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	<title>Arbeitsplatz Erde</title>
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	<description>Geodäsie Info Blog</description>
	<lastBuildDate>Wed, 02 May 2012 14:53:33 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Vermessung auf den Öl-und Gasfeldern in Alberta</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 14:40:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Bareiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klima & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[GPS]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mir einen Traum erfüllt und war als Praktikant in Kanada. Dort habe ich als Vermesser gearbeitet und wurde sogar dafür anständig bezahlt. Die Firma arbeitet hauptsächlich für den Bergbau und die Öl- und Gasindustrie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorstellung der Praxisstelle</strong></p>
<p>HIW Surveys bietet ein breites Spektrum von Vermessungsarbeiten an. Gebäudeaufnahme, Deformationsvermessung bis hin zur Ingenieurvermessung. </p>
<p>Weitere Informationen auch unter:</p>
<p>http://www.hiwsurveys.com/services.html</p>
<p>Der Schwerpunkt liegt jedoch im Öl- und Gasgeschäft. Es werden neue Öl – und Gasfelder mit dazugehöriger Pipeline vermessen. Kanada besitzt ein Zehntel des Weltweiten Oberflächensüßwassers. Und um Wasserver-unreinigungen zu vermeiden, werden Topographie, Gewässer und Wassergräben ein gemessen, um später genügend Abstand vom Oberflächenwasser zur Drilling Rig (Bohrer) zu gewährleisten. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/GPS.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/GPS.jpg" alt=" " width="512" height="385" /></a></p>
<p><strong>Gründe für die Wahl der Praxisstelle</strong></p>
<p>Auf die Möglichkeit das betreute praktische Studienprojekt im Ausland abzuleisten, wurde ich zu Beginn des Studiums hingewiesen. Schon im ersten Semester war für mich klar das betreute praktische Studienprojekt im Ausland zu leisten. Nach Kanada zu gehen, war für mich schon immer ein großes Ziel in meinem Leben. Kanada ist flächenmäßig das zweitgrösste Land und da gibt es reichlich zu vermessen und zu tun. Der Vorbereitungskurs und der Outgoing Tag der HFT half mir grundlegend bei der Vorbereitung und Bewerbung für dieses Praktikum. In erster Linie suchte ich nach einem Vermessungsbüro, das für mich auch praktische Außendiensttätigkeiten anbietet. In Alberta boomt das Öl und Gasgeschäft, es werden ständig neue Öl und Gasfelder erschlossen und Pipelines gebaut. Hierfür ist das vermessen von neuen Gebieten von Nöten. Schließlich fand ich die Adresse der Praxisstelle durch die Datenbank von Professor Gordon Petrie, Topographic Science, University of Glasgow.</p>
<p>http://web2.ges.gla.ac.uk/~gpetrie/linksdb.html</p>
<p>Diese Datenbank beinhaltet Links zu Firmen und ist in allen Bereichen der Vermessung, Geoinformatik und Photogrammetrie sehr umfangreich, letztendlich bekam ich hier wichtige Impulse. Dann habe ich E-Mails mit kurzem Motivationsschreiben an die interessanten Stellen geschickt und auf Anfrage meine Bewerbungsunterlagen zugeschickt. Mitte August 2011 hatte ich dann ein Vorstellungsgespräch online via Skype und zwei Wochen später meinen ersten Arbeitstag bei HIW Surveys. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/Quad_full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/Quad_small.jpg" alt="" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/Pferd_full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/Pferd_small.jpg" alt="" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/Antenne_full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/05/Antenne_small.jpg" alt="" width="135" height="135" /></a></p>
<p><strong>Integration in die Organisation der Praxisstelle</strong></p>
<p>HIW hat mich als Survey Assistent mit voller Bezahlung eingestellt. Doch zuvor absolvierte ich ein Erste Hilfe Kurs und ein Kurs über giftige Gase mit Atemschutz. Dann besorgte ich mir einen kanadischen Führerschein. Der Sicherheitsbeauftragte von HIW, hat mich auch auf Gefahren bei der Arbeit hingewiesen, wie Wildtiere im Bush, allergische Reaktionen, auf- und abladen der Quads bzw. Schneemobile. Zu Beginn des Praktikums hatte ich einige Tage im Büro. Dort lernte ich einige Grundlagen, zum Beispiel wie das Vermessungswesen in Alberta aufgebaut ist. Ich durfte auch kleinere CAD Projekte mitbetreuen. Danach wurde ich im Außendienst eingesetzt. Regular sind 21 Tage Arbeit, mit anschließend 4-6 Tage arbeitsfrei vorgesehen. Ein Messtrupp besteht aus zwei Personen, einem „Vermessungstechniker“ und einem Survey Assistent. Die meiste Zeit meines Praktikums, wurde ich in Hotels untergebracht. Da das Vermessungsgebiet meist 3 -5 Autostunden von meinem “Wohnort / Grande Prairie“ entfernt ist. Meine Vorkenntnisse durch Ausbildung zum Vermessungstechniker und das VG Studium kamen mir zu Gute. Dadurch konnte ich mich schnell an den Arbeitsalltag gewöhnen. Fachbegriffe aus der Vermessung konnte ich mir zügig aneignen (lerning by doing), da ich jeden Tag damit zu tun hatte. HIW hat drei bis vier große Kunden, welche die Auftragsbücher füllen. Dies sind Exploration (Erschliessung) Firmen wie Celtic (Kanada) oder TAQA North (Saudi Arabien).</p>
<p><strong>Aufgaben</strong></p>
<p>Vermessung von Wellsites und Pipelines, Mithilfe von RTK und Total Station. Überwiegend geschieht dies im Bush/Wald.</p>
<p><strong>Aufgabe 1 (Aufbau / Set Up der RTK Basis Station)</strong></p>
<p>Nahezu täglicher Aufbau /Set Up der RTK Basis Station. </p>
<p>Nach einer meist längeren Fahrt zum Vermessungsgebiet, stieg ich aus dem Truck und öffnete den Laderaum um an das RTK zu kommen. Das RTK wurde über die Nacht geladen. Es wurde dann am Morgen in den Truck gestellt. Entweder den Koffer zum Basispunkt tragen. Oder auch bei längeren Strecken auf ein kleineres Fahrzeug schnallen und befestigen. Um dann mit dem Quad im Sommer oder mit dem Ski-Dou im Winter zum Basispunkt zu fahren. Dort angekommen, alles abladen den Koffer öffnen und die Basisstation raus nehmen und auf einem, natürlich zuvor mitgebrachtes Stativ befestigen. Nun wird die Zentrierung durchgeführt und eine Höhe mit dem Maßband ermittelt. Der Basispunkt wurde frei gewählt. Das heißt, möglichst wenig Abschattung von Bäumen und anderen Büschen und Sträuchern. Und möglichst auf einer Anhöhe gelegen um möglichst gute Satellitensignale zu empfangen. Doch auch nicht zu weit vom Vermessungsgebiet entfernt, da der Rover mit der Basisstation kommunizieren muss (Stichwort Basislinie). Um auch bei weiteren Strecken eine gute Kommunikation zwischen Rover und Basisstation zu gewährleisten, wird eine extra ca. 6 m hohe Basisantenne mit signal-verstärkendem Radio aufgebaut. Die RTK Basisstation empfängt durchgehend GPS und Glonass Signale um die eigenen Standpunktkoordinaten zu ermitteln. In diesem Zuge wurde auch gleich eine Höhe ü.NN mit ermittelt, welche dann anschließend an die einzelne RTK Messungen mit ran gehängt wird.</p>
<p>Dann nimmt man 2-3 Lagemäßig bekannte Punkte im Vermessungsgebiet auf um eine Stationierung zu berechnen. Doch die Software ist so simple gestrickt, dass für uns „große Toleranzen“ sprich 3 &#8211; 5 cm einfach unter den Tisch fallen. Man muss dazu aber auch sagen, dass es in solchen Gebieten wenig Sinn macht, penibel auf 3 &#8211; 5 cm zu Messen. Da es bei einer 15 m breiten und 13 km langen Pipelinetrasse im Busch wirklich nicht darauf ankommt ob diese etwas verschoben markiert bzw. geflaged wird. </p>
<p><strong>Aufgabe 2 (Flaging) </strong></p>
<p>Flaging bedeutet, in der Örtlichkeit kenntlich machen von neuen Grenzen bzw. zu rodende Bereiche. Wie neue Pipelinetrassen oder Wellsites im Wald / Bush. Es werden farbige Bänder an Bäume, Büsche, Sträucher usw. befestigt um wie gesagt z.B. Kilometerlange Pipelineschneisen zu markieren. Damit die nach-folgende Holzfellmaschinen auch „Feller Buncher“ genannt ihr zu rodendes Gebiet in der Örtlichkeit sehen.</p>
<p><strong>Aufgabe 3 (Vermessung von bestehenden Pipelines)</strong></p>
<p>Lokalisieren von bestehenden Pipelines Mithilfe eines Pipe Locater (Detektor). Mit anschließender Einmessung der Pipeline. Eine Senderkiste erzeugt ein elektromagnetisches Feld um die Pipeline. Dieses elektromagnetische Feld wird dann wiederum vom Empfänger bzw. Sensor empfangen. Die Senderkiste wird auf die zu lokalisierende und ca. 2 m tief vergrabene Pipeline gestellt. Ist ein Punkt gefunden, wird er mit einem Pflock markiert und anschließend aufgenommen. Die bestehende Pipeline kann so als Polygon dargestellt werden.</p>
<p>Grund für die Pipeline Lokalisierung:<br />
Zum Beispiel, die Pipelinearbeiter / Baggerführer baggert parallel zur bestehenden Pipeline eine neue Trasse. Und die bestehende Pipeline ist somit auf dem Plan und in der Örtlichkeit zu sehen.</p>
<p><strong>Zusammenfassung &#8211; Erkenntnisse &#8211; Empfehlungen</strong></p>
<p>Es war ein tolles Praktikum und die meiste Zeit ist man in Hotels untergebracht. Ich hatte einen guten Einblick in die Berufswelt eines Vermessers in der Geschäftswelt der Öl und Gas Industrie in Alberta, Kanada.</p>
<p>Meinen Aufenthalt bewerte ich als großen Erfolg, dazu gehören Fortschritte im persönlichen Bereich, sowie geknüpfte Kontakte. Ich denke das wird mich auch in Zukunft im geschäftlichen Bereich sowie im privaten Bereich weiter bringen. Abschließend möchte ich mich noch bei den Professoren der HFT Stuttgart und bei dem DVW für die Unterstützung bedanken.</p>
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		<title>Bachelorarbeit auf Grönland</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2012/04/bachelorarbeit-auf-gronland/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 15:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Wössner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klima & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelorarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Glaziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Grönland]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir waren 16 Tage auf Grönland und führten Messungen zur Bestimmung der aktuellen Fließgeschwindigkeiten und Massenbilanzen des westgrönländischen Inlandeises durch. Dazu flogen wir mit dem Helikopter auf das Inlandeis. Einen anderen Weg in diese faszinierende Landschaft gab es nicht ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Netz_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Netz_teaser.jpg" alt=" " title="Netzmessung in Ilulissat" width="511" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Im Sommer 2011 konnte ich an einer Messkampagne des Grönland-Forschungsprojekts der Hochschule für Technik Stuttgart teilnehmen. Während eines zweiwöchigen Grönland-Aufenthalts wurden geodätische Messungen zur Bestimmung von aktuellen Fließgeschwindigkeiten und Massenbilanzen des westgrönländischen Inlandeises durchgeführt. Die Messdaten und deren Auswertung sollten dazu beitragen ein besseres Verständnis der Abschmelzungsvorgänge des arktischen Inlandeises zu bekommen.</p>
<p><strong>Wie es dazu kam!</strong></p>
