen war stets die Mittagspause ein Highlight des Tages. So konnte man wenigstens für eine Stunde den fensterlosen und im Winter wie Sommer eisgekühlten Großraumbüros entfliehen. Der Hangar in Palmdale diente im zweiten Weltkrieg dem Bau der U-2-Bomber und wurde aus Angst vor Spionage komplett ohne Fenster gebaut. Außerdem braucht es der Durchschnittsamerikaner stets stark klimatisiert, ob bei der Arbeit, im Auto oder beim Einkaufen. Auch die Restaurants sind für deutsche Verhältnisse eher etwas frisch und so wurden wir von vielen Bedienungen komisch angeschaut, da wir meist bei angenehmen 20-25°C die sonst so verlassenen Tische im Freien benutzen. Leider freut man sich nach einem halben Jahr Palmdale nicht mal mehr über die Mittagspause, da man Buffets, Burger mit Pommes, asiatisches oder mexikanisches Essen nicht mehr sehen kann. Das soll nicht heißen, dass es in Kalifornien kein gutes Essen gibt. Die Supermärkte sind voll mit frischem Obst und Gemüse, nur leider wissen viele nicht, wie man es lecker zubereitet. Als Vegetarier wäre man in Palmdale sowieso verloren. Anders sieht es da 100 km weiter an der Küste aus, hier gibt es ideenreiche Salate und frische Gerichte mit allem, was der Pazifik an Meerestieren hervorbringt.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Riesenrad-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Riesenrad-small.jpg" alt="Riesenrad am Santa Monica Pier" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Gehry-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Gehry-small.jpg" alt="Walt Disney Concert Hall in Downtown L.A." width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Griffith-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Griffith-small.jpg" alt="Ausblick auf Los Angeles vom Griffith Observatorium" width="135" height="135" /></a></p>
<p>Neben der tollen Arbeit blieb natürlich auch Zeit für andere Dinge. Am Wochenende fuhren wir oft ins ca. 1 Stunde entfernte Santa Monica oder nach Los Angeles. Das Wetter verwöhnte uns fast den ganzen Winter über mit Sonne und so waren auch Strandbesuche keine Seltenheit. Rund um die Pier von Santa Monica tummeln sich am Wochenende neben Touristen auch Einheimische, die sich am Strand entspannen und ihre Bräune pflegen. Auch ein Besuch auf dem berühmten Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard durfte natürlich nicht fehlen. In Downtown Los Angeles beeindrucken besonders die glänzenden Fassaden der Wolkenkratzer und Bürogebäude. Hier trifft man neben Geschäftsleuten viele schräge Gestalten, die einem ein paar Dollar abschwatzen wollen. Das wohl futuristischste Gebäude auf einem Hügel von Downtown Los Angeles ist die Walt Disney Concert Hall. Sie wurde 2003 von Frank O. Gehry entworfen und zählt, wegen ihrer Architektur und Akustik zu den bedeutendsten Konzerthallen der Welt. Die schönste Aussicht auf Los Angeles hat man vom Griffith Observatorium im Norden von Hollywood. Besonders in den Abendstunden, wenn sich der Dunst über der Stadt hebt und Millionen Lichter angehen, kann man den atemberaubenden Blick über die Metropole genießen.</p>
<p>Zum Schluss freute ich mich zwar sehr auf zu Hause, dennoch viel der Abschied schwer. Die hilfsbereiten Mitarbeiter des DSI waren mir über die lange Zeit sehr ans Herz gewachsen und auch ein paar nette amerikanische Kollegen vermisse ich jetzt schon. Ich werde mich noch lange an die vielen schönen Momente und Erfahrungen erinnern, die ich während des halben Jahres gemacht habe.</p>
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		<title>SOFIA-Projekt in Zusammenarbeit mit der NASA (1)</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 20:19:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Haußmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
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		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelteleskop]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe an einem Projekt zwischen dem DLR und der NASA mitgearbeitet. Meine Aufgabe bestand in der Anlage eines Festpunktfeldes und in einer Prozedur zur Orientierung relativ zu geographisch Nord für das Teleskop für Nicht-Geodäten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte die einmalige Chance während meiner Diplomarbeit mit dem Titel „Orientierungsbestimmung für das SOFIA-Teleskop“ für ein halbes Jahr in die USA zu gehen und an einem wissenschaftlichen Projekt der NASA mitzuarbeiten. Dabei konnte ich außerdem viele schöne Eindrücke und Erfahrungen sammeln und Land und Leute kennenlernen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschied.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschied.jpg" alt=" " width="512" height="340" /></a></p>
<p><strong>Vorbereitungen</strong></p>
<p>Im Frühling 2010 entdeckte ich am Schwarzen Brett des Instituts für Ingenieurgeodäsie der Universität Stuttgart einen Aushang für eine Diplomarbeit, bei der es darum ging, die Orientierung für das SOFIA-Teleskop zu bestimmen. Zunächst konnte ich damit nichts anfangen, aber die Abschnitte „in Kooperation mit der NASA“ und „ein Teil der Arbeit ist in den USA durchzuführen“ weckten meine Neugierde. Schon während meines Studiums spielte ich immer mit dem Gedanken für eine Weile ins Ausland zu gehen, also sah ich diese Diplomarbeit als meine letzte Chance vor dem Einstieg ins Berufsleben.</p>
<p>SOFIA, das Stratosphären Observatorium für Infrarotastronomie, ist ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR), des Deutschen SOFIA Instituts (DSI)  und der US-amerikanischen National Aeronautics and Space Administration (NASA). Bei der fliegenden Sternwarte handelt es sich um eine umgebaute Boeing 747SP, in die ein Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 2.7 m eingebaut wurde. Das Teleskop kann verschiedene wissenschaftliche Instrumente tragen und gelangt durch das Flugzeug auf eine Höhe von 13-14 km, wo nahezu kein störendender Wasserdampf der Atmosphäre die Infrarotstrahlung abschwächt.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Stau-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Stau.jpg" alt="Messung auf dem Vorfeld von SOFIA" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Nacht-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Nacht-small.jpg" alt="Mit anderen Studenten bei nächtlichen Aufzeichnungen von SOFIA" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Theo-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Theo-small.jpg" alt="Netzverdichtung mit dem Theodolit" width="135" height="135" /></a></p>
<p>Die Boeing 747SP ist in der Regel in einem Hangar der NASA in Palmdale, Kalifornien untergebracht. Um die Orientierung des Teleskops und der eingebauten Kreisel ohne Hilfe der Sterne bestimmen zu können, sollte ich im Rahmen der Diplomarbeit ein Festpunktfeld mit globalen Koordinaten um und vor allem im Hangar anlegen. Außerdem bestand meine Aufgabe darin eine Prozedur zu entwickeln, die es nicht-geodätisch geschultem Personal ermöglicht die Orientierung des Teleskops relativ zu geographisch Nord selbstständig zu bestimmen. Noch in Deutschland begann ich ein Konzept für das Festpunktfeld zu entwickeln und die GPS-Empfänger auszuprobieren. Da im näheren Umfeld des NASA-Geländes in Palmdale leider keine hochgenauen, bekannten Festpunkte vorhanden waren, musste zunächst ein Netz mittels statischem GPS um den Hangar herum angelegt werden.<br />
Neben der Planung und Simulation der ersten Messungen in Palmdale galt es noch einiges für den halbjährigen Aufenthalt in den USA zu organisieren. Ein Visum zu bekommen und einen günstigen Flug zu buchen, stellte dabei das kleinste Problem dar. Großes Kopfzerbrechen bereitete mir neben der Finanzierung vor allem die Suche einer Unterkunft und eines Autos. Hilfe bekam ich von einer Studentin, die ebenfalls ihre Diplomarbeit in Palmdale geschrieben hatte. Sie nahm mir gleich die Illusion, ich könnte in Amerika Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Da sich Palmdale, wie die meisten Städte an der amerikanischen Westküste über eine riesige Fläche erstreckt und es nur einige wenige Buslinien gibt, ist es dort nahezu unmöglich sich ohne Auto fortzubewegen oder einen Supermarkt zu erreichen. Ich hatte schließlich das Glück ein Auto günstig von einem ehemaligen Mitarbeiter der NASA zu mieten. So war zumindest das Problem der Fortbewegung vor meinem Abflug geklärt. Offen blieb die Zimmersuche, die ich vor Ort in Angriff nehmen wollte.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Golf-full.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Golf-full.jpg" alt=" " width="511" height="384" /></a></p>
<p>Am 25. Oktober 2010 war alles für das große Abenteuer bereit. Ich flog von Stuttgart über London nach Los Angeles. Gerade angekommen bekam ich gleich meinen neuen, zuverlässigen Begleiter, einen Buick Regal Baujahr 1999 und durfte mich als erstes an das Verkehrssystem und die amerikanische Fahrweise gewöhnen. Zwar sind die Geschwindigkeiten mit maximal 70 Meilen/h (113 km/h) auf den Highways deutlich geringer im Vergleich zu Deutschland, allerdings scheinen viele kalifornische Autofahrer nicht zu wissen, dass sie einen Blinker besitzen und wechseln die Spuren ohne Vorwarnung. Anfangs hatte ich auch mit den zahlreichen Fahrspuren zu kämpfen, da man um eine Ausfahrt zu erwischen manchmal fünf bis sechs Spuren in ein paar Sekunden wechseln musste. Nach wenigen Tagen allerdings wurde es schnell zur Routine und ich stellte fest, dass das kalifornische System auch seine Vorteile hat und man viel entspannter Reisen kann. So gibt es zum Beispiel kaum Drängler auf den Highways und es werden immer Lücken zum Einordnen gelassen. Außerdem gibt es die Regeln, dass man sowohl links als auch rechts überholen und an fast allen Ampeln bei rot rechts abbiegen darf. Die beste Einrichtung ist meiner Meinung nach die „Carpool Lane“, eine Fahrspur, die nur Autos mit mindestens zwei Fahrgästen verwenden dürfen. Sie soll die Amerikaner zur Gründung von Fahrgemeinschaften ermuntern, um dem täglichen Verkehrschaos im Großraum von Los Angeles zu entgehen.</p>
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		<title>Messen zwischen Fikapaus und Elchgebein</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2011/06/messen-zwischen-fikapaus-und-elchgebein/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 09:08:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah-Samanta Will</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Deformationsmessung]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Praktikum in Schweden habe ich bei hochgenauen Deformations-messungen durch den Bau einer Autobahn-brücke und beim zweispurigen Ausbau der Eisenbahn mitgearbeitet.