<p>Anfang des Jahres 2011 bekam ich von einem meiner Professoren der Hochschule für Technik Stuttgart das Angebot, an einer Messkampagne auf Grönland teilzunehmen. Diese Messkampagne zur Beobachtungen von Veränderungen der grönländischen Eismassen sollte ein weiteres Glied in dem seit 1991 bestehenden glaziologischen Forschungsprojekt der HFT Stuttgart sein. Die anschließende Auswertung dieser Messkampagne sollte ich dann im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Wintersemester 2011/2012 durchführen. Während meines Geodäsie-Studiums an der HFT Stuttgart bin ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit dem Thema Glaziologie in Kontakt gekommen, was mein Interesse an diesem Projekt sofort weckte. Bald darauf sagte ich meine Teilnahme an der Unternehmung zu und es begannen umfangreiche Vorbereitungen für alle Teilnehmer der Messkampagne.</p>
<p><strong>Ziele und Relevanz</strong></p>
<p>Das Hauptziel der Kampagne bestand darin, aktuelle Fließgeschwindigkeiten, Höhenänderungsraten und Massenbilanzen des westgrönländischen Inlandeises anhand von geodätischen GPS-Messungen zu bestimmen. In den zwei Messgebieten „ST2“ und „Swiss-Camp“ haben sich aus ehemaligen Kampagnen teilweise stark zunehmende Eisabschmelzraten und beschleunigte Fließgeschwindigkeiten ergeben. Ob sich diese Trends fortsetzen, sollte die Auswertung der Messkampagne 2011 zeigen. Außerdem sollte die Fließgeschwindigkeit eines Ausflussgletschers mittels terrestrischer Photogrammetrie ermittelt werden, um auch deren ansteigende Entwicklung im Laufe der Jahre weiter beobachten zu können. Im Rahmen der globalen Klimaerwärmung spielen die grönländischen Eismassen eine entscheidende Rolle. Insgesamt lagern dort ca. 2,6 Millionen Kubikkilometer Eis, die bei einer vollständigen Abschmelzung den Meeresspiegel um bis zu sieben Meter anheben würden. Das Eisschild beeinflusst wegen seiner hohen Reflektivität den Strahlenhaushalt der Erde und stellt zugleich eine topographische Barriere für globale Luftbewegungen dar.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Team_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Team_small.jpg" alt=" " title="Das Team, ich bin der dritte von links" width="511" height="384" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p><strong>Grönland-Aufenthalt</strong></p>
<p>Am 24. Juli 2011 war es dann für mich soweit und ich brach für 16 erlebnisreiche Tage nach Grönland auf. Ab Stuttgart flog ich nach Kopenhagen und einen Tag später zum internationalen Flughafen Kangerlussuaq auf Grönland. Von dort aus konnte ich nun zusammen mit den anderen Projektteilnehmern aus Stuttgart weiter fliegen. Wir gelangten zur Küstenstadt Ilulissat, dem Ausgangspunkt der Messkampagne. Ilulissat ist grönländisch und bedeutet „Eisberge“. Diesen Namen verdankt die drittgrößte Stadt Grönlands mit ihren ca. 4500 Einwohnern ihrer unmittelbaren Nähe zum Ilulissat-Eisfjord, der 2004 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt wurde. Der bis zu sieben Kilometer breite Fjord erstreckt sich über eine Länge von 40 Kilometern. An dessen Ende in Richtung grönländischem Eisschild befindet sich der Jakobshavn Isbrae, einer der aktivsten Gletscher der Welt mit Fließgeschwindigkeiten von mittlerweile 40 Meter pro Tag. Nicht zuletzt aus diesem Grund kann man an der Küste Ilulissats immer eine beeindruckende Sicht auf das mit Eisbergen übersäte Meer genießen.</p>
<p>Schon bald nach unserer Ankunft konnten die geplanten Messungen beginnen. Neben der Durchführung von GPS-Messungen auf dem Inlandeis, stand zunächst die Anfertigung von ersten terrestrischen Photogrammetrie-Aufnahmen am Eqip Sermia Gletscher, der sich einige Kilometer nördlich von Ilulissat befindet, auf dem Arbeitsprogramm. Dort haben wir zu Beginn und gegen Ende der Messkampagne Aufnahmen angefertigt, aus denen sich später die Geschwindigkeit der fließenden Eismassen der Gletscherzunge ableiten lassen sollte.</p>
<p>An zwei Tagen konnten wir per Helikopter dann tatsächlich auf das Inlandeis gelangen, um die geplanten GPS-Messungen durchzuführen. Als wir am ersten Tag dort angelangt waren, eröffnete sich uns ein weiter Blick über eine Eiswüste, wie man sie sich kaum vorstellen kann. Eine faszinierende Landschaft aus Eis und Schmelzwasserflüssen begleitete uns während unserer Arbeiten über den Tag hinweg. Ich war an diesem ersten Tag auf dem Eis an einem langen Marsch über die hügelige und teilweise mit tiefen Spalten übersäte Eisoberfläche beteiligt. Unser Ziel war es, zu einem fünf Kilometer von unserem Messgebiet entfernten Überflugskorridor des europäischen Eisbeobachtungssatelliten CryoSat-2 zu gelangen, während der Rest des Teams die innerhalb des Gebiets geplanten Messungen durchführen konnte. Der von der ESA betriebene Satellit sollte laut meiner Vorplanung wenige Tage nach unserem Besuch genau über diese Stelle fliegen und die aktuelle Eishöhe mittels seines Radarinterferometer-Instruments SIRAL messen. Wir waren hingegen mit einem geodätischen Zweiphasen-GPS-Instrument ausgestattet. Die von uns gemessenen Höhen sollten dann in der Auswertung in einen Vergleich mit den vom Satelliten gemessenen Oberflächenhöhen einfließen. Nach diesem langen Marsch durch die Weite des Eises, war es sehr erleichternd, als uns am Abend unser Helikopter wieder abholen konnte und wir die Nacht nicht in dieser kalten Eiswüste verbringen mussten.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Dampf_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Dampf_small1.jpg" alt=" " title="Dampfbohrer im Einsatz" width="511" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Der zweite Tag auf dem Eis war nicht weniger spannend. Dieses Mal wurden wir noch weiter auf das Inlandeis hinaus geflogen, um dort das Swiss-Camp-Messgebiet zu besuchen, welches mit einer fest installierten Station ausgestattet war. Diese Station wurde von einem Team der ETH-Zürich gegründet und wird nun von der Universität Boulder in Colorado betreut. In unmittelbarer Nähe zur Station konnten wir einen großen Schmelzwassersee bestaunen, dessen tiefblaue Farbe ich zuvor noch nie in der Natur gesehen hatte. Auch während der Helikopter-Flüge wurden wir mehrmals von der Farbintensität dieser natürlichen Seen beeindruckt. Der Tag verging viel zu schnell, um all diese Eindrücke bewusst wahrzunehmen, da wir alle intensiv mit der Durchführung des vorbereiteten Messprogramms beschäftigt waren und meist unter Zeitdruck standen. Wir haben auch in diesem Messgebiet zahlreiche statische und ständig kinematische GPS-Beobachtungen durchgeführt und dabei eine regelrechte Datenflut aufgezeichnet. Am Abend wurden wir ein letztes Mal von unserem Pilot abgeholt und mussten uns für diese Kampagne vom Inlandeis verabschieden. </p>
<p>Die folgenden Tage in Ilulissat waren von vorläufigen Auswertungen der Messdaten und dem ordnungsgemäßen Verpacken und Verstauen nicht mehr benötigter Ausrüstungsgegenstände geprägt. Zur Anbindung der Eismessungen an einen fest vermarkten Punkt an der felsigen Küste in Ilulissat mussten wir außerdem eine GPS-Netzmessung durchführen. Auf mehreren Festpunkten haben wir meist zweimalig statische Beobachtungsdaten gesammelt die später in eine Netzausgleichung einfließen sollten.</p>
<p>Als letzter wichtiger Punkt stand nun noch die zweite Photogrammetrie-Aufnahme am Eqip Sermia Gletscher auf dem Arbeitsprogramm. Bei sonnigem Wetter konnten wir ein zweites Mal per Boot zum Ausflussgletscher gelangen und den Fußmarsch zu einem hoch gelegenen Plateau der Seitenmoräne des Gletschers antreten. Auf sechs Kamerastandpunkten haben wir jeweils mehrere Bilder der Gletscheroberfläche in Richtung eines Fernziels angefertigt. Mit dem Abschluss dieser Aufnahmen waren auch die Messarbeiten der Kampagne abgeschlossen und wir waren froh, dass alles wie geplant und ohne große Probleme funktioniert hat.</p>
<p>Glücklicherweise erlaubte es uns unser Zeitplan, auch außerhalb der Messarbeiten weitere Eindrücke von Land und Leuten zu bekommen. Auffallend bei einem Spaziergang durch die Stadt waren nicht nur die typischen kleinen bunten Häuser der Grönländer, sondern auch die überdurchschnittlich junge Bevölkerung. Die vielen Schlittene, die sich im Sommer nicht vor einem Schlitten sondern vor den Häusern und in den Außenbezirken der Stadt aufhielten, sind Teil der Geräuschkulisse – vor allem zur Fütterungszeit. Man sagt, Ilulissat hätte mehr Schlittenhunde als Einwohner.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Hund_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Hund_small.jpg" alt=" " title="Huskys in Ilulissat" width="511" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Grönland liegt zum Großteil nördlich des Polarkreises, was im Sommer während des so genannten „Polartages“ zur Folge hat, dass die Tage bis zu 24 Stunden lang sein können. Die Sonne über Ilulissat ging während unseres Aufenthaltes um ca. 23:15 für ca. zwei Stunden unter, um einem Beobachter ein beeindruckendes Farbenspiel aus Rot- und Orangetönen am Horizont zu präsentieren und danach wieder aufzugehen. Bei so viel Sonne, kann man abends schnell mal die Zeit vergessen, um dann überrascht festzustellen, dass es schon viel später ist als angenommen. Auch kulinarisch hat Grönland einiges zu bieten, mit Ausnahme eines üppigen Angebotes an Gemüse. Stattdessen konnte ich den Geschmack von Rentier, Robbe, Moschusochse, Wal und natürlich Shrimps und Fisch testen. Beim Stichwort Wal hatte ich zunächst bedenken, jedoch erfuhren wir, dass die Grönländer ein bestimmtes Jahreskontingent für den Walfang einhalten müssen. Die ersten Grönland-Kartoffeln, die im Süden des Landes angebaut werden, können auf jeden Fall mit dem Geschmack unserer Kartoffeln in Deutschland mithalten.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Wal_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Wal_small.jpg" alt=" " title="Walsteak mit grönländischen Kartoffeln" width="511" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Die beiden letzten Tage auf Grönland waren für organisatorische Tätigkeiten wie zum Beispiel das Aufgeben der Luftfracht nach Deutschland vorgesehen. Nachdem auch diese Dinge erledigt waren, konnten wir am 8. August die Heimreise antreten.</p>
<p>Der Aufenthalt auf Grönland wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Auf den zweiwöchigen Einblick in die unvergesslich schöne Natur, das ewige Eis, die Kultur der Einwohner und alle anderen Eindrücke möchte ich nicht mehr missen. Die Ausarbeitung der Messergebnisse im Rahmen meiner Bachelorarbeit war nicht zuletzt vor diesem Hintergrund eine Aufgabe die mein Interesse nie verloren hatte. Die Auswertung bekam für mich einen besonderen Wert, da sie nicht nur einen wissenschaftlichen, sondern im Hinblick auf die globale Klimaerwärmung auch einen gesellschaftlichen Stellenwert einnahm.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Praxissemester in Kapstadt</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2012/04/praxissemester-in-kapstadt/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 13:36:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lea Wudy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kapstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Laserscanner]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Projekt "Zamani" erfasst für die Kultur und Geschichte Afrika wichtige Orte. Die Geodäten helfen, indem sie archäologische und kulturelle Stätten erfassen. Dies geschieht meist mit dem Laserscanner. So können die bedrohten Orte "konserviert" werden. Die Bedrohung entsteht durch  Naturkatastrophen, Bürgerkriegen und Umweltverschmutzung. Bestenfalls dienen unsere Pläne für Restaurations- und Konservierungsarbeiten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An der Hochschule für Technik und Wirtschaft Karlsruhe ist im Laufe des Studiums des Studiengangs „Vermessung &#038; Geomatik“ ein Praxissemester vorgesehen. Da ich 2010 in den Semesterferien an einem Projekt in der Türkei mitgeholfen habe, archäologische Funde mit dem Laserscanner aufzunehmen und die Daten anschließend auszuwerten, hat dies in mir das Interesse geweckt mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen.<br />
Als ich vom Zamani Project in Kapstadt erfuhr, war ich sofort Feuer und Flamme.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/HDS_full.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/HDS_teaser.jpg" alt=" " width="512" height="269" /></a></p>
<p><strong>„Zamani“ ist Suaheli und bedeutet Vergangenheit.</strong></p>
<p> Das Projekt ist eine von Professor Heinz Rüther im Jahre 2004 ins Leben gerufene Forschungsgruppe innerhalb der „University of Cape Town“, welche georeferenzierte Daten von Orten die für Kultur und Afrikas Geschichte von Bedeutung sind, erfasst, modelliert, verwaltet und präsentiert. Hierbei geht es hauptsächlich darum, die Daten archäologischer und kultureller Stätten zu konservieren, da sie von Naturkatastrophen, Bürgerkriegen und Umweltverschmutzung bedroht sind. Weitere Hintergründe und Ziele für die Dokumentation der Kulturstätten sind metrisch korrekte Daten zu generieren um Restaurations- und Konservierungsarbeiten durchzuführen, oder Daten den Ämtern für Erziehung und Bildung sowie für Verwaltung und Tourismus zur Verfügung zu stellen. Für die Datenerfassung werden hauptsächlich 3D-Laserscanning, photogrammetrische und photographische Aufnahmen, GPS und Satellitenbilder verwendet. Das Team hat schon Messkampagnen in Kamerun, Äthiopien, Ghana, Kenia, Mali, Mosambik, Südafrika, Sudan, Tansania, Uganda und Simbabwe durchgeführt.<br />
Leider war es aus finanziellen Gründen für uns vier Praktikanten nicht möglich, auf einer internationalen Messkampagne dabei zu sein. Das Projekt ist aber bemüht, jedem Praktikanten einen Fieldtrip innerhalb Südafrikas zu ermöglichen. Wir nahmen an einen Messtrip nach Plettenberg Bay teil, das ca. 600 Kilometer von Kapstadt entfernt liegt. Hier wurde eine über 3000 – 4000 Jahre alte Höhle aufgenommen. Wir nutzten den Laserscanner HDS 3000, außerdem photographische Methoden eingesetzt. Für eine Panoramatour wurden HDR (High Dynamic Range) Bilder verwendet, da sich die Höhle direkt am Meer befindet, welches das Licht reflektiert hat und es in der Höhle sehr dunkel war. Diese Fotos konnte ich anschließend im Office in Kapstadt zu 360 Grad Panoramabildern transformieren. Mit Hilfe einer interaktiven Karte und Verknüpfungspunkten kann der Betrachter die kulturelle Stätte in einer hohen Auflösung betrachten.<br />
Auch die Datenverarbeitung der Laserscans wurde in Kapstadt durchgeführt. Hierfür wurden die Laserscans von Vegetation, Messinstrumenten und Menschen gecleant, registriert und anschließend mit einer Fototextur versehen. Das Texturiren der Modelle ist ein Aufgabengebiet, welches sich immer mehr durchsetzt, da hierbei die Genauigkeit des Laserscanmodells beibehalten wird, gleichzeitig aber die Farbgebung authentisch ist. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Robberg_full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Robberg_small.jpg" alt="Robberg, Plettenberg-Bay" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Scanner_full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Scanner_small.jpg" alt="Scanner HDS 3000 von Leica beim Scannen der Höhle" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Panorama_full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/04/Panorama_small.jpg" alt="Erstellung von Panoramabildern" width="135" height="135" /></a></p>
<p>In diesem halben Jahr konnte ich auch verschiedene Präsentationstechniken kennenlernen, wie unter anderem das Erstellen von Flytrough-Videos zu 3D-Modellen, 3D-Google-SketchUp-Modelle, oder das Erstellen von Layouts. Das Verwalten von  Geoinformationssystemen war ebenfalls ein großes Arbeitsgebiet, hierbei wurde alte Karten, und Satellitenbilder, sowie Grundrisse der kulturellen Anlagen georeferenziert und anschließend digitalisiert, die Geoinformationssysteme dienen ebenfalls zu Präsentationszwecken, oder als Hilfsmittel bei weiteren Fieldtrips.</p>
<p>Für mich war das halbe Jahr in Südafrika ein voller Erfolg, ich konnte einen Einblick in das breite Spektrum der Geomatik erhalten und es hat sehr viel Spaß gemacht in dem harmonischen Team zu arbeiten. Das wunderschöne Land Südafrika, insbesondere die Mutterstadt, wie Kapstadt auch oft bezeichnet wird, mit dem bekannten Tafelberg, sowie seinen seitlichen Begleitern Lions Head und Devil´s Peak, welche zu zahlreichen Wanderungen eingeladen haben, haben auch dazu beigetragen und natürlich die direkte Lage an Atlantik und dem indischen Ozean.</p>
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		<title>Mit einem Metalldetektor unterwegs in Toronto</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 14:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Hieber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grund & Boden]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Kataster]]></category>

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		<description><![CDATA[Meist habe ich draussen gearbeitet, wodurch ich in der ganzen Stadt herumgekommen bin. Zu den Hauptaufgaben gehörten topographische Aufnahmen und Grenzbestimmungen. Mit einem Metalldetektor („Barfinder“) spürten wir zunächst existierende Grenzmarkierungen auf. Oft gibt es auch nur in den Gehweg gesägte Kreuze, die meist nicht von langer Dauer sind ... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im 5.Semester war in meinem Studium ein Praxissemester eingeplant. Diese Möglichkeit habe ich dazu genutzt ins Ausland zu gehen. Nach unzähligen Bewerbungen ging es im August 2011 los &#8211; nach Kanada!!! 6 Monate lang habe ich in Toronto für Rouse Surveyors Inc., ein kleines privates Vermessungsbüro mitten in Downtown, gearbeitet. In dieser Zeit habe ich sämtliche Aufgaben eines „Land Surveyors“ kennen gelernt und erlernt. Trotz ähnlicher Aufträge war meine Arbeit stets abwechslungsreich. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Schnee_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Schnee_full.jpg" alt=" " title="Im Schnee " width="512" height="340" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Die meiste Zeit habe ich im Feld verbracht, wodurch ich in der ganzen Stadt herumgekommen bin. Im Büro war ich meist an Regentagen (Vermesser arbeiten hier nicht im Regen – zumindest nicht in Toronto). Zu den Hauptaufgaben gehörten topographische Aufnahmen und Grenzbestimmungen. Mit einem Metalldetektor („Barfinder“) spürten wir zunächst existierende Grenzmarkierungen auf (Eisenstangen in versch. Formen und Größen). Oft gibt es auch nur in den Gehweg gesägte Kreuze, die meist nicht von langer Dauer sind. Mit einem Leica Viva GPS und einem Leica Tachymeter nahmen wir Punkte in der Regel reflektorlos auf. Eine Funktion, die ich schnell zu schätzen gelernt habe. Um die Grenzen bestimmen zu können, musste man meist Gebäude entlang der ganzen Straße oder in der Umgebung mitaufnehmen, um Beziehungen zu den Grenzlinien herzustellen, die in älteren Plänen beschrieben werden. Aufgrund dieses umständlichen Systems sagte meine Chefin einmal: „Wer in Ontario vermessen kann, kann überall auf der Welt vermessen.“ Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, dass Ontario ein ganz eigenes System zur Grenzbestimmung hat, steht aber fest. Außerdem sind „Füße“, und „inch“ in der täglichen Vermessungsarbeit, wie auch im Alltag immer noch präsent, obwohl in Kanada schon vor über 20 Jahren das metrische System eingeführt wurde.<br />
Neben Grenzvermessungen haben wir auch Kontrollmessungen von Rohren und Leitungsanschlüssen für BP und andere Umweltfirmen durchgeführt. Dazu waren vorher meist ein Sicherheitstraining und zahlreiche Tests notwendig. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Tachy_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Tachy_full.jpg" alt=" " title="Im Aussendienst mit Tachymter" width="512" height="340" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Zu unseren Kunden zählte auch ein Einkaufszentrum. Mit Messband, elektronischem Lasermessgerät oder gelegentlich auch dem Tachymeter haben wir dort die Form und vor allem Größe der einzelnen Shops bestimmt, auf deren Basis anschließend die Mietkosten berechnet wurden. Diese Arbeit war vor allem an den kälteren Tagen eine schöne Abwechslung. Der Winter ist dieses Jahr allerdings (leider) so gut wie ausgeblieben und so konnte ich lange ungewöhnlich warmes und sonniges Wetter genießen, was für die Vermessungsarbeit natürlich von Vorteil war. Es gab zwar einige Tage, an denen die Temperaturen auf -30°C fielen, Schnee blieb aber so gut wie aus. Meine Innendienstaufgaben waren ebenfalls sehr abwechslungsreich. So habe ich die Aufträge für die Feldarbeit vorbereitet und nach Informationen zu unseren und benachbarten Grundstücken recherchiert, ältere Pläne bestellt und nach Urkunden gesucht, die zeigen, wer Besitzer des Grundstücks ist und ob irgendwelche Nutzungsrechte anderer bestehen. Außerdem habe ich die Messdaten verwaltet, bei der CAD-Arbeit mitgeholfen und Pakete zur Ablieferung zusammengestellt. Dazu wurden mir auch Aufgaben in der Kundenkorrespondenz und in der Verwaltung des Büros übertragen.                     </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Sonne_full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Sonne_full.jpg" alt=" " title="Sonnenuntergang in Toronto" width="512" height="340" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Natürlich habe ich aber nicht nur die ganze Zeit gearbeitet. An Wochenenden und freien Tagen habe ich den Osten Kanadas und einige Städte in den USA besucht, was sich durch die zentrale Lage Torontos angeboten hat. Toronto selbst ist Zentrum einer riesigen nordamerikanischen Metropolregion. Fährt man in den Norden, sieht man dann das wahre Ontario – Natur pur, Wälder und Seen. Auch wenn es viel Durchhaltevermögen gekostet hat, bis der Praktikumsplatz feststand, hat es sich mehr als gelohnt. In diesem halben Jahr habe ich nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessert und eine super Ausbildung zum Vermessungstechniker genossen, sondern auch einiges von der Führung eines kleinen Büros mitbekommen. Ich habe viele nette Menschen getroffen und wertvolle Erfahrungen und Erlebnisse im Alltag gehabt, die auch für mein weiteres Leben von Nutzen sein werden. Und so sehr mir das Land hier auch gefällt und ich mich an diese doch sehr verschiedene Lebensweise gewöhnt habe, habe ich gleichzeitig auch Deutschland in sehr vielen Bereichen wirklich zu schätzen gelernt.</p>