 Jetzt bin ich mir sicher, dass ich nach meiner Masterarbeit nach Schweden auswandere.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-GPS-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-GPS-teaser.jpg" alt=" " title="Messungen an den neuen Festpunkten mit GPS" width="512" height="270" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Schweden – das Land unendlicher Wälder oder auch einfach Natur pur. Seit langem ist es mein Traum in diesem Land als Vermessungsingenieurin zu arbeiten und zu leben. Durch mein Jahr als Au Pair in Schweden und zahlreiche Sprachkurse mache ich mir keine Sorgen um die Sprachprobleme. Doch wie setze ich am besten einen Fuß ins Land der Elche, Wikinger und Knäckebrote? Wie lerne ich Land und Leute, sowie Arbeitsweisen und Fachbegriffe am besten kennen? Und wie integriere ich es ins Studium? Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten: ein Auslandssemester, eine Abschlussarbeit oder auch – über ein Praktikum – der direkte Start ins Arbeitsleben. Um mit möglichst realistischen Verhältnissen die verschiedenen Situationen kennenzulernen entschied ich mich für ein Praktikum.</p>
<p>Die Möglichkeit in einem Ferienhaus von Verwandten zu übernachten, begrenzte meine Suche nach Firmen auf die kleine Hafenstadt Varberg südlich von Göteborg. Da in Schweden Praktika eher selten sind und viel Wert auf eine schwedische Grundausbildung gelegt wird, erhielt ich beim schwedischen Katasteramt Lantmäteriet schnell eine Absage. Bei der Vermessungsfirma Geoiden Mätteknik AB hatte ich aber mehr Erfolg. Nach einem kurzen und unkomplizierten Anruf beim Chef Bengt Eliasson abends um 20:30 Uhr hatte ich den Praktikumsplatz sicher. Mein sechswöchiges Praktikum sollte im Frühjahr 2011 zwischen meinen letzten Klausuren und dem Beginn meiner Masterarbeit stattfinden. In dieser Zeit würde ich viele unterschiedliche Messprojekte sehen. Diese umfassen Maschinensteuerung mit GPS, Nivellementmessungen zur Kontrolle von Bodensenkungen, unterschiedliche Messungen im Straßen- und Eisenbahnbau, sowie Laserscanning und Totalstationsmessungen im Tunnelbau. Es versprach eine aufregende und lehrreiche Zeit zu werden.</p>
<p><strong>Pausenhofgestaltung einer Schule</strong><br />
Dann war es endlich so weit. Mein erster Tag als deutsche Praktikantin in Schweden, der morgens um 07:00 Uhr beginnt. Das frühe Aufstehen ist kein Problem, doch musste ich mich daran gewöhnen eine 50 bis 140 km lange Anfahrt einzuplanen. Diese Entfernungen sind in Schweden – und auch allgemein in Skandinavien – vollkommen normal. Am besagten ersten Tag wurde ich mit neuer Arbeitskleidung ausgestattet, beim schwedischen Finanzamt skatteverket angemeldet und Robban vorgestellt, mit dem ich die ersten eineinhalb Wochen verbringen sollte.</p>
<p>In der folgenden ersten Woche waren Robban und ich unter anderem an einer Schule, dessen kompletter Schulhof neugestaltet wurde. Für die anstehenden Asphaltarbeiten sollten Straßenkanten abgesteckt werden. Die Absteckung der Asphaltkanten haben wir mit einer Trimble Totalstation durchgeführt. Nahezu alle Vermessungen während meines Praktikums wurden mit einer Ein-Mann-Station durchgeführt. Da in Schweden nur wenige Geodäsie studieren und Vermessungspersonal knapp ist, muss das Arbeitspotential optimal ausgenutzt werden. Mir wurden die Instrumente und das Programm GeoPAD auf dem Controller gezeigt, welches eines der weit verbreitesten Vermessungsprogramme in Schweden ist. Alle gemessenen Daten können leicht auf den PC gespielt werden und in Geo weiterverarbeitet werden. Ein entsprechendes Programm für die Maschinensteuerung ist GeoROG. Eine in GeoPAD geladene Koordinatendatei zeigt die abzusteckenden Asphaltkanten. Die Position des Prismastabes wird mit der Totalstation ermittelt und über die Straßenkante geführt. Mit Sprayfarbe gekennzeichnet können die Asphaltarbeiten beginnen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Niv-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Niv-small.jpg" alt="Nivellement in Göteborg" title="Nivellement in Göteborg" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Krabban-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Krabban-small.jpg" alt="Gleismessung mit KRAB" title="Gleismessung mit KRAB" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Auto-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Auto-small.jpg" alt="Schön schmutziges Vermessungsfahrzeug" title="Schön schmutziges Vermessungsfahrzeug" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p><strong>Senkungsverdacht im zentralen Göteborg</strong><br />
Bereits in den ersten Tagen wurde mir klar, dass sich der Tagesablauf in Schweden im Vergleich zu dem in Deutschland sehr unterscheidet. In Schweden wird allgemein die Meinung vertreten, dass ein Mensch höchstens 3 Stunden effektiv arbeiten kann. Alle 2 – 3 Stunden wird daher eine Pause eingelegt. Wird um 07:00 Uhr begonnen zu arbeiten, gibt es um 09:00 Uhr eine halbe Stunde die sogenannte fikapaus und gegen 12:00 Uhr dann Mittag. Um 15:00 Uhr wird nochmal eine fikapaus eingelegt und um 17:00 Uhr ist dann meistens Feierabend. Fikapaus bedeutet so viel wie Kaffee trinken. Überall im Land wird dabei Kaffee oder Tee getrunken und Brot mit salziger Butter und unterschiedlichstem Belag gegessen. Dieser Tagesablauf ist in Schweden weitverbreitet und man kann sich wirklich daran gewöhnen.<br />
In Woche zwei sollte es dann in die zweitgrößte Stadt Schwedens gehen. Hier wird mitten in der Innenstadt eine neue Autobahnbrücke mit diversen Ab- und Auffahrten gebaut. Da dieses Projekt mitten in einem Wohngebiet gelegen ist, sollen die umstehenden Wohngebäude genauestens auf eventuelle Senkungen durch den Brückenbau überwacht werden. Mittels Nivellement wird monatlich kontrolliert, ob Senkungen der Gebäude stattgefunden haben. Für einige dieser Schleifen brauchte Magnus meine Hilfe. Ausgestattet mit einer 3 m-Latte und einem Digitalnivellier von Leica ging es dann quer durch Göteborg und ich konnte sogar meinen ersten Vermessungspunkt in schwedischen Asphalt schlagen. Da wir beide seit längerem nicht mehr nivelliert hatten, waren wir uns nicht sicher, ob unsere Ergebnisse überhaupt brauchbar waren, aber ein Schleifenschlussfehler von 0,23 mm machte uns dann doch stolz. </p>
<p><strong>Eine Krabbe auf den Gleisen</strong><br />
Magnus ist nicht nur fürs Nivellieren zuständig, sondern arbeitet überwiegend mit der KRAB. „KRABBAN“, wie wir die Aluminiumdraisine zur Gleisvermessung nannten, bedeutet Krabbe und macht ihrem Namen alle Ehre. Mittels verschiedener mechanischer Messgeber können unterschiedliche Messgrößen, wie die Schienenmitte und -breite, der Höhenunterschied der Schienen zueinander oder deren Schiefe bestimmt werden. Aber auch eine Längenmessung in Bezug auf den Anfangspunkt wird mittels Odometer ermittelt. Diese Art Draisine wird in Schrittgeschwindigkeit über die Schienen geschoben. Da der Zugverkehr hierfür nicht extra gestoppt wird, geht ein Zugwarner parallel mit, so dass sich der Vermesser nur auf die Messung konzentrieren kann. Kommt ein Zug muss die Krabbe möglichst ruhig von den Gleisen gehoben werden und ein Sicherheitsabstand zum vorbeifahrenden Zug von 5 m sollte eingehalten werden. Ist der Zug vorbei kann die Messung weitergehen. Da die Messungen nur im Meterbereich genau sein müssen, muss die Absetzposition nicht markiert werden und es wird lediglich versucht an ungefähr gleicher Stelle weiterzumessen.<br />
In Schweden wird der noch einspurige Bahnverkehr langsam auf das zweispurige System umgestellt. Dies zieht viele Gleisbauprojekte in ganz Schweden nach sich. Um den Untergrund für die zweite Spur, der überwiegend aus weichem Lehm besteht, nördlich von Göteborg zu stabilisieren, werden Kalk-Zement-Säulen bis zu 15 m in den Boden gebohrt. Da diese Arbeiten überwiegend neben den bereits befindlichen Spuren durchgeführt werden, sind diese hiervon stark beeinträchtigt. Veränderungen der Schienenlage im cm-Bereich können einen Zug bereits zum Entgleisen bringen.<br />
Bei meiner ersten KRAB-Messung bin ich nebenher gegangen und Magnus hat KRABBAN bedient. Ich sollte mich zunächst an den Schotter gewöhnen, auf dem gelaufen werden musste, und wenn ein Zug kommt mithelfen das Gerät von den Schienen zu heben. Nach einer eingehenden Einweisung zum Verhalten im Schienengebiet, konnte es dann auch losgehen. Die Aufregung des ersten vorbeikommenden Zuges wurde dadurch verstärkt, dass wir gerade 2 m auf einer Brücke waren, als der Zugwarner rief: „Zug!“. Allerdings konnte man auf dieser einspurig geführten Brücke nicht einfach zur Seite gehen und der Weg zurück war auch ausgeschlossen. Daher mussten wir uns beeilen die 50 m Brücke rechtzeitig hinter uns zu bringen, bevor der Zug sie erreicht. Nur wenige Sekunden nachdem wir die Krabbe von den Schienen gehoben hatten, fuhr der Zug mit ca. 100 km/h an uns vorbei.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Tunnel-ich-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Tunnel-ich-small.jpg" alt="Ich bei Vermessungsarbeiten im Tunnel" title="Ich bei Vermessungsarbeiten im Tunnel" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-small.jpg" alt="Messgebiet Såden" title="Messgebiet Såden" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-Norden-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-Norden-small.jpg" alt="Messgebiet im Norden" title="Messgebiet im Norden" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p><strong>Tunnelbesuch und Geländemodell</strong><br />