<p>Ich bin deshalb froh, dass ich die Chance ins Ausland zu gehen genutzt habe. Allen, die mir dabei geholfen und mich in meinen Plänen unterstützt haben, möchte ich hiermit an dieser Stelle danken. Ohne meine Familie, den DVW und die HfT Stuttgart hätte ich diese schöne Zeit nicht erleben können. </p>
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		<title>4 Wochen Praktikum in Chile</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2012/03/4-wochen-praktikum-in-chile/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 13:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Corinna Steinmeyer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Cryosat]]></category>
		<category><![CDATA[Polargebiet]]></category>

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		<description><![CDATA[4 Wochen Praktikum an der Universidad de Concepción. Dabei habe ich die Küste Chiles aus Satellitenbildern erfasst, die GPS-Station auf dem Vulkan Antuco betreut und mich über den Satelliten Cryosat, der Daten über die Polargebiete aufzeichnet, um die Eisdicke zu bestimmen, informiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich studiere im fünften Semester „Geodäsie und Geoinformatik“ am Karlsruher Institut für Technologie. In den letzten Semesterferien war ich für ein Praktikum für vier Wochen an der Universidad de Concepción in Chile.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Himmel.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Himmel.jpg" alt=" " title="" width="512" height="384" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>„Ach, du bist in den USA? In Los Angeles?“ – „Nein, ich bin an der Uni in Los Ángeles, Chile.“ Solche Fragen habe ich diesen September oft beantwortet. Wer denkt bei „Los Angeles“ auch schon an die kleine Stadt in Mittelchile? Ich selbst vor meinem Auslandspraktikum bestimmt auch nicht. Und so musste ich, als ich von meinem Professor erfuhr, dass ich an der Universität von Concepción, genauer auf dem Campus in Los Ángeles, ein Praktikum machen könnte, auch erst mal nachschauen, wo das liegt. Von dem Minenunglück vor einem Jahr hatte ich natürlich im Fernsehen etwas mitbekommen aber sonst wusste ich über Chile nicht sehr viel. In meinem Reiseführer wurden aber tolle Landschaften und interessante Städte beschrieben. Und so machte ich mich dann  ziemlich neugierig am 2. September von Frankfurt aus auf die Reise. </p>
<p>Als ich am Flughafen in Concepción ankam, wurde ich gleich von Juan Carlos Baez, dem Professor, der mich die ganzen vier Wochen betreuen sollte, empfangen. Auf der Fahrt nach Los Ángeles zeigte er mir Häuser, die vom Erdbeben im letzten Jahr schwer beschädigt waren. Er erklärte mir alles, was ich für meinen Aufenthalt wissen musste, zeigte mir die Uni und besprach mit mir, was ich in meiner Zeit an der Uni alles machen könnte. Sogar ein Zimmer direkt neben der Uni hatte er mir besorgt.</p>
<p>In der ersten Woche durfte ich an einem Projekt des deutschen Dozenten Guido Staub mitarbeiten, bei dem es darum ging, die Küstenlinie Chiles genau zu bestimmen. Für das Projekt wurden Satellitenbilder geliefert, die nun sortiert und auf ihre Brauchbarkeit untersucht werden mussten. Ich gab die Koordinaten in Google Maps ein und erstellte dort eine Karte mit den abgedeckten Gebieten. Das war für mich eine tolle Möglichkeit, die Küste Chiles, die Tausende Kilometer lang ist, besser kennen zu lernen. In den Satellitenbildern suchte ich anschließend mit dem Programm Envi nach Punkten, die im Gelände gemessen werden könnten. Die Schwierigkeit dabei war, dass viele Bereiche nur schwer oder gar nicht zugänglich sind. In der folgenden Woche erstellte ich auch eine Karte der Radarbilder.<br />
Dann hatte ich die Möglichkeit, mit Juan Carlos Baez ins Gelände zu gehen. An einem Vulkan, Antuco, der knapp 3000m hoch ist, ist eine GPS-Station angebracht, um die Aktivität der  Erde zu überwachen. Von dieser Station mussten wir Daten herunterladen, da sie über keine Internetverbindung verfügt. Es blieb aber auch noch Zeit, um den Nationalpark, zu dem der Vulkan gehört, anzuschauen. </p>
<p>Die nächste Aufgabe gab mir wieder Guido Staub. Er arbeitet an einem Projekt über die Antarktis, für das er Informationen über einen Satelliten namens Cryosat benötigte. Deshalb sollte ich im Internet recherchieren und eine Präsentation gestalten. Cryosat ist ein Satellit, der Daten über die Polargebiete aufzeichnet, um die Eisdicke zu bestimmen. Die Herausforderung dabei war, die Information aus englischen Seiten herauszubekommen und daraus eine spanische Präsentation zu machen. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Mit dem Spanisch klappte es mittlerweile immer besser.<br />
Um die Universität besser kennen zu lernen, wollte ich auch Vorlesungen besuchen. Dazu wählte ich Topografía Minería und Statistik. Eine Vorlesung extra zur Minentopographie kam mir etwas ungewöhnlich vor. Aber wenn man die Wirtschaft von Chile betrachtet, die zu einem Großteil aus dem auf dem Export von Kupfer beruht, ist das ganz logisch. Viele Geomatikstudenten in Chile arbeiten später in Bergbau-Unternehmen.<br />
An einem Praktikumstag lernte ich die TIGO-Station auf dem Campus in Concepción kennen. Das ist ein sogenanntes „Transportables Integriertes Geodätisches Observatorium“, das mit allem ausgestattet ist, was man so für die Beobachtung des Weltraums und auch der Erde braucht: VLBI, GNSS, SLR, Seismometer, Gravimeter zur absoluten Schweremessung&#8230; Die einzelnen Bestandteile der Station wurden in Deutschland gefertigt und dann in Containern nach Chile verschifft. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Radar_large.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Radar_small.jpg" alt="" title="" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Studenten_large.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Studenten_small.jpg" alt="" title="" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Indios_large.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2012/03/Indios_small.jpg" alt="" title="" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Für meine letzte Woche an der Universität bekam ich von Herrn Baez die Aufgabe, ein deutsches Programm-Handbuch ins Spanische zu übersetzen. Das gestaltete sich teilweise etwas schwierig, da mein Wörterbuch und auch Wörterbücher im Internet an manchen Fachbegriffen scheiterten.<br />
Abgesehen vom breiten fachlichen Spektrum waren auch die menschlichen Begegnungen eindrucksvoll. Von den Uni-Mitarbeitern wurde ich sehr freundlich empfangen und sogar zu den Festlichkeiten zum Nationalfeiertag, eingeladen. Dieser wird in Chile groß gefeiert. Schon am Donnerstag wurde das verlängerte Wochenende mit Empanadas (Teigtaschen, gefüllt mit Zwiebeln, Fleisch und Oliven), Pajaritos (Süßgebäck) und chilenischem Wein eingeleitet. Auf Einladung eines chilenischen Studenten konnte ich das Wochenende dann bei seiner Familie in einem Dorf in den Anden verbringen und so einige chilenische Traditionen kennen lernen. An meinem letzten Tag an der Universität wurde ich bei Kaffee und Keksen von den Mitarbeitern verabschiedet und bekam sogar ein paar Andenken an die Universität. </p>
<p>Auch außerhalb meines Praktikums war einiges los an der Universität. In ganz Chile finden im Moment viele Demonstrationen und Streiks von Studenten statt, die sich für ein kostenloses Studium und eine bessere Lehre einsetzen. In Los Angeles gab es viele Aktionen und man konnte auf vielen Bannern die Forderungen der Studenten lesen. Hinterher erfuhr ich, dass „unsere“ Uni von Studenten besetzt worden war, so dass gar keine Vorlesungen mehr stattfinden konnten.<br />
Vor meiner Rückkehr nach Deutschland konnte ich noch zwei Wochen im Land reisen. An den Wochenenden hatte ich schon Tagesausflüge in die nächsten Städte gemacht. Auf Grund der Geographie Chiles musste ich mich nun für eine Hälfte des Landes entscheiden. Am meisten reizte mich der Norden. Dort befindet sich die Atacama, die trockenste Wüste der Welt. Auf dem Weg dorthin, den ich mit sehr bequemen und nicht allzu teuren Reisebussen zurücklegte, besuchte ich die Städte Pucón, eine ziemlich touristische Stadt mit sehr vielen Sportangeboten, die Hauptstadt Santiago de Chile und das wunderschöne und künstlerische Valparaíso. San Pedro de Atacama war dann wirklich eine andere Welt. Von dort fährt man auf dem Weg zu den höchstgelegenen Geysiren der Welt stundenlang durch eine menschenleere Steinwüste.<br />
Wenn ich so auf die sechs Wochen zurückblicke, bin ich sehr froh, mich für das Praktikum entschieden zu haben. Ich bin Herrn Baez und Herrn Staub sehr dankbar dafür, dass sie mir so viel Zeit geopfert haben und mir bei jeglichen Fragen geholfen haben. Ich habe ein faszinierendes und so vielseitiges Land kennen gelernt. Ich kann nur jedem empfehlen, der so eine Möglichkeit hat, sie zu nutzen. Dank der vielen Menschen, mit denen ich so manches schöne Gespräch führen konnte und die geduldig genug waren, Sätze auch drei Mal zu wiederholen, habe ich mein Spanisch verbessern können und weiß jetzt, dass ich mich gut verständigen kann. Für dieses Erlebnis bin ich sehr dankbar. Am meisten lernt man sowieso aus Fehlern. Ein Beispiel: Bei einem Interview für die Unizeitung antwortete ich der Journalistin auf die Frage, wie wir zum Vulkan gekommen sind: „En coche.“  Darauf reagierte sie ziemlich verblüfft. Das „hochspanische“ Wort für „Auto“ (coche) bedeutet im chilenischen Spanisch „Kinderwagen“.</p>
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		<title>Auswertung von US-Zensusdaten in einem GIS</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2011/10/diplomarbeit-schreiben-wo-andere-urlaub-machen-wurden/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 21:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Uhl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[GIS]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Zensus]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitarbeit an einem Forschungsprojekt, bei dem versucht wird Zensusdaten räumlich zu verfeinern. Zensusdaten sind sozio-ökonomische Bevölkerungsdaten aus Umfragen für sämtliche US-Haushalte. Diese liegen jedoch nur als Durchschnittswerte  bezogen auf größere geographische Einheiten vor. Dasymetrische Modellierung ist eine kartographische Technik ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin Student im Masterstudiengang Geomatics an der Hochschule Karlsruhe. Zum Abschluss meines Studiums zog es mich in die vereinigten Staaten von Amerika, um dort an einer Partnerhochschule, dem Department of Geography der University of Colorado in Boulder meine Masterthesis zu schreiben. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Labor.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Labor.jpg" alt=" " title="Im Büro mit anderen Studenten" width="512" height="340" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Während meines Studiums hatte ich mich bereits in GIS und GIS-Programmierung / -Scripting vertieft und hatte nun die Möglichkeit, meine Fähigkeiten im Bereich der Humangeographie anzuwenden. Meine Thesis trägt den Namen „Limiting and Related Variables for Dasymetric Analysis of U.S. Census Demography” und ist eingegliedert in ein Forschungsprojekt der dortigen Universität, bei dem versucht wird, die von der Regierung freigegebenen Zensusdaten, welche nur eine recht grobe räumliche Auflösung besitzen, räumlich zu verfeinern. Zensusdaten sind sozio-ökonomische Bevölkerungsdaten, die von der Regierung anhand von Umfragen für sämtliche US-Haushalte erhoben werden. Aus Datenschutzgründen werden diese jedoch lediglich als Durchschnittswerte (z.B. mittleres Einkommen) bezogen auf größere geographische Einheiten herausgegeben. Dasymetrische Modellierung ist eine kartographische Technik, mit welcher diese auf eine bestimmte geographische Einheit bezogenen Variablen verfeinert werden können, indem man Hilfsvariablen verwendet, z.B. Fernerkundungsdaten. Die bearbeiteten sozio-ökonomischen Variablen können Einkommen, Herkunft, Ethnizität oder Kinderzahl u.v.m. umfassen. Somit bekam ich durch diese Arbeit einen guten Einblick in die Arbeitsweise von Geographen sowie in die aktuellen sozio-ökonomischen Trends der US-amerikanischen Gesellschaft, was besonders aufgrund rezenter Einwanderungsströme aus Lateinamerika und der daraus resultierenden großen Hispanics-Minderheit besonders interessant ist. Es handelt sich bei meiner Thesis um eine methodologische Arbeit, die aufzeigen soll, ob und wie die geplante Verfeinerung von Zensusdaten möglich ist. Die Umsetzung erfolgte durch eine Reihe von Python-Skripten und den ArcGIS-Geoprocessing-Werkzeugen. Die Betreuung der Thesis durch zwei freundliche Professoren war hervorragend, da Fortschritte und Probleme in wöchentlichen Treffen diskutiert werden konnten.</p>
<p>Das Umfeld für die Erstellung einer Thesis war hervorragend. Die moderne Universität befindet sich in der Universitätsstadt Boulder, die 100.000 Einwohner hat und sich am Fuße der Rocky Mountains befindet. Ich arbeitete in einem GIS-Labor mit anderen Master- und PhD-Studenten im historischen Gebäude des Departments of Geography. Vom Fenster des Labors sieht man bereits die imposanten Felsformationen der Rocky Mountains. Die Nähe zum Gebirge bringt natürlich einiges an Freizeitmöglichkeiten mit sich, z.B. Skifahren im bis zu 4.000m hohen Skigebiet „Winter Park“ oder Wanderungen im Gebirgsort Aspen oder in der Nähe von Boulder. Auch für einen Kurztrip ins kalifornische San Francisco fand sich Zeit, ebenso wie ein Camping-Trip in den wüstenhaften Nachbarstaat Utah, wo sich gleich mehrere interessante Nationalparks befinden und schroffe Canyons und Tafelberge zum Wandern einladen. Nach fünfmonatiger Arbeit konnte ich schließlich die Thesis erfolgreich abschließen. Den Schlusspunkt setzte eine Abschlusspräsentation vor den betreuenden Professoren und interessierten Mitstudenten. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschluss.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschluss.jpg" alt=" " title="Meine Abschlusspräsentation" width="512" height="340" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Da nach getaner Arbeit noch 5 Wochen Zeit waren, nutzte ich die Gelegenheit für eine fünfwöchige Rucksackreise durch Mexiko und Teile Zentralamerikas, wo ich auf den Spuren der Maya unterwegs war und tolle Kolonialstädte, dichten Dschungel, aktive Vulkane und Traumstrände besuchen konnte.</p>
<p>Alles in allem bot mir dieser Auslandsaufenthalt eine tolle Möglichkeit, um mein Englisch zu verbessern, meine fachlichen Kompetenzen zu erweitern und viel über Land und Leute in Amerika zu erfahren.  Dank der kompetenten und freundlichen Betreuung an der University of Colorado kann ich einen solchen Auslandsaufenthalt zur Anfertigung einer Masterthesis nur weiterempfehlen.</p>
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		<item>
		<title>SOFIA-Projekt in Zusammenarbeit mit der NASA (2)</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2011/10/sofia-projekt-in-zusammenarbeit-mit-der-nasa-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 21:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Haußmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[GPS]]></category>
		<category><![CDATA[Kalifornien]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelteleskop]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Spiegelteleskop von SOFIA besteht aus einem Primärspiegel mit 2.7 m Durchmesser, einem dem Primärspiegel gegenüberliegenden beweglichen Sekundärspiegel, sowie dem Tertiärspiegel. Primär- und Sekundärspiegel sind sammelnde Spiegel...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Teleskop-full.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Teleskop.jpg" alt=" " width="512" height="340" /></a></p>
<p><strong>Arbeiten und Leben in der Wüste</strong></p>
<p>Das Spiegelteleskop von SOFIA besteht aus einem Primärspiegel mit 2.7 m   Durchmesser, einem dem Primärspiegel gegenüberliegenden beweglichen   Sekundärspiegel, sowie dem Tertiärspiegel. Primär- und Sekundärspiegel   sind sammelnde Spiegel, der Tertiärspiegel lenkt den aufgefangenen   Lichtstrahl um 90° durch eine Röhre zum Instrument auf der andern Seite   der Druckwand. Die Dreheinrichtung des Teleskops ist in die Druckwand   eingelassen und ermöglicht eine theoretische Position zwischen 0° und   180°. Der Operationsbereich für Messungen bei geöffneter Türe liegt   jedoch nur zwischen 17° bis 68°. Die tragende Struktur des   Teleskopsbesteht aus Kohlefaserkunststoff und ist größtenteils schwarz   beschichtet. Auf dem oberen Bild sieht man den Teil hinter der Druckwand, wo ein wissenschaftliches Instrument auf das Teleskop aufgesetzt ist.</p>
<p>Von den Mitarbeitern des DSI in Palmdale wurde ich sehr herzlich aufgenommen und ich bekam viele Tipps und Hilfe für das Leben in der Wüstenstadt. Palmdale liegt ca. 100 km nördlich von Los Angeles hinter den San Gabriel Mountains am Rande der Mojave-Wüste. Eigentlich ist Palmdale mit seiner Nachbarstadt Lancaster so verwachsen, dass man nicht bemerkt, wenn man die Stadtgrenzen überquert. Insgesamt erstrecken sich beide Städte über eine Fläche von mehr als 500 km² mit knapp 300.000 Einwohnern. Palmdale und Lancaster bilden das Zentrum des Antelope Valley, einer Region, in der man nur wohnt, wenn man für die Edwards Air Force Base, die NASA oder die Luftfahrtindustrie bei Lockheed, Northrop oder Boeing arbeitet oder sich kein Haus im Großraum von Los Angeles leisten kann. Sobald man die Berge überquert wird es sehr karg und trocken. In den Sommermonaten Juni-September steigen die Temperaturen im Schnitt auf 35°C, in Rekordjahren wurden 45°C gemessen. Im Winter kann es aber auch sehr kalt werden und schneien. Unter diesen extremen Bedingungen überleben nur wenige Pflanzen und somit ist die ganze Gegend recht karg und trist. Nur im Frühjahr zieht das Antelope Valley sogar Besucher von der Küste an, wenn ein orangefarbener Blütenteppich aus kalifornischen Poppy Flowers mehrere Quadratkilometer der Wüste bedeckt. Das ganze Jahr über kann man die für die Mojave-Wüste typischen Joshua Trees bewundern. Sie benötigen extrem wenig Wasser und wachsen trotzdem knapp 8 cm im Jahr.</p>
<p>Als die GPS-Empfänger wegen Zollproblemen mit knapp einem Monat Verspätung in Palmdale ankamen, konnte ich endlich mit meinen Messungen beginnen. Das GPS-Netz sollte rund um den Hangar angelegt werden, sodass man die Netzverdichtung ins Halleninnere durch die in alle vier Himmelsrichtungen gelegenen Hallentore vornehmen konnte. Um die geforderte Netzgenauigkeit zu erzielen, verblieben die beiden GPS-Empfänger stets 24 h auf ihrem jeweiligen Standpunkt. Das größte Problem während der GPS-Messungen bereitete der starke Wind, der im Herbst mit Böen bis zu 50-60 km/h durch die Wüste fegt. Das einzige Mittel dagegen war, die Stativbeine an beschwerenden Säcken festzubinden oder bei einem aufziehenden Sturm die Messung frühzeitig abzubrechen.</p>
<p>Zum Transport meiner Ausrüstung wurde mir ein Golf-Kart zur Verfügung gestellt, mit dem ich durch die Wüste fahren durfte. Mein Gefährt war für den harten Wüstenboden allerdings nicht wirklich geeignet und während starken Regenfällen kurz vor Weihnachten blieb ich in regelmäßigen Abständen stecken. Dank der Hilfe der netten NASA-Mitarbeiter, konnte ich aber immer schnell wieder befreit werden. Neben wettertechnischen Problemen lauerten während meinen Messungen noch weitere Gefahren. In der Mojave-Wüste sind neben süßen Hasen und Erdhörnchen auch gefährliche Klapperschlangen, braune Witwen und Coyoten beheimatet. Zum Glück blieb mir eine Begegnung mit Schlangen und Spinnen erspart. Nur einmal erschreckte mich ein Coyote, der sich aber gleich wieder aus dem Staub machte, als er mich erblickte. Nach der Ausgleichung des GPS-Netzes und der Einpassung ins WGS84-Netz folgte die Netzverdichtung mittels Theodolit. Diese Messungen waren wieder stark wetterabhängig. Hauptsächlich behinderten starke Windböen und Refraktion auf Grund der starken Sonneneinstrahlung ein zügiges Vorankommen. Das Ergebnis des Gesamtnetzes lag schließlich Ende Februar vor.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Beratung-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Beratung-small.jpg" alt="Beratungsgespräche auf dem Vorfeld" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Hangar-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Hangar-small.jpg" alt="Schwer bepackt vor dem Hangar der NASA" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Vorfeld-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Vorfeld-small.jpg" alt="Messung auf dem Vorfeld mit SOFIA im Hintergrund" width="135" height="135" /></a></p>
<p>Der schwierigste Teil meiner Diplomarbeit folgte zum Schluss: die  Orientierungsbestimmung des Teleskops auf der Grundlage des  Festpunktfeldes. Da es sich bei SOFIA um ein so einzigartiges Projekt  handelt, ist jeder Tag äußerst kostbar und schon Monate lang im Voraus  geplant. Zahlreiche Wissenschaftler warten Jahre darauf, um ihr  Instrument an das SOFIA-Teleskop zu hängen und erste spektakuläre  Messergebnisse zu bekommen. So war es auch als ein Team aus Köln mit dem  German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies (GREAT) in  Palmdale zu ihren ersten wissenschaftlichen Flügen eintraf. Da musste  ich mit meiner Diplomarbeit natürlich erst mal hinten anstehen, und  warten bis das GREAT-Team wieder abgereist war. Außerdem drohte im März  und April der „Government Shutdown“, was das Stilllegen sämtlicher  US-amerikanischer Behörden also auch der NASA bedeutet hätte. Zum Glück  wurde der Shutdown so lange aufgeschoben, bis sich die amerikanische  Regierung auf einen neuen Haushaltsetat einigen konnte. Dennoch war es  auch zu dieser Zeit schwer, das Flugzeug für einige Stunden zu bekommen,  weil alle etwas nervös waren und wichtigere Dinge vorher noch  abgeschlossen werden mussten. Anfang Mai bekam ich endlich die Chance  eine Orientierungsbestimmung des Teleskops durchzuführen. Ich verwendete  4 Nieten auf der Teleskopstruktur als identische Punkte, um Transformationsparameter  vom lokalen Teleskopkoordinatensystem ins globale UTM-Koordinatensystem  zu definieren. Mit Hilfe der Transformationsparameter ließ sich nun  jeder beliebige Punkt auf dem Teleskop ins UTM-Koordinatensystem  überführen. Das Ergebnis meiner Diplomarbeit ist letztendlich ein  einfaches Verfahren zur Bestimmung eines dreidimensionalen Vektors der  zwischen den Mittelpunkten von Primärspiegel und Sekundärspiegel  aufgespannt wird. Mit Hilfe dieses Vektors kann die Ausrichtung des  Teleskops relativ zu geographisch Nord bestimmt und die Kreisel des  Teleskops initialisiert werden.</p>