Die Tage vor und nach Ostern waren etwas ruhiger, aber nicht weniger spektakulär. Bei ein zwei Besuchen in Göteborg lernte ich Peter und Barbora kennen. Barbora hatte ihren Master in Geodäsie in Tschechien gemacht und war vor sechs Jahren nach Schweden ausgewandert. Von ihr bekam ich bezüglich Auswanderung nach Schweden viele Tipps und auch zu den Arbeitsbedingungen konnte sie mir viel erzählen. Das Beste an dem Besuch bei Barbora war allerdings ihr Projekt. Sie betreut seit fast drei Jahren den Bau eines Abwassertunnels in einem kleinen Vorort östlich von Göteborg. Dieser Tunnel wurde in den Fels gesprengt, war fast 10 km lang, 4 m hoch und nur 3 m breit. Dies ist die kleinstmögliche Größe eines Tunnels, da bei geringerer Größe die Maschinen nicht mehr hineinpassen. Mit einem alten Militärjeep  ging es dann hinab durch einen halben Meter Schlamm und Wasser. Für die Messungen untertage verwendet Barbora sogenannte Unikonsolen mit denen Sie die Totalstation an der Tunnelwand befestigen kann. Messprismen werden mit Hilfe von Gewindepunkten ebenfalls an den Wänden angebracht. Damit die Punkte in der Dunkelheit wieder auffindbar sind, werden sie farbenfroh markiert.<br />
Apropos farbenfrohe Markierungen: über das Osterwochenende bekam ich dann Besuch von meinem Verlobten und meinem Vater mit seiner Frau. Um ihnen zeigen zu können womit ich arbeite und auch um weitere praktische Erfahrungen zu sammeln, fragte ich Bengt, ob es möglich wäre ein Geländemodell vom Grundstück zu erstellen. Er fand das es eine gute Idee war und ich bekam sämtliche Ausrüstung über die Feiertage mit nach Hause, um dort die Messungen zu erledigen. Ich plante die gesamte Messung selbst und lies dies von Bengt überprüfen. Mittels SWEPOS, dem schwedischen Satellitenpositionierungsdienst, und einer Leica GPS-RTK Ausrüstung bestimmte ich die Koordinaten von vier Festpunkten um sie später zur Orientierung der Totalstation zu nutzen. Mit insgesamt vier Standpunkten und einer Leica-Totalstation der neuen Viva-Serie konnte ich eine topographische Landesaufnahme des Grundstückes realisieren. Sowohl die Totalstation, als auch die GPS-Instrumente nutzen das Programm Geo zur Verarbeitung der Messdaten, welches ich bereits in meinen ersten Tagen kennenlernte. Zur Bearbeitung der gemessenen Daten und zur Erstellung eines Geländemodells bekam ich eine Demolizenz des Programmes zur Verfügung gestellt. Zusätzlich nahm ich zusammen mit anderen Geonutzern an einem Fortgeschrittenenkurs zur Volumenberechnung in Geo teil, welche Bengt zur Weiterbildung von Vermessern anbietet. Mit diesem Wissen konnte ich anschließend ein Geländemodell des Grundstückes modellieren. Zur besseren Visualisierung habe ich für meine Bekannten einmal die Gebäude hinzugefügt.</p>
<p><strong>Großprojekt zweispurige Eisenbahn</strong><br />
Und schon waren die ersten vier Wochen meines Praktikums um. Ich hatte bereits eine Menge gesehen, durfte vieles eigenständig messen und habe eine Menge gelernt. Doch in den letzten beiden Wochen konnte ich ganz besonders das richtige Leben eines schwedischen Vermessers kennenlernen. Wie schon erwähnt wird in einem großen Projekt das einspurige Eisenbahnnetz in Schweden erweitert. So auch ca. 40 km nördlich von Göteborg. Während der ganzen Bauarbeiten sollte nun ein Festpunktnetz aufgestellt werden, welches für spätere Messungen der Bahn zur Verfügung stehen soll. Mit meinem neuen Kollegen Peter und Magnus, mit dem ich bereits mit der Krabbe gemessen hatte, konnte ich dieses Projekt von Anfang an begleiten. Es handelte sich dabei um eine etwa 4 km lange Bahnstrecke, welche auf zwei Spuren umgebaut oder zum Teil sogar verlegt werden sollte. Wir fingen am ersten Tag an bereits bestehende Festpunkte im ganzen Gebiet zu erkunden und diejenigen auszuwählen, welche als Anschlusspunkte für die neuen Messungen geeignet waren und welche nicht. Im Fundament der Stromleitungsmasten sollten Messpunkte angebracht werden, über welche wir uns später zum Messen mit einer Totalstation per Zwangszentrierung aufstellen würden. Diese Messpunktstandorte mussten genauestens erkundet werden. Zum Einen durften sie maximal 250 m vom nächsten entfernt sein und zum Anderen mussten im Vor- und im Rückblick jeweils mindestens zwei weitere Messpunkte sichtbar sein. Allein diese Erkundung dauerte vier Tage. Anschließend begannen wir mit den Markierungsarbeiten und während wir den Bahnschienen entlang gingen stolperte ich fast über einen Elch. Zu meiner Verwunderung hatte ich mir zuvor nie Gedanken gemacht, dass es auch zu Wildunfällen im Zugverkehr kommen kann.<br />
Als wir bereits einen Tag Messingstangen in die Fundamente gebaut hatten, wurden all unsere Vorarbeiten am zweiten Tag der Markierungsarbeiten zunichte gemacht. Während unserer tatkräftigen Arbeit im Norden, hatten die Elektriker im Süden begonnen Elektrikschränke zu installieren, sodass komplette Sichten verbaut wurden. Fast unsere gesamte Arbeit der letzten Woche war somit hinfällig. Wir begannen von vorne unsere Sichten und bereits markierten Punkte zu überprüfen. Unterdessen neigte sich die Zeit meines Praktikums dem Ende zu und ich entschied meinen Aufenthalt um einige Tage zu verlängern, um noch mit den Messungen beginnen zu können. Wir markierten dann zunächst die erste Hälfte der Gesamtstrecke fertig und konnten am letzten Tag meines Schwedenaufenthaltes mit dem Messen anfangen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-Totalstation-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-Totalstation-teaser.jpg" alt=" " title="Messungen an den neuen Festpunkten mit Totalstation" width="512" height="270" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p><strong>Was habe ich gelernt?</strong><br />
In meiner gesamten Zeit in Schweden habe ich sowohl meine praktischen Kenntnisse im Umgang mit einer Totalstation oder einer GPS-RTK-Ausrüstung vertieft, mit einer spezifischen Messdatensoftware  gearbeitet und sogar einen Kurs dafür besucht. Ich habe die Arbeitsweise im Bahnverkehr kennengelernt, meine Sprachkenntnisse erweitert und gesehen wie große Baumaschinen mit meinen Messungen mm genau eine Straße bauen. Aber das allerwichtigste ist, dass ich eine Menge sehr netter Menschen kennengelernt habe und ich mir nun umso mehr sicher sein kann, dass ein Leben in Schweden für mich unabdingbar ist.</p>
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		<title>Dreimonatiges Praktikum im Land Administration Project in Accra (Ghana)</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2011/06/dreimonatiges-praktikum-bei-gfagci-in-accra-ghana/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 20:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna Hutter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grund & Boden]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Geodatenbank]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Kataster]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war in Ghana beim "Land Administration Project" tätig. Dort werden die Grenzen zwischen traditionellen Stammesgebieten vermessen, ein Kataster eingeführt und ein neues geodätisches Referenznetz für Ghana aufgebaut und sowie eine landesweite Geodatenbank eingerichtet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach sieben Semestern Studium and der TU München und mehreren Praktika hat mich im vergangenen Sommer das Interesse an der Arbeit jenseits der bekannten europäischen Standards zu einem Praktikum nach Ghana geführt. Dazu kam Neugierde auf ein mir unbekanntes Land und auf mir unbekannte Vermessungskollegen. Mein Interesse hat sich gelohnt!</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Accra-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Accra-full.jpg" alt=" " title="Stadtviertel von Accra mit dem Regierungssitz (Osu Castle)" width="512" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Ghana, die frühere Goldküste Westafrikas, erlangte 1957 als erste der afrikanischen Kolonien südlich der Sahara die Unabhängigkeit von Großbritannien. Obwohl die Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit durch mehrere Militärputsche geprägt waren, verlief die jüngere Geschichte des Lands weitgehend friedlich und Ghana gilt heute in der Region als politisch stabil und vergleichsweise wohlhabend. Ghana ist reich an Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Holz. Traditionelle Strukturen haben sich bis heute in Familie und Gesellschaft erhalten. So spielen auch auf politischer Ebene die traditionellen Stammeshäuptlinge, die Chiefs, eine wichtige Rolle. Vor allem in den ländlichen Gebieten sind sie Macht- und Entscheidungsträger. Als solche haben sie auch großen Einfluss auf Entscheidungen, die die Landverteilung und Bodenverwaltung betreffen. Gleichzeitig bestehen staatliche Institutionen, die formal ebenfalls für diese Fragen zuständig sind. Es entsteht ein Nebeneinander von traditionellen Strukturen und meist schwächerer staatlicher Verwaltung. Daraus resultieren vielfältige Probleme wie Mehrfachverkäufe von Land, unklare Grenzverläufe und Landkonflikte. Zusätzlich steht das Land vor Herausforderungen wie denen einer wachsenden Bevölkerung, Urbanisierung und steigenden Grundstückspreisen. Vor diesem Hintergrund haben der Staat und internationale Geber 2003 das ‚Land Administration Project‘ ins Leben gerufen. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Kollegen-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Kollegen-small.jpg" alt="Arbeitskollegen" title="Arbeitskollegen" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Osu-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Osu-small.jpg" alt="Osu, das Viertel von Accra, in dem wir gearbeitet haben" title="Osu, das Viertel von Accra, in dem wir gearbeitet haben" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Feldbesuch-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Feldbesuch-small.jpg" alt="Feldbesuch" title="Feldbesuch" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Das Projekt soll den gesamten Bereich der Landverteilungs- und Bodenpolitik neu strukturieren. Eines der konkreten Ziele des Projekts ist, die staatliche Bodengesetzgebung und das traditionelle Recht der Clansysteme einander anzupassen. Die Verwaltung soll reformiert, ein Kataster aufgebaut und die Prozesse zur Registrierung von Grundstücken vereinfacht werden.<br />
Für den Bereich der Vermessung ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben, die während meines Aufenthalts ausgeführt wurden: Die Vermessung der Grenzen zwischen traditionellen Stammesgebieten einerseits, sowie andererseits die systematische Vermessung und Erhebung von Eigentümerdaten von Grundstücken in der Stadt. Außerdem wird ein neues geodätisches Referenznetz für Ghana aufgebaut und eine landesweite Geodatenbank eingerichtet.</p>
<p>Die drei Monate in Ghana waren für mich in zwei Phasen geteilt: Die ersten Wochen habe ich überwiegend im Büro der von GFA und GCI überwachten Consultants verbracht, welche die Vermessungsaufgaben durchführen. Während dieser Zeit konnte ich einen guten Einblick in das Projekt, die Rechtssituation und den Ablauf der Reformen, Erfolge und Schwierigkeiten, gewinnen. Zudem hatte ich die Möglichkeit, an Konferenzen, Treffen und Feldbesuchen teilzunehmen. Außerdem konnte ich an mehreren Tagen das „Survey Department“ in Accra, also das Landesvermessungsamt, und seine verschiedenen Abteilungen kennenlernen. Die dortigen Strukturen haben auf mich sehr ineffizient gewirkt und die technische Ausstattung ist veraltet. Mir ist aufgefallen, wie wichtig die Reformen sind, damit mehr Menschen ihren Landbesitz zu erträglichen Kosten registrieren lassen können.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Arbeit2-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Arbeit2-small.jpg" alt="Bei der Arbeit" title="Bei der Arbeit" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Elmina-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Elmina-small.jpg" alt="Elmina" title="Elmina" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Referenzstation-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Referenzstation-small.jpg" alt="Referenzstation" title="Referenzstation" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Nachdem im Mai die Feldarbeiten in Accra begonnen hatten, konnte ich mich in den weiteren Wochen an der praktischen Durchführung des Projekts beteiligen. In dieser Phase des Projekts wurden die Arbeiten zum Testen der Abläufe in einzelnen Pilotprojekten von privaten Vermessungsbüros durchgeführt. Ich begleitete die Arbeit einer Firma, die damit beauftragt war, in Osu, einem zentralen älteren Stadtteil von Accra, systematisch alle Grundstücke zu erfassen. Dabei wurden die Grundstücke und Gebäude zunächst unter Mitverwendung von existierenden alten Karten und Luftbildern mit GPS-Empfängern im RTK-Modus vermessen. Außerdem wurde für jedes Grundstück eine Bestandsaufnahme gemacht. Es wurden Gebäudeanzahl, Baumaterialien und Infrastruktur wie Wasserzugang und sanitäre Anlagen, Stromversorgung und Telefonanschluss erfasst. Eine dritte Gruppe hat sich mit den rechtlichen Verhältnissen beschäftigt: Wer ist Eigentümer und wie lässt sich das nachweisen? Die wenigsten Grundstücke waren bereits registriert. Durch das systematische Vorgehen von Grundstück zu Grundstück sollte der Registrierungsprozess beschleunigt und vereinfacht werden. Alle gesammelten Daten wurden nach der Erfassung in eine Geodatenbank eingetragen.</p>
<p>Interessant war für mich neben dem fachlichen Aspekt der Arbeit vor allem der Einblick in den Alltag der Menschen in Accra. Da wir von Haus zu Haus vorgegangen sind und viel mit den Bewohnern geredet haben, wurde uns nicht selten die ganze Familiengeschichte erzählt. Manchmal wurde unserer Arbeit aber auch kein Verständnis entgegengebracht. Meine Arbeitskollegen waren alle Ghanaer. Einige von ihnen waren Vermessungsstudenten, die wie ich als Praktikanten bei der Firma waren. Somit konnte ich ihre Arbeitsweisen und Lebenseinstellungen kennenlernen und mich mit meinen „Kommilitonen“ über Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Studiums austauschen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Chief-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Chief-full.jpg" alt=" " title="Der Chief von Juaben, in dessen Gebiet Grenzen vermarkt wurden beim Besuch einer Delegation des Land Administration Project" width="512" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Allgemein kann ich sagen, dass es für mich die größte Bereicherung war, mein Fach von einer ganz anderen Seite kennenzulernen: in einem anderen kulturellen Umfeld mit anderer Ausstattung und Infrastruktur und auch unter anderen klimatischen Bedingungen, bei Hitze oder tropischem Regen, zu arbeiten. Mich in einer so fremden Kultur zurechtfinden zu müssen hat mir jeden Tag neue Überraschungen geboten und viele meiner gewohnten Sichtweisen in Frage gestellt. </p>
<p>Ich bin sehr froh, dass ich während meiner Studienzeit die Möglichkeit zu diesem Auslandsaufenthalt wahrnehmen konnte, auch wenn ich in der kurzen Zeit nur einen kleinen Einblick in das Land und seine Kultur gewinnen konnte.</p>
<p>Die Unterstützung von Seiten der TUM, die Förderung durch den DVW und vor allem die große mir entgegengebrachte Gastfreundlichkeit in Ghana haben diese wunderbare Erfahrung möglich gemacht.</p>
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		<title>Teilnahme am Kongress der EGU</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 20:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina Friess</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klima & Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine erste Kongressteilnahme. Ich publizierte über meine Bachelorarbeit ein Poster. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin im Masterstudiengang „Geodäsie und Geoinformatik” an der Leibniz Universität Hannover eingeschrieben. Einige Freunde, die bereits promoviert haben oder gerade dabei sind, erzählen öfters von ihrer Teilnahme an Konferenzen und Kongressen und daher wollte ich mehr über den wissen-schaftlichen Betrieb lernen. Darum nahm ich vom 3. bis 8. April 2011 an der Generalversammlung der EGU (European Geosciences Union) in Wien teil. Die  EGU ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Gesellschaft für Personen, die im Bereich der Geowissenschaften (und somit auch der Geodäsie), der Luft- und Raumfahrt und der Planetenwissenschaften arbeiten. Ziel der EGU ist die Förderung der Geowissenschaften und der Kooperation zwischen Wissenschaftlern/-innen aus aller Welt. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Austria-Center-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Austria-Center-teaser.jpg" alt=" " title="Austria Center Vienna - Kongresszentrum Wien" width="512" height="270" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Es war mein erster Kongress dieser Art und ich war überwältigt von der Größe der Veranstaltung und dem Angebot an Vorträgen und Postern. Es nahmen über 10.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 96 Ländern teil, die meisten aus Deutschland und Frankreich. Der Studierendenanteil lag bei 28%. Die Themen waren in über 20 wissenschaftliche und interdisziplinäre Programmgruppen gegliedert, diese waren wiederum in über 700 Sessions mit spezielleren Themen unterteilt. Zu jeder Session gab es sechs bis zehn Vorträge. Insgesamt wurden mehr als 4300 Vorträge gehalten und knapp 8500 Poster ausgestellt, und das alles innerhalb von fünf Tagen. Außerdem gab es viele Aussteller, beispielsweise die ESA (European Space Agency) und die AGU (American Physical Union), die über ihre Firma/Institution informierten und Werbegeschenke verteilten.</p>