<p>Neben der Arbeit und den Messungen war stets die Mittagspause ein Highlight des Tages. So konnte man wenigstens für eine Stunde den fensterlosen und im Winter wie Sommer eisgekühlten Großraumbüros entfliehen. Der Hangar in Palmdale diente im zweiten Weltkrieg dem Bau der U-2-Bomber und wurde aus Angst vor Spionage komplett ohne Fenster gebaut. Außerdem braucht es der Durchschnittsamerikaner stets stark klimatisiert, ob bei der Arbeit, im Auto oder beim Einkaufen. Auch die Restaurants sind für deutsche Verhältnisse eher etwas frisch und so wurden wir von vielen Bedienungen komisch angeschaut, da wir meist bei angenehmen 20-25°C die sonst so verlassenen Tische im Freien benutzen. Leider freut man sich nach einem halben Jahr Palmdale nicht mal mehr über die Mittagspause, da man Buffets, Burger mit Pommes, asiatisches oder mexikanisches Essen nicht mehr sehen kann. Das soll nicht heißen, dass es in Kalifornien kein gutes Essen gibt. Die Supermärkte sind voll mit frischem Obst und Gemüse, nur leider wissen viele nicht, wie man es lecker zubereitet. Als Vegetarier wäre man in Palmdale sowieso verloren. Anders sieht es da 100 km weiter an der Küste aus, hier gibt es ideenreiche Salate und frische Gerichte mit allem, was der Pazifik an Meerestieren hervorbringt.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Riesenrad-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Riesenrad-small.jpg" alt="Riesenrad am Santa Monica Pier" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Gehry-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Gehry-small.jpg" alt="Walt Disney Concert Hall in Downtown L.A." width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Griffith-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Griffith-small.jpg" alt="Ausblick auf Los Angeles vom Griffith Observatorium" width="135" height="135" /></a></p>
<p>Neben der tollen Arbeit blieb natürlich auch Zeit für andere Dinge. Am Wochenende fuhren wir oft ins ca. 1 Stunde entfernte Santa Monica oder nach Los Angeles. Das Wetter verwöhnte uns fast den ganzen Winter über mit Sonne und so waren auch Strandbesuche keine Seltenheit. Rund um die Pier von Santa Monica tummeln sich am Wochenende neben Touristen auch Einheimische, die sich am Strand entspannen und ihre Bräune pflegen. Auch ein Besuch auf dem berühmten Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard durfte natürlich nicht fehlen. In Downtown Los Angeles beeindrucken besonders die glänzenden Fassaden der Wolkenkratzer und Bürogebäude. Hier trifft man neben Geschäftsleuten viele schräge Gestalten, die einem ein paar Dollar abschwatzen wollen. Das wohl futuristischste Gebäude auf einem Hügel von Downtown Los Angeles ist die Walt Disney Concert Hall. Sie wurde 2003 von Frank O. Gehry entworfen und zählt, wegen ihrer Architektur und Akustik zu den bedeutendsten Konzerthallen der Welt. Die schönste Aussicht auf Los Angeles hat man vom Griffith Observatorium im Norden von Hollywood. Besonders in den Abendstunden, wenn sich der Dunst über der Stadt hebt und Millionen Lichter angehen, kann man den atemberaubenden Blick über die Metropole genießen.</p>
<p>Zum Schluss freute ich mich zwar sehr auf zu Hause, dennoch viel der Abschied schwer. Die hilfsbereiten Mitarbeiter des DSI waren mir über die lange Zeit sehr ans Herz gewachsen und auch ein paar nette amerikanische Kollegen vermisse ich jetzt schon. Ich werde mich noch lange an die vielen schönen Momente und Erfahrungen erinnern, die ich während des halben Jahres gemacht habe.</p>
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		<title>SOFIA-Projekt in Zusammenarbeit mit der NASA (1)</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 20:19:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Haußmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[Kalifornien]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelteleskop]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe an einem Projekt zwischen dem DLR und der NASA mitgearbeitet. Meine Aufgabe bestand in der Anlage eines Festpunktfeldes und in einer Prozedur zur Orientierung relativ zu geographisch Nord für das Teleskop für Nicht-Geodäten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte die einmalige Chance während meiner Diplomarbeit mit dem Titel „Orientierungsbestimmung für das SOFIA-Teleskop“ für ein halbes Jahr in die USA zu gehen und an einem wissenschaftlichen Projekt der NASA mitzuarbeiten. Dabei konnte ich außerdem viele schöne Eindrücke und Erfahrungen sammeln und Land und Leute kennenlernen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschied.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Abschied.jpg" alt=" " width="512" height="340" /></a></p>
<p><strong>Vorbereitungen</strong></p>
<p>Im Frühling 2010 entdeckte ich am Schwarzen Brett des Instituts für Ingenieurgeodäsie der Universität Stuttgart einen Aushang für eine Diplomarbeit, bei der es darum ging, die Orientierung für das SOFIA-Teleskop zu bestimmen. Zunächst konnte ich damit nichts anfangen, aber die Abschnitte „in Kooperation mit der NASA“ und „ein Teil der Arbeit ist in den USA durchzuführen“ weckten meine Neugierde. Schon während meines Studiums spielte ich immer mit dem Gedanken für eine Weile ins Ausland zu gehen, also sah ich diese Diplomarbeit als meine letzte Chance vor dem Einstieg ins Berufsleben.</p>
<p>SOFIA, das Stratosphären Observatorium für Infrarotastronomie, ist ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR), des Deutschen SOFIA Instituts (DSI)  und der US-amerikanischen National Aeronautics and Space Administration (NASA). Bei der fliegenden Sternwarte handelt es sich um eine umgebaute Boeing 747SP, in die ein Spiegelteleskop mit einem Durchmesser von 2.7 m eingebaut wurde. Das Teleskop kann verschiedene wissenschaftliche Instrumente tragen und gelangt durch das Flugzeug auf eine Höhe von 13-14 km, wo nahezu kein störendender Wasserdampf der Atmosphäre die Infrarotstrahlung abschwächt.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Stau-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-372" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Stau.jpg" alt="Messung auf dem Vorfeld von SOFIA" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Nacht-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-374" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Nacht-small.jpg" alt="Mit anderen Studenten bei nächtlichen Aufzeichnungen von SOFIA" width="135" height="135" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Theo-full.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-376" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Theo-small.jpg" alt="Netzverdichtung mit dem Theodolit" width="135" height="135" /></a></p>
<p>Die Boeing 747SP ist in der Regel in einem Hangar der NASA in Palmdale, Kalifornien untergebracht. Um die Orientierung des Teleskops und der eingebauten Kreisel ohne Hilfe der Sterne bestimmen zu können, sollte ich im Rahmen der Diplomarbeit ein Festpunktfeld mit globalen Koordinaten um und vor allem im Hangar anlegen. Außerdem bestand meine Aufgabe darin eine Prozedur zu entwickeln, die es nicht-geodätisch geschultem Personal ermöglicht die Orientierung des Teleskops relativ zu geographisch Nord selbstständig zu bestimmen. Noch in Deutschland begann ich ein Konzept für das Festpunktfeld zu entwickeln und die GPS-Empfänger auszuprobieren. Da im näheren Umfeld des NASA-Geländes in Palmdale leider keine hochgenauen, bekannten Festpunkte vorhanden waren, musste zunächst ein Netz mittels statischem GPS um den Hangar herum angelegt werden.<br />
Neben der Planung und Simulation der ersten Messungen in Palmdale galt es noch einiges für den halbjährigen Aufenthalt in den USA zu organisieren. Ein Visum zu bekommen und einen günstigen Flug zu buchen, stellte dabei das kleinste Problem dar. Großes Kopfzerbrechen bereitete mir neben der Finanzierung vor allem die Suche einer Unterkunft und eines Autos. Hilfe bekam ich von einer Studentin, die ebenfalls ihre Diplomarbeit in Palmdale geschrieben hatte. Sie nahm mir gleich die Illusion, ich könnte in Amerika Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Da sich Palmdale, wie die meisten Städte an der amerikanischen Westküste über eine riesige Fläche erstreckt und es nur einige wenige Buslinien gibt, ist es dort nahezu unmöglich sich ohne Auto fortzubewegen oder einen Supermarkt zu erreichen. Ich hatte schließlich das Glück ein Auto günstig von einem ehemaligen Mitarbeiter der NASA zu mieten. So war zumindest das Problem der Fortbewegung vor meinem Abflug geklärt. Offen blieb die Zimmersuche, die ich vor Ort in Angriff nehmen wollte.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Golf-full.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/10/Golf-full.jpg" alt=" " width="511" height="384" /></a></p>
<p>Am 25. Oktober 2010 war alles für das große Abenteuer bereit. Ich flog von Stuttgart über London nach Los Angeles. Gerade angekommen bekam ich gleich meinen neuen, zuverlässigen Begleiter, einen Buick Regal Baujahr 1999 und durfte mich als erstes an das Verkehrssystem und die amerikanische Fahrweise gewöhnen. Zwar sind die Geschwindigkeiten mit maximal 70 Meilen/h (113 km/h) auf den Highways deutlich geringer im Vergleich zu Deutschland, allerdings scheinen viele kalifornische Autofahrer nicht zu wissen, dass sie einen Blinker besitzen und wechseln die Spuren ohne Vorwarnung. Anfangs hatte ich auch mit den zahlreichen Fahrspuren zu kämpfen, da man um eine Ausfahrt zu erwischen manchmal fünf bis sechs Spuren in ein paar Sekunden wechseln musste. Nach wenigen Tagen allerdings wurde es schnell zur Routine und ich stellte fest, dass das kalifornische System auch seine Vorteile hat und man viel entspannter Reisen kann. So gibt es zum Beispiel kaum Drängler auf den Highways und es werden immer Lücken zum Einordnen gelassen. Außerdem gibt es die Regeln, dass man sowohl links als auch rechts überholen und an fast allen Ampeln bei rot rechts abbiegen darf. Die beste Einrichtung ist meiner Meinung nach die „Carpool Lane“, eine Fahrspur, die nur Autos mit mindestens zwei Fahrgästen verwenden dürfen. Sie soll die Amerikaner zur Gründung von Fahrgemeinschaften ermuntern, um dem täglichen Verkehrschaos im Großraum von Los Angeles zu entgehen.</p>
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		<title>Messen zwischen Fikapaus und Elchgebein</title>
		<link>http://blog.arbeitsplatz-erde.de/2011/06/messen-zwischen-fikapaus-und-elchgebein/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 09:08:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah-Samanta Will</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik & Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Deformationsmessung]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Praktikum in Schweden habe ich bei hochgenauen Deformations-messungen durch den Bau einer Autobahn-brücke und beim zweispurigen Ausbau der Eisenbahn mitgearbeitet.
 Jetzt bin ich mir sicher, dass ich nach meiner Masterarbeit nach Schweden auswandere.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-GPS-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-GPS-teaser.jpg" alt=" " title="Messungen an den neuen Festpunkten mit GPS" width="512" height="270" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Schweden – das Land unendlicher Wälder oder auch einfach Natur pur. Seit langem ist es mein Traum in diesem Land als Vermessungsingenieurin zu arbeiten und zu leben. Durch mein Jahr als Au Pair in Schweden und zahlreiche Sprachkurse mache ich mir keine Sorgen um die Sprachprobleme. Doch wie setze ich am besten einen Fuß ins Land der Elche, Wikinger und Knäckebrote? Wie lerne ich Land und Leute, sowie Arbeitsweisen und Fachbegriffe am besten kennen? Und wie integriere ich es ins Studium? Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten: ein Auslandssemester, eine Abschlussarbeit oder auch – über ein Praktikum – der direkte Start ins Arbeitsleben. Um mit möglichst realistischen Verhältnissen die verschiedenen Situationen kennenzulernen entschied ich mich für ein Praktikum.</p>
<p>Die Möglichkeit in einem Ferienhaus von Verwandten zu übernachten, begrenzte meine Suche nach Firmen auf die kleine Hafenstadt Varberg südlich von Göteborg. Da in Schweden Praktika eher selten sind und viel Wert auf eine schwedische Grundausbildung gelegt wird, erhielt ich beim schwedischen Katasteramt Lantmäteriet schnell eine Absage. Bei der Vermessungsfirma Geoiden Mätteknik AB hatte ich aber mehr Erfolg. Nach einem kurzen und unkomplizierten Anruf beim Chef Bengt Eliasson abends um 20:30 Uhr hatte ich den Praktikumsplatz sicher. Mein sechswöchiges Praktikum sollte im Frühjahr 2011 zwischen meinen letzten Klausuren und dem Beginn meiner Masterarbeit stattfinden. In dieser Zeit würde ich viele unterschiedliche Messprojekte sehen. Diese umfassen Maschinensteuerung mit GPS, Nivellementmessungen zur Kontrolle von Bodensenkungen, unterschiedliche Messungen im Straßen- und Eisenbahnbau, sowie Laserscanning und Totalstationsmessungen im Tunnelbau. Es versprach eine aufregende und lehrreiche Zeit zu werden.</p>
<p><strong>Pausenhofgestaltung einer Schule</strong><br />
Dann war es endlich so weit. Mein erster Tag als deutsche Praktikantin in Schweden, der morgens um 07:00 Uhr beginnt. Das frühe Aufstehen ist kein Problem, doch musste ich mich daran gewöhnen eine 50 bis 140 km lange Anfahrt einzuplanen. Diese Entfernungen sind in Schweden – und auch allgemein in Skandinavien – vollkommen normal. Am besagten ersten Tag wurde ich mit neuer Arbeitskleidung ausgestattet, beim schwedischen Finanzamt skatteverket angemeldet und Robban vorgestellt, mit dem ich die ersten eineinhalb Wochen verbringen sollte.</p>
<p>In der folgenden ersten Woche waren Robban und ich unter anderem an einer Schule, dessen kompletter Schulhof neugestaltet wurde. Für die anstehenden Asphaltarbeiten sollten Straßenkanten abgesteckt werden. Die Absteckung der Asphaltkanten haben wir mit einer Trimble Totalstation durchgeführt. Nahezu alle Vermessungen während meines Praktikums wurden mit einer Ein-Mann-Station durchgeführt. Da in Schweden nur wenige Geodäsie studieren und Vermessungspersonal knapp ist, muss das Arbeitspotential optimal ausgenutzt werden. Mir wurden die Instrumente und das Programm GeoPAD auf dem Controller gezeigt, welches eines der weit verbreitesten Vermessungsprogramme in Schweden ist. Alle gemessenen Daten können leicht auf den PC gespielt werden und in Geo weiterverarbeitet werden. Ein entsprechendes Programm für die Maschinensteuerung ist GeoROG. Eine in GeoPAD geladene Koordinatendatei zeigt die abzusteckenden Asphaltkanten. Die Position des Prismastabes wird mit der Totalstation ermittelt und über die Straßenkante geführt. Mit Sprayfarbe gekennzeichnet können die Asphaltarbeiten beginnen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Niv-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Niv-small.jpg" alt="Nivellement in Göteborg" title="Nivellement in Göteborg" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Krabban-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Krabban-small.jpg" alt="Gleismessung mit KRAB" title="Gleismessung mit KRAB" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Auto-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Auto-small.jpg" alt="Schön schmutziges Vermessungsfahrzeug" title="Schön schmutziges Vermessungsfahrzeug" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p><strong>Senkungsverdacht im zentralen Göteborg</strong><br />
Bereits in den ersten Tagen wurde mir klar, dass sich der Tagesablauf in Schweden im Vergleich zu dem in Deutschland sehr unterscheidet. In Schweden wird allgemein die Meinung vertreten, dass ein Mensch höchstens 3 Stunden effektiv arbeiten kann. Alle 2 – 3 Stunden wird daher eine Pause eingelegt. Wird um 07:00 Uhr begonnen zu arbeiten, gibt es um 09:00 Uhr eine halbe Stunde die sogenannte fikapaus und gegen 12:00 Uhr dann Mittag. Um 15:00 Uhr wird nochmal eine fikapaus eingelegt und um 17:00 Uhr ist dann meistens Feierabend. Fikapaus bedeutet so viel wie Kaffee trinken. Überall im Land wird dabei Kaffee oder Tee getrunken und Brot mit salziger Butter und unterschiedlichstem Belag gegessen. Dieser Tagesablauf ist in Schweden weitverbreitet und man kann sich wirklich daran gewöhnen.<br />
In Woche zwei sollte es dann in die zweitgrößte Stadt Schwedens gehen. Hier wird mitten in der Innenstadt eine neue Autobahnbrücke mit diversen Ab- und Auffahrten gebaut. Da dieses Projekt mitten in einem Wohngebiet gelegen ist, sollen die umstehenden Wohngebäude genauestens auf eventuelle Senkungen durch den Brückenbau überwacht werden. Mittels Nivellement wird monatlich kontrolliert, ob Senkungen der Gebäude stattgefunden haben. Für einige dieser Schleifen brauchte Magnus meine Hilfe. Ausgestattet mit einer 3 m-Latte und einem Digitalnivellier von Leica ging es dann quer durch Göteborg und ich konnte sogar meinen ersten Vermessungspunkt in schwedischen Asphalt schlagen. Da wir beide seit längerem nicht mehr nivelliert hatten, waren wir uns nicht sicher, ob unsere Ergebnisse überhaupt brauchbar waren, aber ein Schleifenschlussfehler von 0,23 mm machte uns dann doch stolz. </p>
<p><strong>Eine Krabbe auf den Gleisen</strong><br />
Magnus ist nicht nur fürs Nivellieren zuständig, sondern arbeitet überwiegend mit der KRAB. „KRABBAN“, wie wir die Aluminiumdraisine zur Gleisvermessung nannten, bedeutet Krabbe und macht ihrem Namen alle Ehre. Mittels verschiedener mechanischer Messgeber können unterschiedliche Messgrößen, wie die Schienenmitte und -breite, der Höhenunterschied der Schienen zueinander oder deren Schiefe bestimmt werden. Aber auch eine Längenmessung in Bezug auf den Anfangspunkt wird mittels Odometer ermittelt. Diese Art Draisine wird in Schrittgeschwindigkeit über die Schienen geschoben. Da der Zugverkehr hierfür nicht extra gestoppt wird, geht ein Zugwarner parallel mit, so dass sich der Vermesser nur auf die Messung konzentrieren kann. Kommt ein Zug muss die Krabbe möglichst ruhig von den Gleisen gehoben werden und ein Sicherheitsabstand zum vorbeifahrenden Zug von 5 m sollte eingehalten werden. Ist der Zug vorbei kann die Messung weitergehen. Da die Messungen nur im Meterbereich genau sein müssen, muss die Absetzposition nicht markiert werden und es wird lediglich versucht an ungefähr gleicher Stelle weiterzumessen.<br />
In Schweden wird der noch einspurige Bahnverkehr langsam auf das zweispurige System umgestellt. Dies zieht viele Gleisbauprojekte in ganz Schweden nach sich. Um den Untergrund für die zweite Spur, der überwiegend aus weichem Lehm besteht, nördlich von Göteborg zu stabilisieren, werden Kalk-Zement-Säulen bis zu 15 m in den Boden gebohrt. Da diese Arbeiten überwiegend neben den bereits befindlichen Spuren durchgeführt werden, sind diese hiervon stark beeinträchtigt. Veränderungen der Schienenlage im cm-Bereich können einen Zug bereits zum Entgleisen bringen.<br />
Bei meiner ersten KRAB-Messung bin ich nebenher gegangen und Magnus hat KRABBAN bedient. Ich sollte mich zunächst an den Schotter gewöhnen, auf dem gelaufen werden musste, und wenn ein Zug kommt mithelfen das Gerät von den Schienen zu heben. Nach einer eingehenden Einweisung zum Verhalten im Schienengebiet, konnte es dann auch losgehen. Die Aufregung des ersten vorbeikommenden Zuges wurde dadurch verstärkt, dass wir gerade 2 m auf einer Brücke waren, als der Zugwarner rief: „Zug!“. Allerdings konnte man auf dieser einspurig geführten Brücke nicht einfach zur Seite gehen und der Weg zurück war auch ausgeschlossen. Daher mussten wir uns beeilen die 50 m Brücke rechtzeitig hinter uns zu bringen, bevor der Zug sie erreicht. Nur wenige Sekunden nachdem wir die Krabbe von den Schienen gehoben hatten, fuhr der Zug mit ca. 100 km/h an uns vorbei.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Tunnel-ich-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Tunnel-ich-small.jpg" alt="Ich bei Vermessungsarbeiten im Tunnel" title="Ich bei Vermessungsarbeiten im Tunnel" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-small.jpg" alt="Messgebiet Såden" title="Messgebiet Såden" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-Norden-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messgebiet-Norden-small.jpg" alt="Messgebiet im Norden" title="Messgebiet im Norden" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p><strong>Tunnelbesuch und Geländemodell</strong><br />
Die Tage vor und nach Ostern waren etwas ruhiger, aber nicht weniger spektakulär. Bei ein zwei Besuchen in Göteborg lernte ich Peter und Barbora kennen. Barbora hatte ihren Master in Geodäsie in Tschechien gemacht und war vor sechs Jahren nach Schweden ausgewandert. Von ihr bekam ich bezüglich Auswanderung nach Schweden viele Tipps und auch zu den Arbeitsbedingungen konnte sie mir viel erzählen. Das Beste an dem Besuch bei Barbora war allerdings ihr Projekt. Sie betreut seit fast drei Jahren den Bau eines Abwassertunnels in einem kleinen Vorort östlich von Göteborg. Dieser Tunnel wurde in den Fels gesprengt, war fast 10 km lang, 4 m hoch und nur 3 m breit. Dies ist die kleinstmögliche Größe eines Tunnels, da bei geringerer Größe die Maschinen nicht mehr hineinpassen. Mit einem alten Militärjeep  ging es dann hinab durch einen halben Meter Schlamm und Wasser. Für die Messungen untertage verwendet Barbora sogenannte Unikonsolen mit denen Sie die Totalstation an der Tunnelwand befestigen kann. Messprismen werden mit Hilfe von Gewindepunkten ebenfalls an den Wänden angebracht. Damit die Punkte in der Dunkelheit wieder auffindbar sind, werden sie farbenfroh markiert.<br />
Apropos farbenfrohe Markierungen: über das Osterwochenende bekam ich dann Besuch von meinem Verlobten und meinem Vater mit seiner Frau. Um ihnen zeigen zu können womit ich arbeite und auch um weitere praktische Erfahrungen zu sammeln, fragte ich Bengt, ob es möglich wäre ein Geländemodell vom Grundstück zu erstellen. Er fand das es eine gute Idee war und ich bekam sämtliche Ausrüstung über die Feiertage mit nach Hause, um dort die Messungen zu erledigen. Ich plante die gesamte Messung selbst und lies dies von Bengt überprüfen. Mittels SWEPOS, dem schwedischen Satellitenpositionierungsdienst, und einer Leica GPS-RTK Ausrüstung bestimmte ich die Koordinaten von vier Festpunkten um sie später zur Orientierung der Totalstation zu nutzen. Mit insgesamt vier Standpunkten und einer Leica-Totalstation der neuen Viva-Serie konnte ich eine topographische Landesaufnahme des Grundstückes realisieren. Sowohl die Totalstation, als auch die GPS-Instrumente nutzen das Programm Geo zur Verarbeitung der Messdaten, welches ich bereits in meinen ersten Tagen kennenlernte. Zur Bearbeitung der gemessenen Daten und zur Erstellung eines Geländemodells bekam ich eine Demolizenz des Programmes zur Verfügung gestellt. Zusätzlich nahm ich zusammen mit anderen Geonutzern an einem Fortgeschrittenenkurs zur Volumenberechnung in Geo teil, welche Bengt zur Weiterbildung von Vermessern anbietet. Mit diesem Wissen konnte ich anschließend ein Geländemodell des Grundstückes modellieren. Zur besseren Visualisierung habe ich für meine Bekannten einmal die Gebäude hinzugefügt.</p>
<p><strong>Großprojekt zweispurige Eisenbahn</strong><br />