<p>Ich hatte erwartet, dass auf einem Kongress alle Anzug und Kostüm trage würden und war doch etwas erstaunt, dass die allermeisten in Jeans und T-Shirt gekleidet waren.</p>
<p>Die Generalversammlung fand im Austria Center Vienna, einem riesigen mehrstöckigen Kongressgebäude, statt. Trotz Beschilderung konnte man sich, auch als Geodätin, auf der Suche nach Räumen und Hallen leicht verlaufen. Sowieso musste man sich gut organisieren, um bei dem großen Angebot nicht den Überblick zu verlieren. Bei der Registrierung erhielt man einen USB-Stick mit allen Abstracts (Kurzzusammenfassungen) zu den Vorträgen und Postern. Bei der Planung half das Kongressbuch “EGU Today”, es standen aber auch überall Computer, an denen man sich über das Programm informieren konnte. Es war sehr hilfreich, sich einen Stundenplan zu erstellen um möglichst viel mitzunehmen und nichts zu verpassen. </p>
<p>Unter den Vortragenden waren auch einige berühmte Wissenschaftler wie beispielsweise der Geophysiker William Richard Peltier, der sehr genaue Modelle der Erdoberfläche und der Eisverteilung auf der Erde entwickelt hat. Besonders spannend fand ich persönlich die Sessions „Glacial Isostatic Adjustment on regional scales: Modeling and observations” und „Satellite Gravimetry: GRACE, GOCE and Future Mission“. Über das Tohoku-Erdbeben und den folgenden Tsunami am 11. März 2011 gab es eine Last-Minute-Session, zu der auch Wissenschaftler aus Japan, unter anderem vom Earthquake Research Institute in Tokyo, anreisten.</p>
<p>Die EGU bietet für junge Wissenschaftler/-innen eine gute Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen und ihre Ideen mit Experten/-innen aus allen Bereichen der Geowissenschaften zu diskutieren. Diese Gelegenheit habe ich ergriffen und einen Abstract über meine Bachelorarbeit geschrieben sowie ein Poster angefertigt. Thematisch gehörte meine Arbeit zu der Programmgruppe “Natural Hazards” und der Session “Landslide hazard and risk assessment, and landslide management”. An dem Tag, an dem die eigene Session stattfindet, hängt das Poster in einer der vier großen Hallen an dem zuvor zugewiesenen Board. Ich hatte mich für den “Outstanding Student Poster Contest” (OSP) angemeldet, ein Wettbewerb, an dem junge Wissenschaftler/-innen, die Erstautor/-in von einem Poster sind, teilnehmen können. Die Kriterien für diesen Preis sind die wissenschaftliche Qualität, das Posterdesign und die Fähigkeit, Fragen zu beantworten. In der neunzig minütigen Postersession, bei der ich bei meinem Poster stehen musste, sahen sich mehrere Studierende und auch einige Wissenschaftler mein Poster an und stellten Fragen zu meiner Arbeit. Diese Gespräche waren sehr interessant und beide Seiten lernten etwas dabei.</p>
<p>Interessant war für mich eine Infoveranstaltung des Earth Science Women’s Network (ESWN). Ziel dieses Netzwerkes für Frauen in den Erdwissenschaften ist die Beratung unter Gleichgestellten, die Förderung von Karrieren und Unterstützung bei Problemen jeglicher Art. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/EGU-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/EGU-small.jpg" alt=" " title="Generalversammlung der European Geosciences Union in Wien" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Posterfriess-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Poster-small.jpg" alt=" " title="Postersession" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Vortrag-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Vortrag-small.jpg" alt=" " title="Vortrag zum Tohoku-Erdbeben am 11.03.2011" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Da ein Hotel sehr teuer ist, teilte ich mir mit drei Freunden/-innen eine Ferienwohnung in der Nähe des Kongresszentrums. Abends gingen wir oft zusammen essen und auch tagsüber konnte man sich, wenn gerade keine interessante Session stattfand, für zwei, drei Stunden die Stadt anschauen.<br />
Die Teilnahme an der Generalversammlung der EGU war eine tolle Erfahrung für mich und ich habe einen Einblick in das wissenschaftliche Leben erhalten können. Auch das Feedback über meine Bachelorarbeit war hilfreich. Zusätzlich habe ich über das Anfertigen von Postern und das Präsentieren einiges gelernt. Da die Kongresssprache Englisch ist, ist das eine gute Gelegenheit, wieder einmal Englisch zu sprechen. Nebenbei lernt man noch den einen oder anderen fachspezifischen Ausdruck.</p>
<p>Auch nächstes Jahr findet die EGU in Wien statt und ich habe vor, wieder daran teilzunehmen. Ich kann allen nur empfehlen, an einer Veranstaltung wie der EGU teilzunehmen, auch wenn noch nicht klar ist, ob man in die Forschung möchte. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, mit Wissenschaftler/-innen aus so vielen Bereichen zu sprechen. Dadurch ergeben sich oft Wege, die einem davor nicht klar waren. </p>
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		<title>Deformationen durch Erdbeben</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 13:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Omelanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klima & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Deformation]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[GPS]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine 48 Stunden dauernde GPS-Messkampagne in Chile zum Vergleich der Topographie vor und nach einem Erdbeben gemeinsam von chilenischen Studenten und Studenten aus Hamburg.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/stitch-vulcan-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/stitch-vulcan-teaser.jpg" alt=" " title="Studenten auf dem Vulkan Stitch" width="512" height="270" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Südamerikanischer Boden unter den Füßen. Unterhalb des Äquators auf einem anderen Kontinent, fernab der Heimat. Keine Spur von Müdigkeit. Bienvenidos a Chile. </p>
<p>Kaum hatten wir Santiago erreicht, traten wir schon die nächste Reise an: eine sechsstündige Busfahrt nach Concepción, unserem Hauptziel bei dieser Exkursion. Im Dunkeln bezogen wir unsere Cabañas im „Club Deportivo Alemán“. Sehr schönes und rustikales Ambiente. Sogar mit offenem Kamin der uns die nächsten zwei Wochen abends warm halten sollte.<br />
Im Kopf noch gar nicht in Chile angekommen, wurden wir zu unserem ersten offiziellen Termin in der Universidad de Concepción erwartet. Dabei ging es um das eigentliche Ziel dieser Messkampagne, durch das Erdbeben verursachte Deformationen, anhand von GPS-Messungen zu detektieren. Zusammen mit den chilenischen Studenten hörten wir aufmerksam den auf Englisch gehaltenen Vorträgen zu, als uns allen ein Unwohlsein überkam. Es wird ein Festpunkt für 48h mit einer GPS-Antenne besetzt. Das Festpunktfeld ist über die Region Bio-Bio verteilt. Die einzelnen Festpunkte liegen bis zu 50km voneinander entfernt. Bei dem Aufbau handelt es sich um eine Konstruktion der HCU. Eine Abänderung eines Dreifußes, der sich über Gewindestangen bis auf ca. 30cm ausfahren lässt. Diese Stative mit integriertem Dreifuß haben den Vorteil, dass sie platzsparend und individuell einsetzbar sind. Ein zweiter Punkt wird einige Tage später auch wieder für 48 Stunden beobachtet. Das Ganze erfolgt in Zweier-Teams mit stündlicher Wetterbeobachtung. </p>
<p>Dabei wird ein/e deutsche/r Student/in mit einer/m chilenischen Student/in zusammenarbeiten. Zwei sich völlig fremde Menschen aus unterschiedlichen Kulturen treffen zusammen. Das hat einen ganz einfachen Grund. Deutsche Studenten sprechen kein Spanisch, aufgrund ihrer Statur hat man jedoch Respekt vor ihnen, falls es zu Unannehmlichkeiten kommen sollte. Daher ist es unumgänglich ein/e Chilenen/in dabei zu haben, da man sich so besser verständigen kann. Diese Nachricht erst einmal verdaut, beschlossen wir kurzerhand am Abend eine kleine Eisbrecherfeier zu veranstalten, damit sich die Gruppen zusammenfinden konnten. Wie sich herausstellte ist Kultur und Weltbild nicht fern vom Europäischen, daher gab es auch keinerlei Schwierigkeiten den passenden Partner für die erste Session zu finden. Mit „Escudo“ (Bier) und „Pisco“ konnten wir in großer Runde den Abend ausklingen lassen. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Gruppe-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Gruppe-small.jpg" alt=" " title="Deutsche und chilenische Teilnehmer an der Messkampagne in Chile" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/4Studenten-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/4Studenten-small.jpg" alt=" " title="Deutsch-chilenische Kooperation" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Scanner-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Scanner-small.jpg" alt=" " title="Scannen von Steinformationen im Tidebereich" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Am nächsten Tag bekamen alle eine Einführung in den GPS-Empfängern von Trimble und TOPCON. Akribisch notieren wir uns die Feinheiten (Ausrichtung, Steckverbindung, Datenübertragung, usw.) bevor es losgeht um in einem rasanten Tempo für die nächsten 48 Stunden Proviant zu kaufen. </p>