Und schon waren die ersten vier Wochen meines Praktikums um. Ich hatte bereits eine Menge gesehen, durfte vieles eigenständig messen und habe eine Menge gelernt. Doch in den letzten beiden Wochen konnte ich ganz besonders das richtige Leben eines schwedischen Vermessers kennenlernen. Wie schon erwähnt wird in einem großen Projekt das einspurige Eisenbahnnetz in Schweden erweitert. So auch ca. 40 km nördlich von Göteborg. Während der ganzen Bauarbeiten sollte nun ein Festpunktnetz aufgestellt werden, welches für spätere Messungen der Bahn zur Verfügung stehen soll. Mit meinem neuen Kollegen Peter und Magnus, mit dem ich bereits mit der Krabbe gemessen hatte, konnte ich dieses Projekt von Anfang an begleiten. Es handelte sich dabei um eine etwa 4 km lange Bahnstrecke, welche auf zwei Spuren umgebaut oder zum Teil sogar verlegt werden sollte. Wir fingen am ersten Tag an bereits bestehende Festpunkte im ganzen Gebiet zu erkunden und diejenigen auszuwählen, welche als Anschlusspunkte für die neuen Messungen geeignet waren und welche nicht. Im Fundament der Stromleitungsmasten sollten Messpunkte angebracht werden, über welche wir uns später zum Messen mit einer Totalstation per Zwangszentrierung aufstellen würden. Diese Messpunktstandorte mussten genauestens erkundet werden. Zum Einen durften sie maximal 250 m vom nächsten entfernt sein und zum Anderen mussten im Vor- und im Rückblick jeweils mindestens zwei weitere Messpunkte sichtbar sein. Allein diese Erkundung dauerte vier Tage. Anschließend begannen wir mit den Markierungsarbeiten und während wir den Bahnschienen entlang gingen stolperte ich fast über einen Elch. Zu meiner Verwunderung hatte ich mir zuvor nie Gedanken gemacht, dass es auch zu Wildunfällen im Zugverkehr kommen kann.<br />
Als wir bereits einen Tag Messingstangen in die Fundamente gebaut hatten, wurden all unsere Vorarbeiten am zweiten Tag der Markierungsarbeiten zunichte gemacht. Während unserer tatkräftigen Arbeit im Norden, hatten die Elektriker im Süden begonnen Elektrikschränke zu installieren, sodass komplette Sichten verbaut wurden. Fast unsere gesamte Arbeit der letzten Woche war somit hinfällig. Wir begannen von vorne unsere Sichten und bereits markierten Punkte zu überprüfen. Unterdessen neigte sich die Zeit meines Praktikums dem Ende zu und ich entschied meinen Aufenthalt um einige Tage zu verlängern, um noch mit den Messungen beginnen zu können. Wir markierten dann zunächst die erste Hälfte der Gesamtstrecke fertig und konnten am letzten Tag meines Schwedenaufenthaltes mit dem Messen anfangen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-Totalstation-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Messung-Totalstation-teaser.jpg" alt=" " title="Messungen an den neuen Festpunkten mit Totalstation" width="512" height="270" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p><strong>Was habe ich gelernt?</strong><br />
In meiner gesamten Zeit in Schweden habe ich sowohl meine praktischen Kenntnisse im Umgang mit einer Totalstation oder einer GPS-RTK-Ausrüstung vertieft, mit einer spezifischen Messdatensoftware  gearbeitet und sogar einen Kurs dafür besucht. Ich habe die Arbeitsweise im Bahnverkehr kennengelernt, meine Sprachkenntnisse erweitert und gesehen wie große Baumaschinen mit meinen Messungen mm genau eine Straße bauen. Aber das allerwichtigste ist, dass ich eine Menge sehr netter Menschen kennengelernt habe und ich mir nun umso mehr sicher sein kann, dass ein Leben in Schweden für mich unabdingbar ist.</p>
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		<title>Dreimonatiges Praktikum im Land Administration Project in Accra (Ghana)</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 20:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna Hutter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grund & Boden]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Geodatenbank]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Kataster]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war in Ghana beim "Land Administration Project" tätig. Dort werden die Grenzen zwischen traditionellen Stammesgebieten vermessen, ein Kataster eingeführt und ein neues geodätisches Referenznetz für Ghana aufgebaut und sowie eine landesweite Geodatenbank eingerichtet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach sieben Semestern Studium and der TU München und mehreren Praktika hat mich im vergangenen Sommer das Interesse an der Arbeit jenseits der bekannten europäischen Standards zu einem Praktikum nach Ghana geführt. Dazu kam Neugierde auf ein mir unbekanntes Land und auf mir unbekannte Vermessungskollegen. Mein Interesse hat sich gelohnt!</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Accra-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Accra-full.jpg" alt=" " title="Stadtviertel von Accra mit dem Regierungssitz (Osu Castle)" width="512" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Ghana, die frühere Goldküste Westafrikas, erlangte 1957 als erste der afrikanischen Kolonien südlich der Sahara die Unabhängigkeit von Großbritannien. Obwohl die Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit durch mehrere Militärputsche geprägt waren, verlief die jüngere Geschichte des Lands weitgehend friedlich und Ghana gilt heute in der Region als politisch stabil und vergleichsweise wohlhabend. Ghana ist reich an Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Holz. Traditionelle Strukturen haben sich bis heute in Familie und Gesellschaft erhalten. So spielen auch auf politischer Ebene die traditionellen Stammeshäuptlinge, die Chiefs, eine wichtige Rolle. Vor allem in den ländlichen Gebieten sind sie Macht- und Entscheidungsträger. Als solche haben sie auch großen Einfluss auf Entscheidungen, die die Landverteilung und Bodenverwaltung betreffen. Gleichzeitig bestehen staatliche Institutionen, die formal ebenfalls für diese Fragen zuständig sind. Es entsteht ein Nebeneinander von traditionellen Strukturen und meist schwächerer staatlicher Verwaltung. Daraus resultieren vielfältige Probleme wie Mehrfachverkäufe von Land, unklare Grenzverläufe und Landkonflikte. Zusätzlich steht das Land vor Herausforderungen wie denen einer wachsenden Bevölkerung, Urbanisierung und steigenden Grundstückspreisen. Vor diesem Hintergrund haben der Staat und internationale Geber 2003 das ‚Land Administration Project‘ ins Leben gerufen. </p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Kollegen-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Kollegen-small.jpg" alt="Arbeitskollegen" title="Arbeitskollegen" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Osu-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Osu-small.jpg" alt="Osu, das Viertel von Accra, in dem wir gearbeitet haben" title="Osu, das Viertel von Accra, in dem wir gearbeitet haben" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Feldbesuch-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Feldbesuch-small.jpg" alt="Feldbesuch" title="Feldbesuch" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Das Projekt soll den gesamten Bereich der Landverteilungs- und Bodenpolitik neu strukturieren. Eines der konkreten Ziele des Projekts ist, die staatliche Bodengesetzgebung und das traditionelle Recht der Clansysteme einander anzupassen. Die Verwaltung soll reformiert, ein Kataster aufgebaut und die Prozesse zur Registrierung von Grundstücken vereinfacht werden.<br />
Für den Bereich der Vermessung ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben, die während meines Aufenthalts ausgeführt wurden: Die Vermessung der Grenzen zwischen traditionellen Stammesgebieten einerseits, sowie andererseits die systematische Vermessung und Erhebung von Eigentümerdaten von Grundstücken in der Stadt. Außerdem wird ein neues geodätisches Referenznetz für Ghana aufgebaut und eine landesweite Geodatenbank eingerichtet.</p>
<p>Die drei Monate in Ghana waren für mich in zwei Phasen geteilt: Die ersten Wochen habe ich überwiegend im Büro der von GFA und GCI überwachten Consultants verbracht, welche die Vermessungsaufgaben durchführen. Während dieser Zeit konnte ich einen guten Einblick in das Projekt, die Rechtssituation und den Ablauf der Reformen, Erfolge und Schwierigkeiten, gewinnen. Zudem hatte ich die Möglichkeit, an Konferenzen, Treffen und Feldbesuchen teilzunehmen. Außerdem konnte ich an mehreren Tagen das „Survey Department“ in Accra, also das Landesvermessungsamt, und seine verschiedenen Abteilungen kennenlernen. Die dortigen Strukturen haben auf mich sehr ineffizient gewirkt und die technische Ausstattung ist veraltet. Mir ist aufgefallen, wie wichtig die Reformen sind, damit mehr Menschen ihren Landbesitz zu erträglichen Kosten registrieren lassen können.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Arbeit2-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Arbeit2-small.jpg" alt="Bei der Arbeit" title="Bei der Arbeit" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-372" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Elmina-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Elmina-small.jpg" alt="Elmina" title="Elmina" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-374" /></a><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Referenzstation-full.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Referenzstation-small.jpg" alt="Referenzstation" title="Referenzstation" width="135" height="135" class="alignleft size-full wp-image-376" /></a></p>
<p>Nachdem im Mai die Feldarbeiten in Accra begonnen hatten, konnte ich mich in den weiteren Wochen an der praktischen Durchführung des Projekts beteiligen. In dieser Phase des Projekts wurden die Arbeiten zum Testen der Abläufe in einzelnen Pilotprojekten von privaten Vermessungsbüros durchgeführt. Ich begleitete die Arbeit einer Firma, die damit beauftragt war, in Osu, einem zentralen älteren Stadtteil von Accra, systematisch alle Grundstücke zu erfassen. Dabei wurden die Grundstücke und Gebäude zunächst unter Mitverwendung von existierenden alten Karten und Luftbildern mit GPS-Empfängern im RTK-Modus vermessen. Außerdem wurde für jedes Grundstück eine Bestandsaufnahme gemacht. Es wurden Gebäudeanzahl, Baumaterialien und Infrastruktur wie Wasserzugang und sanitäre Anlagen, Stromversorgung und Telefonanschluss erfasst. Eine dritte Gruppe hat sich mit den rechtlichen Verhältnissen beschäftigt: Wer ist Eigentümer und wie lässt sich das nachweisen? Die wenigsten Grundstücke waren bereits registriert. Durch das systematische Vorgehen von Grundstück zu Grundstück sollte der Registrierungsprozess beschleunigt und vereinfacht werden. Alle gesammelten Daten wurden nach der Erfassung in eine Geodatenbank eingetragen.</p>
<p>Interessant war für mich neben dem fachlichen Aspekt der Arbeit vor allem der Einblick in den Alltag der Menschen in Accra. Da wir von Haus zu Haus vorgegangen sind und viel mit den Bewohnern geredet haben, wurde uns nicht selten die ganze Familiengeschichte erzählt. Manchmal wurde unserer Arbeit aber auch kein Verständnis entgegengebracht. Meine Arbeitskollegen waren alle Ghanaer. Einige von ihnen waren Vermessungsstudenten, die wie ich als Praktikanten bei der Firma waren. Somit konnte ich ihre Arbeitsweisen und Lebenseinstellungen kennenlernen und mich mit meinen „Kommilitonen“ über Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Studiums austauschen.</p>
<p><a href="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Chief-teaser.jpg"><img src="http://blog.arbeitsplatz-erde.de/wp-content/uploads/2011/06/Chief-full.jpg" alt=" " title="Der Chief von Juaben, in dessen Gebiet Grenzen vermarkt wurden beim Besuch einer Delegation des Land Administration Project" width="512" height="341" class="alignnone size-full wp-image-179" /></a></p>
<p>Allgemein kann ich sagen, dass es für mich die größte Bereicherung war, mein Fach von einer ganz anderen Seite kennenzulernen: in einem anderen kulturellen Umfeld mit anderer Ausstattung und Infrastruktur und auch unter anderen klimatischen Bedingungen, bei Hitze oder tropischem Regen, zu arbeiten. Mich in einer so fremden Kultur zurechtfinden zu müssen hat mir jeden Tag neue Überraschungen geboten und viele meiner gewohnten Sichtweisen in Frage gestellt. </p>
<p>Ich bin sehr froh, dass ich während meiner Studienzeit die Möglichkeit zu diesem Auslandsaufenthalt wahrnehmen konnte, auch wenn ich in der kurzen Zeit nur einen kleinen Einblick in das Land und seine Kultur gewinnen konnte.</p>
<p>Die Unterstützung von Seiten der TUM, die Förderung durch den DVW und vor allem die große mir entgegengebrachte Gastfreundlichkeit in Ghana haben diese wunderbare Erfahrung möglich gemacht.</p>
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