<p>Die Studenten teilen sich auf. Während acht GPS-Gruppen zu ihren jeweiligen Stationen gefahren wurden, macht sich eine andere Gruppe auf den Weg zur Küste, um dort Steinformationen im Tidebereich zu Scannen, die wegen des Erdbebens angehoben wurden. Durch den Vergleich mit Luftbildern ist es daraufhin möglich, das Ausmaß der Hebung zu ermitteln.<br />
Während der nächsten 48 Stunden mitten im Nirgendwo von Chile gab es verschiedene Ereignisse, die von Evakuierung (Tsunami-Warnung) bis hin zu herzlichster chilenischer Gastfreundschaft reichten. Das wissenschaftlich / psychologische Experiment hat nach der ersten Session Spuren bei so manchem hinterlassen. Bei der Rückfahrt sind alle etwas aufgedreht und mitgenommen. Das Resultat einer sonnen- und regenhaltigen Zeit. Nichts desto trotz beschwert sich keiner, da niemand zuvor diese paradiesische Landschaft je zu Gesicht bekommen hat. </p>
<p>Nun endlich gab es Zeit um sich vor Ort umzuschauen. Die zweitgrößte Stadt Concepción ist nicht die attraktivste, hat dafür aber einen riesigen in Weiß gehaltenen und namenhaften Campus auf dem sich das Transportable Integrierte Geodätische Observatorium (TIGO) des Bundesamtes für Geodäsie und Kartographie (BKG) befindet. Dort erhielten wir erstmals einen Einblick darüber, was am 27.02.2010 in Concepción tatsächlich geschehen ist und welche Folgen und Nachwirkungen das für die Bevölkerung hatte. Das Erdbeben der Stärke 8.8, dessen Epizentrum im pazifischen Ozean sehr nah lag, hat die Stadt durch Erschütterungen in erhebliche Mitleidenschaft gezogen. </p>
<p>Der am nächsten Tag selbst organisierte Besuch einer stillgelegten Steinkohlemine in Lota rundete die freie Zeit ab, bevor es dann zur nächsten Session ging. Diesmal waren die Gruppen größer und die Zeit verging insgesamt schneller als bei der ersten Session. Wobei eine Gruppe wieder mit scannen beschäftigt war. Nach der letzten Session, am letzten Tag in Concepción fand die Abschiedsfeier für alle die an diesem Projekt beteiligt waren, mit einem „asado“ (Grillen) statt. Zwei Wochen die wie im Flug vergangen sind. Alle werden die Erlebnisse im Guten behalten und diese Stadt mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlassen, da jetzt Zeit ist für die lang ersehnten Social Events. </p>
<p>Die Reise in den Süden im Land am anderen Ende der Welt trieb uns nach Pucón. Einer 14.000 Einwohner Stadt die im Sommer von Touristen übersät ist. Angezogen vom Lago Villarica und dem Vulkan Villarica. Uns zieht es auf den 2840m hohen Vulkan, den wir in einer schweißtreibenden 5 Stunden Tour erklimmen. Der Kraftakt hat sich gelohnt. Den Betrachtern bietet sich ein atemberaubender Blick über den Wolken Chiles. Nassgeschwitzt und von beißender Kälte umgeben gleiten wir mit unseren Eispickeln ins Tal zurück. Die zu Höchstleistung gezwungenen Muskeln dürfen sich beim abendlichen Besuch eines Thermalbads erholen bevor alle in Sekundenschnelle an diesem Abend einschlafen. </p>
<p>Am darauffolgenden Morgen führt uns der Weg nach Puerto Montt. Einer Hafenstadt, die Station und Ausgangspunkt vieler Kreuzfahrten ist. Wieder einmal sind wir von dieser makellosen Natur beeindruckt und können uns gar nicht satt fotografieren. Der Parque Nacional Vicente Pérez Rosales (Nationalpark) macht einen paradiesischen Eindruck auf uns. Felsen, klares Wasser und unberührte Natur lässt auch das Herz eines Großstadtjunkies höher schlagen. Auch am darauf folgenden Tag wurden wir erneut beeindruckt: Frei lebende Magellan- und Humboldtpinguine, die die Insel Chiloé im Sommer als Brutstätte nutzen. Die gewonnenen Eindrücke verschlingen wir mit selbstgebackenen Empanadas nach Art des Hauses. </p>
<p>Auf geht es zu unserer letzten Station dieser Reise: Santiago. Es stehen noch zwei offizielle Termine an, bevor wir leider wieder die Heimreise antreten müssen. Die 12 stündige Busfahrt wird uns mit B-Movies der amerikanischen Filmindustrie versüßt, bevor wir im Sitzen schlafend auf die 5.3mio Metropole treffen. Das vorletzte Meeting lässt nicht lange auf sich warten. Wir sind zu Gast beim Aerophotogrammetrischen Dienst der Luftwaffe (SAF). Einer Militärbasis, die in der Nähe des Flughafens liegt. Dort erfolgt die Bildflugplanung und photogrammetrische Auswertung für das gesamte Land. Der technische Stand ist in einzelnen Punkten mit dem deutschen Standard gleichzusetzen. Die Daten werden wie bei uns z.B. über Landsat erhoben. Besonders stolz sind die Chilenen auf Ihr eigenens Satellitenprojekt. </p>
<p>Das letzte Wochenende verbringen wir unter anderem in Valparaiso (dt. Paradiestal). Drei Meter hohe Wellen machen es unmöglich zu schwimmen. Man kann nur staunen und nach Luft schnappen, wenn man von der Kraft des Pazifiks umgegrätscht wird. Sonntag ist Ruhetag. So auch für uns. Mit Brot und Avocados fahren wir in die Cajón del Maipo um dort bei Flussrauschen die Seele baumeln zu lassen. </p>
<p>Zum Schluss der Exkursion besuchen wir das Instituto Geografico Militar (IGM) in dem sämtliche Karten Chiles erstellt und gedruckt werden. In den Präsentationen werden wir gleichzeitig auf die Regional Geographic Conference (UGI 2011) eingeladen die in Santiago stattfindet. Bei unserem Final Dinner serviert man uns ein 350gr. schweres Chilenisches Entrecôte (Steak aus dem Zwischenrippenstück), das den ganzen Teller ausfüllt. Lecker.Die Sachen sind gepackt. Einige freuen sich auf die Heimreise, andere wiederum verlassen Chile nur schweren Herzens. Das Land ist eine, wenn nicht mehrere Reisen wert. Vielen Dank an dieser Stelle an Dipl. Ing. Carlos Acevedo und Prof. Dr. Thomas Schramm, die die Organisation und Koordination übernommen haben. </p>
<p>Für weitere Informationen kann die Website www.chile2011.de.vu oder http://www.ugi2011.cl/041_new.html besucht werden. </p>
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		<title>3D-Modell für das UNESCO-Weltkulturerbe in Bisotun</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 12:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Selina Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klima & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[3D-Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Photogrammetrie]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO]]></category>

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		<description><![CDATA[Für die Bachelorarbeit von Berlin in den Iran. Vor Ort haben wir das gewaltige Relief von Darius I. am Berg von Bisotun mit Kamera, Tachymeter und GPS  vermessen. Inklusive 3D-Modell hatten wir dafür 28 Tage Zeit. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Relief-Darius-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Relief-Darius-teaser.jpg" alt=" " title="Relief von Darius I." width="512" height="270" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Im Rahmen des Kooperationsabkommens zwischen der Beuth Hochschule für Technik Berlin und dem Bisotun Cultural Heritage Center sollte die Topographie bzw. Geometrie des Berges von Bisotun untersucht werden. An diesem Berg befindet sich das Relief von Darius I., welches die Geschichte seiner Inthronisierung darlegt. Im Jahr 2006 wurde dieses Relief in die Weltkulturerbe Liste der UNESCO aufgenommen. Im Rahmen der Arbeiten wurde ein Teil des Berges im Bereich des Reliefs photogrammetrisch vermessen und eine Modellierung angefertigt. Der Berg von Bisotun befindet sich in der iranischen Provinz Kermansh?h im Westiran. Aus ungefähr 30 km Entfernung lässt sich dieser 1000 Meter steile, fast senkrecht über die Ebene ragende Berg schon erkennen. Er bildet den Abschluss einer nach Süden ragenden Kette des Zagrosgebirges. Ziel der Bachelorarbeit von mir, Markus Lachmann, Christoph Sandner und Benno Witta war es zusätzlich, den geografischen Zusammenhang des Reliefs zu untersuchen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Ausgrabungen-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Ausgrabungen-small.jpg" alt=" " title="Ausgrabungen an der Karawanserei" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Passpunkte-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Passpunkt-small.jpg" alt=" " title="Anbringen von Passpunkten" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Tachymeter-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Tachymeter-small.jpg" alt=" " title="Marcus am Tachymeter" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Die Vermessungsarbeiten in Bisotun wurden mit einer Zeitspanne von vier Wochen geplant und im Zeitraum vom 13. September 2009 bis 11.Oktober 2009 durchgeführt. Bei der Durchführung der Arbeiten waren wir alle vier vor Ort. Mit der logistischen Unterstützung und fachlichen Hilfe durch das Ingenieurbüro GILAN konnten Vermessungsarbeiten im Iran durchgeführt und damit die Grundlage für die spätere Auswertung in Berlin geschaffen werden.</p>
<p>Mit der Verwendung von handelsüblichen Spiegelreflexkameras konnte eine kostengünstige Lösung gefunden werden. Im Gegensatz zu klassischen Vermessungsverfahren ermöglichte dieses Vorgehen die Gewinnung einer großen Menge objektrelevanter Daten in kürzester Zeit.<br />
Als Genauigkeitsvorgabe wurde diesem Projekt mit einer Punktgenauigkeit von 5 cm ein realistisches Ziel vorgegeben. Danach war es möglich, die Aufnahmekonstellationen mit mehreren Aufnahmelinien zu planen, um einerseits Stereoaufnahmen möglichst im Normalfall zu erhalten. Andererseits waren weitere Aufnahmen für die Mehrbildphotogrammetrie notwendig. Die Grundlage der Ergebnisse aller Vermessungsverfahren lag in	der Genauigkeit des	errichteten Festpunktfeldes. Nach der Ausgleichung der Beobachtungen wurde letztendlich eine Genauigkeit von einem Zentimeter in der Lage und drei Zentimetern in der Höhe erzielt. Die ungünstige Netzgeometrie und die unzureichende Vermessungsausrüstung ließ eine höhere Genauigkeit nicht zu. Das Ergebnis ist jedoch für die Zielstellung ausreichend.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Photo-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Photo-small.jpg" alt=" " title="Photogrammetrische Aufnahmen" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Gruppe-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Gruppe-small.jpg" alt=" " title="Selina, Christoph, Benno und Marcus" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Mitarbeiter-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/01/Mitarbeiter-small.jpg" alt=" " title="Mitarbeiter des Bisotun Cultural Heritage Center und wir 4" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Die Auswertung der Aufnahmen wurde sowohl nach dem Verfahren der Mehrbildphotogrammetrie als auch mittels Stereophotogrammetrie durchgeführt. Eine unabhängige Orientierung beider Aufnahmekonstellationen war nicht direkt möglich. Die Bündelblockausgleichung der Mehrbildphotogrammetrie mit PICTRAN diente deshalb als Basis für die Stereo-Orientierung mit dem Programm LPS. Trotzdem mussten noch viele Probleme im Rahmen der Stereoauswertung, mit dem für die Luftbildphotogrammetrie konzipierten Programm LPS, durch Vermessungsarbeiten mit dem Trimble 3602 Lösungsansätze überwunden werden. Aufgrund der teilweise noch zu ungünstigen Aufnahmekonstellation und der Struktur des Berges konnte zunächst ein digitales Geländemodell nur für Teilgebiete erstellt werden. Eine Aussage über die erreichte Genauigkeit war im unteren Teil des Berges durch geodätisch gemessene Objektpunkte möglich. Eine unabhängige Kontrolle für den Rest des Berges fehlt noch. Der mittlere Punktfehler für den unteren Bereich war mit zwei bis drei Zentimetern als sehr gut einzustufen. Eine Veränderung der	Aufnahmegeometrie, sowie die Verknüpfung mit luftgestützten Verfahren (Luftbildmessung, Airborne Laserscanning),	würden eine bessere Modellierung des Berges von Bisotun ermöglichen.</p>
<p>Am Schluß noch eine mögliche Antwort auf die Frage, warum das Relief gerade hier geschaffen wurde. Ein Zusammenhang zwischen den geografischen Besonderheiten und den historischen Hintergründen ist nicht eindeutig herstellbar. Die Darstellung von Darius I. am Relief von Bisotun und die Blickrichtung des Reliefs genau nach Osten stehen in Zusammenhang zu einander. König Darius, der „von der aufgehenden Sonne erwählt wird“, lässt die Darstellung seiner Inthronisierung genau an dieser Stelle am Berg anbringen, um den Bezug zur aufgehenden Sonne im Osten zu verdeutlichen.</p>
<p>Die interdisziplinäre Arbeit dieses Projektes brachte in Hinblick auf wissenschaftliches Arbeiten viele Erfahrungen und vor allem das selbständige Arbeiten in einem fremden Land war sehr lehrreich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>GEO Siberia 2010</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2010/05/geo-siberia-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 20:10:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Omelanowsky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Intergeo East]]></category>

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		<description><![CDATA[Das erste Mal 4500 km entfernt von der Heimat und sofort entsteht ein neues Weltbild. Durch die GEO Siberia wurden viele neue Kontakte geknüpft. Ergebnis der Reise ist, dass ich ab August ein 3 monatiges Praktikum an der Hochschule in Nowosibirsk mache.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab 2.15 Uhr ging es der Sonne entgegen nach Nowosibirsk. Der Flieger landete um 9 Uhr Ortszeit. In der Empfangshalle wartete bereits Katja, die an diesem Morgen nicht nur mich vom Flughafen abholt, sondern noch 4 weitere Kollegen aus Sachsen. So fuhren wir nach einem herzlichen Empfang zum Studentenwohnheim welches sich unmittelbar in der Nähe der Metro-Station „Gagarinka“ befindet. Nach einer kleinen Einführung in Nowosibirsk und einer Stärkung mit KWAS (Erfrischungsgetränk aus vergorenem Brot) ist es nun möglich nach 30 h ohne Schlaf für 2 Stunden die Augen zu schließen, bevor wir uns um 20:00 in die Innenstadt begeben um uns dort für die Nacht zu stärken. Man kann es kaum glauben aber in dieser wüstenartigen Stadt strömen die Menschen auf die Straße um spazieren zu gehen. Die einzigen, die Feierabend haben sind die schneeschippenden Männer vom Vormittag. Ja genau, es ist sehr staubig und trotzdem liegt bei 30° Außentemperatur Schnee im Schatten! Weil im Winter mit feinkörnigem Sand gestreut wird, bleibt dieser bis zum Frühjahr liegen und die Stadt gleicht einer Wüste.<br />
Einer neuer Tag, der damit beginnt, dass wir mit den zusätzlichen Teilnehmern bekannt gemacht wurden, die jedoch nicht im Studentenwohnheim untergebracht wurden sondern dem Hotel Sibir, welches sich in der Nähe des Hauptbahnhofes befindet. Die Exkursion führt uns über mehrere Stationen an den Fluss „Ob“, der quer durch die Stadt läuft und diese in zwei Hälften teilt. Bei 25° Außentemperatur fließen Eisschollen durch den Fluss. Diese haben bereits einen langen Weg hinter sich und sind trotzdem noch nicht vollständig geschmolzen. Im Gesteinsmuseum, mit deutschsprachiger Führung, wurden wir darüber aufgeklärt, dass man in der Russischen Föderation das Benzin frisch aus der Erde tanken kann, da das Öl so rein ist. Abschließend besuchten wir in der sengenden Aprilhitze ein Eisenbahnmuseum. Unglaublich, diese riesigen Stahlkolosse, die einmal ihren Weg quer durch Russland bestritten haben und nun ihre Andacht in einem Freilichtmuseum erhalten. Die Unterschiede zwischen der 1. und der 5. Klasse sind signifikant. Wohingegen man in der ersten Klasse ein eigenes Zimmer mit DU/ WC hat gibt es in der 5. Klasse nur Holzbänke.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-ob-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-ob-teaser.jpg" alt="Ob" title="Der Ob mit Eisschollen bei 30°C Lufttemperatur" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-lenin-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-lenin-teaser.jpg" alt="Lenin" title="Lenindenkmal" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-buero-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-buero-teaser.jpg" alt="Büro" title="Vermessungsbüro" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Der erste Messetag. Alles was Rang und Namen hat ist anwesend, um die Eröffnung der GEO Siberia 2010 gebührend zu feiern. Neben zahlreichen Eröffnungsreden, die jeweils ins russische, deutsche und englische übersetzt werden, werden auch Ehrenprofessuren verteilt. Der Tag gestaltet sich so, dass verschiedene Fachvorträge gehalten werden, die über den Tellerrand der Geodäsie und Geoinformatik hinweg gehen. Bekannte Firmen wie Trimble oder Leica sind auch in der Messehalle vertreten und werden durch Kurzrock- und Stökelschuhtragende russische Frauen repräsentiert. Die ausstellenden Geräte entsprechen nicht unbedingt den heutigen Standards. So ist beispielsweise der Mensi Scanner bei Trimble zu finden, der lediglich mit gelber Farbe angemalt wurde, da Trimble die Firma Mensi aufgekauft hat. Bei einem späteren Bankett habe ich die große Ehre neben der Generalkonsulin Frau Steinacker zu sitzen, die man vielleicht schon einmal im Fernsehen gesehen hat, als sie noch im EU Parlament gearbeitet hat. Diesem Zufall nicht genüg, sitzt sogar der DVW Vizepräsident Herr Rek mit am Tisch. Bei einem Drei-gänge-Menü und „Altai Vodka“ konnte ausgiebig gefeiert werden.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-fluss-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-fluss-teaser.jpg" alt="Fluss" title="Schöner Wohnen!" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-strasse-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-strasse-teaser.jpg" alt="Wettkampf" title="Leichtathletikwettkampf am Leninplatz" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-halle-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/05/Nowo-omelanowsky-halle-teaser.jpg" alt="Nachtleben" title="Nachtleben in Nowosibirsk" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Am zweiten Messetag füllt sich die Halle gegen 10:00 Uhr mit Besuchern, die sich über die Technologie im Vermessungswesen und Maschinenbau informieren wollen. Vorträge mit dem Themenschwerpunkt „Early Warning“ werden im 20min Takt gehalten, wobei dem Vortragende nur 10 Minuten zur Verfügung stehen, da die restlichen 10 Minuten zum übersetzen verwendet werden. Auffällig bei den Vorträgen ist, dass die russischen Präsentationen sehr textlastig und grafische Darstellungen stiefmütterlich untergebracht sind. Bei den Präsentationen deutscher Professoren werden die Folien trotz anschließender Veröffentlichung reihenweise abfotografiert. Mein persönliches Interesse gilt heute dem Stand der Hochschule. Da ich mich besonders für den Bereich Laserscanning interessiere habe ich mich nach vielen Gesprächen spontan dafür entschieden, im Sommer ein 3 monatiges Praktikum im hauseigenen Labor zu machen.</p>
<p>Am letzten Tag der GEO-Siberia finden kaum noch Besucher den Eingang. Zahlreiche Urkunden werden an die aktiven Teilnehmer verteilt und die Messe neigt sich gegen 14:00 dem Ende. Vorher jedoch gibt es eine Exkursion zum Grundbuchamt. Der Chef persönlich lädt uns zu einem Rundgang mit ausführlicher Erklärung über die Russische Bürokratie ein. Im Gegensatz zum deutschen System benötigt man beim Grundstücksverkauf keinen Notar. Wenn sich Käufer und Verkäufer einig sind, erfolgt der Eigentumsübergang nach 22 Tagen Bearbeitungszeit. Das System gleicht dem in Frankreich. Der Tag schließt mit einem deftigen Essen in der Akademie ab und ab ca. 20:00 geht es zurück ins Studentenwohnheim.</p>
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		<title>Kirchensanierung für Peter-Maffay-Stiftung</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 12:24:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Landgraf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchensanierung]]></category>
		<category><![CDATA[Transsilvanien]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ziel der Projektarbeit lag in Transsilvanien und war nach 22 Stunden Kleinbusfahrt erreicht. Bei abenteuerlichen Lebensbedingungen haben wir mit modernster Technik das 3D-Modell einer Kirchenruine für die Sanierung erstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schreiben den sommerlichen September 2009. Im Rahmen Ihrer Projektarbeit machten sich 15 Vermessungsstudenten des 7. Semesters der Fakultät Geoinformation, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, auf in 20 Tagen eine der vielen Kirchenburgen Rumäniens zu vermessen. Dies geschieht im Auftrag der Evangelischen Kirche in Rumänien A. B. und der Peter-Maffay-Stiftung, die im ehemaligen Pfarrhof der Kirchenburg von Roades/Radeln ein Erholungsheim für benachteiligte Kinder errichten will. Prof. Walter stand uns als Betreuer bei diesem Abenteuer zur Seite. Am 08. September startete die Gruppe mit zwei voll beladenen VW-Bussen, vor ihr knapp 1470 km Weg. Nach  22 Stunden Fahrtzeit war das Endziel Radeln erreicht; ein abgeschiedenes Dorf in den Hügellagen des Karpatenbogens, das weder über Kanalisation noch fließende Wasser verfügte, selbst das Stromnetz wies ein Eigenleben auf.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Meßtrupp-im-Kirchenschiff-small.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Gruppenfoto-Tartlau-teaser.jpg" alt="Gruppenfoto in Tartlau" title="Gruppenfoto in Tartlau" width="512" height="290" class="alignnone size-full wp-image-278" /></a></p>
<p>Herr Hellwig, Kurator des Kirchenbezirks Brasov/Kronstadt, begrüßte die Angereisten aufs Herzlichste. Nach einer kurzen Geschichtsstunde über das Dorf Radeln und die Siebenbürger Sachsen wurde die Gruppe von Herrn Szaktilla, dem Architekten der Peter-Maffay-Stiftung, bei einem ausgedehnten Rundgang in die baulichen Besonderheiten der Kirchenburg eingewiesen. Eine Kirchenburg ist eine stark befestigte Wehrkirche, umgeben von Wehrmauern und einer Vielzahl von Wachtürmen. Pechschlitze und Schießscharten sollten den Dorfbewohnern helfen sich im Belagerungsfall zur Wehr zu setzen. Sie weist aber trotzdem alle Merkmale einer normalen Kirche mit Orgel, Glocken und Emporen auf. In bautechnischen Fragen wurden die Vermesser von den beiden Architekturstudenten Ana und Oliver aus Cluj-Napoca/Klausenburg seit dem Nachmittag unterstützt. Am Donnerstag kam Ioanna, Vermessungsstudentin aus Alba Iulia/Karlsburg, als weiteres Mitglied der Multikultitruppe hinzu. Die Unterbringung aller Studenten befand sich in Homorod/Hamruden, im zur Herberge umgebauten Pfarrhaus und bei einer Nachbarsfamilie. Neben ausreichenden Schlafmöglichkeiten boten die Herbergen zudem  Zugang zu Duschen und Wassertoiletten (beides entspricht nicht dem Landesstandard).</p>
<p>Eine Messtruppeinteilung wurde bereits in Dresden festgelegt, insgesamt 6 Trupps (1x Kirchenschiff, 2x Dachstuhl, 1x Außen, 1x Dokumentation, 1x Turm)  stellten sich der Aufgabe des Kirchenaufmaßes. Die typischen Anfangsschwierigkeiten ließen sich selbst bei diesem Projekt nicht vermeiden;  wer rechnet schon damit, dass dreimal an einem Tag der Strom für längere Zeit ausfällt und Computerprogramme, trotz umfangreicher Tests in Dresden, nicht mehr laufen wollen.</p>
<p>Aber was war nun im Einzelnen von den Vermessern zu tun?</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Ankunft-vor-Pfarrhaus-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Ankunft-vor-Pfarrhaus-small.jpg" alt="Ankunft" title="Ankunft vor dem Pfarrhaus nach 22 Stunden Autofahrt" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Kirchenburg-Roades-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Kirchenburg-Roades-small.jpg" alt="Kirchenburg Roades/Radeln" title="Kirchenburg Roades/Radeln" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Messtrupp-im-Kirchenschiff-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Messtrupp-im-Kirchenschiff-small.jpg" alt="Messtrupp im Kirchenschiff" title="Messtrupp im Kirchenschiff" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Sämtliche Balken und Stützen, das Gewölbe, alle Mauern, Fenster und Bögen der Kirche spielten beim Aufmaß eine ebenso große Rolle wie Treppen, Emporen und vor allem offensichtliche Beschädigungen der Kirchenburg selbst.</p>
<p>Mit Tachymeter und angeschlossenem Laptop wurde mittels TachyCad von jedem Messtrupp ein Kantenmodell seines Bereichs erstellt.  Diese einzelnen Modelle werden dann in Dresden zu einem kompletten Kantenmodell der Kirche zusammengefügt. Aus diesem lassen sich nachfolgend diverse Grundrisse und Schnitte erstellen. Wenn man selbst vor Ort die baufällige Tragekonstruktion des Turms gesehen hat, kann man kaum glauben, dass sich die Studenten dort hinauf wagten, um ihrer Arbeit nachzugehen.<br />
Über Passpunkte, die der Außentrupp in einem einheitlichen Koordinatensystem aufnahm, wurden die Instrumentenstandpunkte bestimmt. Als erschwerend stellte sich ein schwingungsfreier und sicherer Aufbau der Instrumente selbst heraus. Montag bis Samstag liefen die Vermessungsarbeiten, aber an den Sonntagen konnte die Projektgruppe ausruhen und auf Ausflügen Land und Leute besser kennen lernen. Eine Stadtführung durch Brasov/Kronstadt und anschließender Fahrt nach Prejmer/Tartlau waren Programmpunkte des ersten Sonntages. In Brasov besichtigte die Gruppe die historische Altstadt und im benachbarten Prejmer die dortige Kirchenburg, die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Messaufbau-Turm-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Messaufbau-Turm-small.jpg" alt="Abhängen im Turm" title="Abhängen im Turm" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Kirchenburg-Modell-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Kirchenburg-Modell-small.jpg" alt="3D-Modell der Kirche von Roades/Radeln" title="3D-Modell der Kirche Roades/Radeln" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Messarbeiten-Pfarrhausdachstuhl-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2010/01/Messarbeiten-Pfarrhausdachstuhl-small.jpg" alt="Messarbeiten am Pfarrhausdachstuhl" title="Messarbeiten am Pfarrhausdachstuhl" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Der zweite freie Sonntag wurde genutzt, um auf dem Weg zur legendären Passstraße der Südkarpaten, der Transfagarash, die berüchtigten rumänischen Straßenverhältnisse (Schlaglöcher mit der Länge eines Pkws) zu testen. Nach dem Erklimmen der Transfagarash ging die Fahrt weiter Richtung Sibiu/Hermannstadt, Europas Kulturhauptstadt 2007. Die Kirchenburg als komplettes, digitales 3D-Modell darzustellen, ist unser festgeschriebenes Ziel als Studenten, um auf diese Weise, die hoffentlich bald beginnende Rekonstruktion zu unterstützen.</p>
<p>Für das Jahr 2010 gibt es erste Überlegungen ein weiteres Projekt in Radeln durchzuführen. Dann sollen Umringsmauer, Wehrgänge, Türme und einige weitere Gebäude aufgenommen werden.</p>
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